Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechien ist bereit Kurden im Nordirak auszubilden

Die tschechische Polizei ist bereit, die kurdischen Sicherheitskräfte und Sprengstoffexperten für den Kampf gegen die IS-Miliz auszubilden. Das sagte der tschechische Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) nach dem Gespräch mit seinem kurdischen Amtskollegen Karim Sindschari am Dienstag in Prag. Tschechien werde den irakischen Kurden, die gegen IS-Terroristen kämpfen, binnen einer Woche ein konkretes Angebot vorlegen. Der kurdische Innenminister würde es begrüßen, wenn Tschechien den Kurden auch Sicherheits- und Überwachungssysteme zur Verfügung stellen würde.

Tschechien unterstützt aktives Handeln gegen Terrormiliz IS

Die Tschechische Republik unterstützt den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vertreter von mehr als 20 Ländern einigten sich am Montag bei einer Konferenz in Paris auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Terroristen. Es sei dringend notwendig, die Miliz aus den Regionen im Irak zu vertreiben, hieß es einer gemeinsamen Erklärung. Dazu sollten in Absprache mit der irakischen Regierung alle notwendigen Mittel eingesetzt werden. Dies umfasst nach dem Willen der beteiligten Länder auch ein militärisches Vorgehen.

Tschechien erwägt derzeit nicht, an militärischen Operationen im Irak teilzunehmen. Den Irakern werde man jedoch anbieten, ihnen bei der Ausbildung ihrer Sicherheitskräfte zu helfen, sagte Außenminister Lubomír Zaorálek vor tschechischen Journalisten in Paris. Bei der Konferenz waren auch Vertreter der neuen irakischen Führung anwesend. Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kündigte für die kommenden Tage „eine ganz dichte Frequenz von weiteren Treffen“ an. Am Freitag sollen am Rande des Sicherheitsrates in New York dann etwa 40 Staaten über das Vorgehen im Irak beraten.

Prorussische Separatisten nehmen in Donezk tschechischen Reporter gefangen

Die prorussischen Separatisten haben am Dienstag in Donezk den Berichterstatter des Tschechischen Rundfunks, Vít Pohanka, für einige Stunden gefangen genommen. Darüber informierte der Tschechische Rundfunk. Zum Zwischenfall kam es in der Zeit, als der Berichterstatter versuchte, Informationen darüber zu überprüfen, dass die prorussischen Kräfte das Gebäude des tschechischen Konsulats in Donezk besetzten, das seit einigen Monaten nicht genutzt wird.

Ukrainischer Armeesprecher: Prorussische Kräfte besetzen tschechisches Konsulat in Donezk

Die prorussischen Kräfte haben am Montag den Sitz des tschechischen Generalkonsulats in Donezk besetzt. Darüber informierte der Sprecher der ukrainischen Armee Andriy Lysenko am Dienstag in Kiew die Medien. Die Information wies jedoch die tschechische Botschaft in Kiew zurück. Der tschechische Generalkonsul in Donezk, Ondrej Morávek, der sich seit Mai in Kiew aufhält, sagte, die prorussischen Aufständischen hätten am Sonntagabend das Gebäude betreten, seien aber wieder weggegangen. Das Gebäude des Generalkonsulats ist seit Mai leer. Laut Morávek besetzten die Separatisten jedoch das Polnische Konsulat in Donezk, das nahe des Tschechischen Generalkonsulats steht. Polen evakuierte die Mitarbeiter des Konsulats aber schon im Juni.

Industrieminister: Situation in der Ukraine ist Argument für Ausbau der Atomkraftwerke

Die Situation in der Ukraine ist ein Argument für den Ausbau der Atomkraftwerke in Temelín und in Dukovany. Das sagte der tschechische Industrieminister Jan Mládek (Sozialdemokraten) am Dienstag auf einer Konferenz über Gaslieferungen nach Europa, die von der Gesellschaft Business Forum in Prag veranstaltet wird. Mládek zufolge ist es möglich, Atom-Brennstoff-Vorräte für bis zu drei Jahre zu besorgen. Mládek machte erneut auf die Gefahr einer eventuellen Gaskrise auf dem Balkan aufmerksam. Länder wie Bulgarien, Bosnien und Herzegowina würden, so der Industrieminister, nur aus der Ukraine mit Gas versorgt. Die EU soll laut Mládek beginnen, die Situation zu lösen und nicht auf den Januar zu warten. Der Regierungsbeauftragte für Energiesicherheit, Václav Bartuška, stimmt der Solidarität mit Staaten, denen derartige Probleme drohen, zu. Er erklärte jedoch, dass jedes Land in erster Linie für ihre Energiesicherheit verantwortlich ist.

Tschechien wird Geld für Kampf gegen Ebola spenden und Spezialsäcke schicken

Die Tschechische Republik will den Vereinten Nationen (Uno) eine finanzielle Unterstützung beim Kampf gegen das Ebola-Virus zukommen lassen. Nach Westafrika wird Tschechien zudem Spezialsäcke entsenden, die zur Quarantäne der mit dem Virus infizierten Patienten effizient beitragen. In der Europäischen Union will Tschechien vor allem dafür werben, eine Luftbrücke nach Westafrika einzurichten, um den Nachschub von dort dringend benötigtem Material zu gewährleisten. All das habe die zentrale Kommission für Epidemiologie auf ihrer Sitzung am Montag in Prag beschlossen, sagte Gesundheitsminister Svatopluk Němeček im Anschluss daran vor Journalisten. Die Tschechische Republik reagierte damit auf den Aufruf der Organisation Ärzte ohne Grenzen für eine Soforthilfe in den vom Ebola-Virus betroffenen afrikanischen Staaten.

Stromnetzbetreiber proben an der Grenze den Ernstfall

Zerstörte Stromleitungen, dazu Sturm und Gewitter – der tschechische Stromnetzbetreiber CEPS und sein deutscher Partner 50Hertz haben an diesem Dienstag (11.00 Uhr) den Ernstfall geprobt. Mit der Krisenübung „Drill 2014“ nahe der deutsch-tschechischen Grenze sollte das Szenario dabei nicht wie üblich nur virtuell im Bürosessel mit Telefon und Computer simuliert werden, sondern unter realen Bedingungen. Nach Angaben der Organisatoren war es die erste Übung dieser Art, die zusammen mit Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Behörden beider Länder durchgeführt wurde.

Kontroverser Lobbyist für schwere Körperverletzung zu 4,5 Jahren Gefängnis verurteilt

Der einflussreiche Prager Geschäftsmann Roman Janoušek wurde zu 4,5 Jahren Gefängnis und sieben Jahre Führerscheinentzug verurteilt. Janoušek überfuhr im März 2012 nach einem Auffahrunfall eine Frau, die ihn an der Fahrerflucht hindern wollte. Das Obergericht in Prag hat am Dienstag die ursprüngliche Strafe von drei Jahren Gefängnis für eine schwere Körperverletzung und Gefährdung unter Einfluss von Alkohol verschärft. Der Kläger bestand jedoch darauf, dass der kontroverse Lobbyist einen Mordversuch beging, und forderte darum einen zehnjährigen Freiheitsentzug für den Täter. Dem Gericht zufolge versuchte Janoušek jedoch nicht, die Frau zu ermorden. Das Urteil ist rechtskräftig. Janoušek gilt in Prag als graue Eminenz mit Kontakten in die hohe Politik. Sein Name wurde oft im Zusammenhang mit Korruptionsskandalen genannt.

Prager OB Hudeček: Mit Bau der Metrolinie D wird 2017 begonnen

Bei einem Forum in Prag hat der Oberbürgermeister der Moldaustadt, Tomáš Hudeček, am Montag erstmals konkrete Pläne für den Bau der vierten städtischen Metrolinie vorgestellt. Seinen Worten zufolge soll im Jahr 2017 mit dem Bau der Metrolinie D begonnen werden. Ihre Trasse wird den zentralen Friedensplatz (Náměstí Míru) mit der südlichen Wohnsiedlung Písnice verbinden. Der gesamte Bau wird voraussichtlich 60 Milliarden Kronen (ca. 2,2 Milliarden Euro) kosten, der erste Bauabschnitt vom Stadtteil Pankrác bis nach Písnice soll 2022 fertig sein. In Pankrác wird dazu die gleichnamige Metrostation der Linie C erweitert, um ein direktes Umsteigen zwischen den beiden Linien zu gewährleisten. Für den Bau der Trasse D habe die Stadt allerdings nicht genügend Geld, daher müsse ihr hierbei der Staat helfen, ließ Hudeček wissen.

Starke Regenfälle sorgen in Südmähren für Gefahr von Erdrutschen

Die anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage haben in der südmährischen Region um Břeclav / Lundenburg zu einer massiven Gefährdung von Erdrutschen geführt. In der Gemeinde Strachotín wurden die Bewohner von acht Familienhäusern evakuiert, weil der über den Häusern liegende Hang einzustürzen droht. Der Hang liegt an einem alten Sandsteinbruch, der durch das viele Grundwasser ziemlich porös geworden ist. Die über dem Hang verlaufende Straße von Strachotín nach Pouzdřany wurde ebenso für den Verkehr gesperrt. Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen derzeit mit schwerem Gerät den Hang zu stabilisieren.

Unweit von Břeclav, auf der Straße nahe der Gemeinde Dolní Věstonice, hat es am Sonntag bereits einen Erdrutsch gegeben. Unterhalb der Straße waren Caravan-Anhänger von Anglern geparkt, die durch den Erdrutsch beschädigt wurden. Ein Wohnwagen wurde zugeschüttet, ein zweiter durch das Geröll verschoben. Zur Zeit des Unglücks hielt sich keine Person in den Wohnwagen auf. Die Reparatur der Straße wird mehrere Monate dauern, hieß es.

Psychiater, Kommentator und Dissident Petr Příhoda im Alter von 75 Jahren gestorben

Der Psychiater, politische Kommentator und ehemalige Dissident, Petr Příhoda, ist in der Nacht auf Montag im Alter von 75 Jahren gestorben. Dies teilte Radko Kubičko vom öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunk mit. Příhoda arbeitete unter anderem für den Sender Radio Free Europe und für den Tschechischen Rundfunk. Anfang der 1990er Jahre war er Sekretär und Berater des damaligen tschechischen Ministerpräsidenten Petr Pithart.

Während des kommunistischen Regimes arbeitete Příhoda als Psychiater. Er war in der Untergrundkirche aktiv und publizierte Artikel in der Exilzeitschrift „Svědectví“. Nach der Wende von 1989 fing er an, für die Zeitschrift „Přítomnost“, für die Wochenzeitung „Literární noviny“, für den Tschechischen Rundfunk sowie für einige Tageszeitungen zu schreiben. Seit 1991 leitete er das Institut für medizinische Ethik der 2. medizinischen Fakultät der Karlsuniversität. Er war Mitglied der Bioethischen Kommission beim Regierungsrat der Tschechischen Republik, des Koordinierungsrates des Tschechisch-Deutschen Gesprächsforums und der Ethischen Kommission des Journalistenverbandes. Voriges Jahr wurde er mit dem Jiří-Ješ-Rundfunkpreis für den besten Kommentar ausgezeichnet. Příhoda war zudem Redakteur von „Perspektivy“, einer Beilage der tschechischen katholischen Wochenzeitung. „Petr Příhoda ist für uns alle eine große moralische und intellektuelle Autorität und zudem ein Freund gewesen, der immer zuhören konnte, “ sagte der Chefredakteur der Wochenzeitung Antonín Randa.

Das Wetter am Mittwoch, 17. September

Am Mittwoch ist es in Tschechien überwiegend heiter, nur am Nachmittag in Mähren und Schlesien vereinzelt Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 18 Grad erreicht.