Täglicher Nachrichtenüberblick

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Staatsbesuch in Frankreich: Zeman spricht eine Stunde lang mit Hollande

Präsident Miloš Zeman ist am Dienstag mit seinem französischen Amtskollegen François Hollande zusammengetroffen. Beide Staatsoberhäupter vereinbarten dabei, ein gemeinsames Wirtschaftsforum beider Länder auszurichten. Damit könnten die tschechisch-französischen Wirtschaftsbeziehungen neuen Auftrieb erhalten, hieß es. Thema des etwa einstündigen Gesprächs war zudem die Zusammenarbeit beider Staaten auf dem Gebiet der Atomkraft. Breits am Vormittag hatte Zeman bei einem Wirtschaftsforum die französische Firma Areva dazu aufgefordert, sich im Falle einer neuen Ausschreibung für den Ausbau des Atomkraftwerks Temelín zu bewerben. Areva war vom ersten Auswahlverfahren ausgeschlossen worden, die Ausschreibung ist aber mittlerweile zurückgezogen worden.

Zeman ist der erste tschechische Staatspräsident seit elf Jahren, der offiziell Frankreich besucht. Mit Sicherheit wolle man keine weitere so lange Pause zulassen, sagte Hollande. Zemans dreitägiger Besuch in Frankreich dauert bis Mittwoch, vorgesehen ist weiterhin ein Treffen mit dem französischen Premier Manuel Valls.

Staatspräsident Zeman hofft auf neue gute Wirtschaftsbeziehungen zu Frankreich

Präsident Miloš Zeman hofft auf eine Erneuerung guter Beziehungen zwischen Tschechien und Frankreich nicht nur auf politischer sondern auch auf wirtschaftlicher Ebene. Dies sagte der tschechische Staatschef bei einem Treffen mit französischen Unternehmern am Dienstag anlässlich seines Staatsbesuchs in Paris. Zudem forderte Zeman die Firma Areva auf, sich um eine mögliche Ausschreibung für den Ausbau des Atomkraftwerks Temelín zu bewerben. In seiner Ansprache bei einem tschechisch-französischen Unternehmerseminar wies der Linkspolitiker darauf hin, dass sein Besuch der erste offizielle eines tschechischen Präsidenten seit elf Jahren sei.

Bei seinem Staatsbesuch wird Zeman noch mit seinem Amtskollegen François Hollande sowie Premier Manuel Valls zusammentreffen. Der Aufenthalt dauert bis Mittwoch.

Ombudsfrau kritisiert Zustände auf tschechischen Ausnüchterungsstationen

Ombudsfrau Anna Šabatová hat die Zustände auf den Ausnüchterungsstationen in tschechischen Krankenhäusern kritisiert. Häufig fehle medizinisches Personal oder die ärztliche Betreuung sei nicht ausreichend, und unangemessen häufig würden Zwangsmittel verwendet. In einigen Einrichtungen müssten die Klienten zudem nach der Einlieferung übertrieben hohe Summen zahlen, diese überstiegen sogar die Preise in Luxushotels, so Šabatová. Insgesamt 18 Ausnüchterungsstationen bestehen in Tschechien. Anders als die entsprechenden Zellen in Deutschland, sind diese Stationen nicht bei der Polizei untergebracht, sondern in Kliniken.

Das Büro der Ombudsfrau hatte in den zurückliegenden Monaten sechs der Stationen kontrolliert, und zwar in Prag, Ostrava / Ostrau, Plzeň / Pilsen, Liberec / Reichenberg, Karviná / Karwin und Kroměříž / Kremsier.

Kleiner Krebspatient Ashya hat erste Untersuchung in Prag hinter sich

Der junge britische Krebspatient Ashya hat seine erste Untersuchung im Prager Protonen-Therapiezentrum hinter sich. Man fertige eine Fixierungsmaske für die Bestrahlungen an, teilte eine Sprecherin der Einrichtung am Dienstag mit. Zudem würden Magnetresonanz-Aufnahmen des Gehirntumors angefertigt. Die kombinierte Bestrahlungs- und Chemotherapie ist zunächst auf sechs Wochen ausgelegt. Die in Prag angebotene Protonentherapie gilt als neue Möglichkeit, Krebs zu behandeln, ist aber noch nicht vollends erforscht.

Der fünfjährige Ashya aus England war am Montag nach einer Odyssee über Spanien in der tschechischen Hauptstadt eingetroffen. Das Schicksal des Jungen bewegt die Öffentlichkeit, seit Ashyas Eltern ihr Kind eigenmächtig aus einem Krankenhaus in Southampton geholt hatten.

Fehlerhafte Ausschreibung: Gesundheitsministerium muss Strafe zahlen

Das tschechische Gesundheitsministerium muss wegen Unregelmäßigkeiten in einer öffentlichen Ausschreibung eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 9000 Euro zahlen. Dies hat das tschechische Kartellamt (ÚOHS) entschieden. Hintergrund ist ein Auftrag für Personal- und Wirtschaftsprüfungen an den Unikliniken Brünn / Brno und Olmütz / Olomouc im Jahr 2009. An der Ausschreibung konnten sich nur Firmen beteiligen, die eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation im Bereich Human Resources nachwiesen. Diese Einschränkung bei der Auswahl der Bewerber bemängelt das Kartellamt. Den Auftrag hätten genauso gut Firmen erledigen können, die nicht Mitglied einer solchen Organisation gewesen seien, schreiben die Wettbewerbshüter in ihrer Begründung. Das Ministerium hat Berufung eingelegt, die jedoch wegen einer abgelaufenen Frist abgelehnt wurde.

Konferenz von Auslandstschechen aus aller Welt beginnt

In Prag beginnt am Mittwoch eine Konferenz von Tschechen, die im Ausland leben beziehungsweise Nachkommen solcher Tschechen sind. Schwerpunkt ist dabei die Pflege der tschechischen Sprache. Die Teilnehmer der zweitägigen Veranstaltung kommen aus allen Teilen der Welt, von Argentinien über Australien bis zur Ukraine. Auch Vertreter von tschechischen Vereinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden über ihre Erfahrungen berichten. Die Konferenz wird von den Vereinen der Auslandstschechen, dem tschechischen Außenministerium sowie Radio Prag veranstaltet.

Polizeirazzia auf Asiamarkt an deutscher Grenze

Die tschechische Polizei hat am Dienstagvormittag begonnen, den Asiamarkt in der Stadt Aš / Asch an der Grenze zu Deutschland zu durchsuchen. Etwa zweihundert Beamte durchkämmen die Stände nach illegalen Waren, Waffen und Drogen. Es handle sich um eine der größten Razzien in der Region seit Jahren, sagte der Leiter der Polizei im Kreis Karlovy Vary / Karlsbad. Zwölf Personen seien bereits festgenommen worden.

Laut Schätzungen haben auf dem Asiamarkt Lipový dvůr rund 300 Händler Geschäfte oder Verkaufsstände. In der Vergangenheit wurden dort bereits mehrfach illegale Waren von den Behörden sichergestellt.

Prag plant Erweiterung der Parkzonen

Die Stadt Prag hat angekündigt, die gebührenpflichtigen Parkzonen auszuweiten. Bezahlen sollen Autofahrer zukünftig auch in den Stadtbezirken 5, 6 und 8. Diese umfassen unter anderem Teile von Břevnov, Dejvíce und Karlín. Bislang gelten nur die Innenstadtbezirke 1,2,3, 7 und 16 als ausgewiesene Bezahlzonen. Anwohner können für die sogenannten blauen Zonen bei der Stadt eine dauerhafte Parkerlaubnis erwerben. Kurzzeitiges Parken für Nicht-Anwohner ist nur in Straßen mit Parkautomaten sowie kostenlos am Wochenende möglich.

Die Stadt billigte zugleich die Tarife für die neu ausgewiesenen Zonen, die etwas weiter entfernt vom Stadtzentrum liegen. Demnach müssen Anwohner für eine Parkkarte jährlich umgerechnet 400 Kronen (15 Euro) zahlen. Geschäftsleute zahlen für das erste angemeldete Fahrzeug 6900 Kronen (250 Euro). Wann die Erweiterung der Parkzonen in Kraft tritt, ist noch nicht klar. Der ursprünglich vorgesehene Termin in diesem September kann nicht eingehalten werden.

Diplomaten in Tschechien setzen mit Fußball Zeichen gegen Rassismus

Diplomaten aus Skandinavien wollen demonstrativ ein Freundschaftsspiel gegen einen nordböhmischen Roma-Fußballverein austragen. Hintergrund ist, dass die örtlichen Klubs sich weigern, gegen die Roma anzutreten. Man wolle dem Rassismus die rote Karte zeigen, teilte eine Sprecherin der schwedischen Botschaft in Prag am Dienstag mit. Das Spiel soll in zwei Wochen stattfinden. Zwei von drei Partien des Bezirksligavereins FK Junior Roma aus Děčín / Tetschen in dieser Saison wurden von den jeweiligen Gegnern abgesagt, wie die Lokalausgabe der Zeitung Mladá Fronta Dnes berichtet hatte. Zur Begründung hieß es, dessen Fußballer spielten zu aggressiv. In Tschechien leben rund 250.000 Angehörige der Roma-Minderheit.

Fußball: Tschechien startet gegen Niederlande in EM-Qualifikation

Das tschechische Fußballnationalteam startet am Dienstagabend mit einem Spiel gegen die Niederlande in die EM-Qualifikation. Trainer Pavel Vrba stehen für die Begegnung in Prag alle nominierten Spieler zur Verfügung. Auch Stürmer David Lafata sei wieder einsatzbereit, sagte der Coach am Montag bei einer Pressekonferenz. Öffentliche Hinweise auf die Taktik gegen den Favoriten in der Gruppe A vermied Vrba indes. Bei den Niederlanden fehlen einige der wichtigsten Spieler, so auch die Bundesligalegionäre Arjen Robben vom FC Bayern und Rafael Van der Vaart vom Hamburger SV.

Das Spiel im Stadion von Sparta Prag (Anstoß 20.45 Uhr) ist ausverkauft. Deswegen hat der tschechische Fußballverband im Letná-Park vor der Arena eine Fanmeile eingerichtet, dort können die Schlachtenbummler ohne Karten die Begegnung im Public Viewing verfolgen.

Das Wetter am Mittwoch, 10. September

Am Mittwoch ist es in Tschechien meist bewölkt mit heiteren Abschnitten. Vereinzelt sind Schauer möglich, im Nordwesten sind die Niederschläge häufiger. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 17 bis 21 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter steigt das Thermometer auf 11 Grad Celsius.