Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechien bietet 150 Spezialisten für schnell einsetzbare Nato-Truppe an

Die Tschechische Republik bietet der Nato 150 speziell ausgebildete Soldaten und einige Hubschrauber für die neue schnell einsetzbare Eingreiftruppe an. Dies teilte Präsident Miloš Zeman am Freitag beim Nato-Gipfel in Wales mit. Verteidigungsminister Martin Stropnický (Amo-Partei) erklärte, dass Tschechien noch weitere Möglichkeiten der Teilnahme an der Arbeit der künftigen neuen Truppe erwägt. Er erwähnte die Logistik oder den Einsatz von tschechischen ABC-Waffenabwehr-Experten. Tschechien war Stropnický zufolge eines der ersten Länder, die ein konkretes Angebot der Nato machte. Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) sprach von der Möglichkeit, tschechische Offiziere in den Nato-Stab in Stettin zu entsenden oder tschechische Logistik-Experten zur Verfügung zu stellen.

Die Nato hat am Freitag die Schaffung einer sehr schnell einsetzbaren Truppe beschlossen, um innerhalb weniger Tage auf Bedrohungen reagieren zu können. Die Truppe soll 3000 bis 5000 Soldaten umfassen und innerhalb von 2 bis 3 Tagen einsatzbereit sein. Sie wird Teil der Schnellen Eingreiftruppe der Nato (Nato Response Force/NRF) sein.

In Afghanistan werden nächstes Jahr 300 tschechische Soldaten stationiert

Rund 300 tschechische Soldaten können nächstes Jahr in Afghanistan im Rahmen der Mission Resolute Support eingesetzt werden. Dies sagte der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman am Freitag bei Nato-Gipfel in Newport in Wales. Das Hauptziel der Soldaten sei es, die afghanische Polizei und Armee auszubilden, so Zeman.

Präsident Zeman: Verletzung des Waffenstillstands wäre Grund für schärfere Sanktionen

Der Grund für schärfere EU-Sanktionen gegen Russland wären die Nichteinhaltung des vereinbarten Waffenstillstands oder eine direkte russische Invasion in die Ukraine. Dies sagte der tschechische Präsident Miloš Zeman am Freitag beim Nato-Gipfel in Newport in Wales. Zeman zufolge ist die Ukraine zweifelsohne einer russischen Aggression ausgesetzt. Der Staatspräsident ist jedoch der Meinung, dass man von einer wirklichen Invasion erst beim Einmarsch von Zehntausenden Soldaten sprechen kann.

Präsident Zeman bezeichnet Konflikt in der Ukraine als Bürgerkrieg

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman hält den Konflikt in der Ukraine für einen Bürgerkrieg und nicht für eine russische Invasion. Dies sagte Zeman am Freitag gegenüber dem privaten Rundfunksender Frekvence 1. Zeman glaubt zudem seinen Worten zufolge dem russischen Außenminister Sergei Lawrow, der behauptet, dass es in der Ukraine keine russischen Soldaten gibt. Zemans Haltung widerspricht der Meinung von Mehrheit der westlichen Politiker. Die Worte des tschechischen Staatsoberhauptes widersprechen den Erklärungen der Nato-Führung sowie des tschechischen Premierministers Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) und des Verteidigungsministers Martin Stropnický (Ano-Partei). Laut Stropnický kämpfen in der Ostukraine rund 5000 russische Soldaten. Die Haltung von Zeman, der sich ähnlich auch am Donnerstag beim Nato-Gipfel in Wales äußerte, kritisierte am Donnerstag indirekt beispielsweise der schwedische Außenminister Carl Bildt.

Persönlichkeiten initiieren Aufruf „Stoppt Putin!“

Mehrere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Tschechien und der Slowakei haben den Aufruf „Stoppt Putin!“ unterzeichnet. Der Aufruf bezieht sich auf den Konflikt in der Ukraine. Die Unterzeichner machen darauf aufmerksam, dass die jetzige russische Politik nicht nur die Ukraine betrifft, sondern auch die politische Ordnung in Mittel- und Mittelosteuropa gefährdet, das in der Vergangenheit zum russischen Einflussgebiet gehörte. Dies teilte einer der Initiatoren des Aufrufs, der Signatar der Charta 77 Bohumil Doležal, mit. „Es steht in unserem gemeinsamen Interesse, in der gegenwärtigen von Russland hervorgerufenen Krise einheitlich vorzugehen und eine Destabilisierung von Mittel- und Ostmitteleuropa zu verhindern, “ heißt es im Aufruf. Die Initiatoren fordern zu einer engeren Zusammenarbeit mit der EU, der Nato und den USA auf. Den Aufruf unterzeichneten beispielsweise der Ex-Verteidigungsminister der ČSFR, Luboš Dobrovský, der Ex-Botschafter der Slowakei in den USA, Martin Bútora, und der Europaabgeordnete und Ex-Gouverneur der Tschechischen Zentralbank, Luděk Niedermeyer.

Brückeneinsturz bei Havlíčkův Brod: Vier Tote und zwei Verletzte

Beim Einsturz einer Straßenbrücke am Donnerstagnachmittag im ostböhmischen Vilémov bei Havlíčkův Brod sind sechs Brückenarbeiter verschüttet worden, von denen vier nur noch tot geborgen werden konnten. Ein Arbeiter, den man als ersten aus dem Schutt bergen konnte, wurde mit mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Der sechste Mann wurde nach vier Stunden geborgen, er hat schwere Verletzungen erlitten. An der Unglücksstelle waren bis 3:30 Uhr in der Nacht 70 Feuerwehrleute sowie Polizisten und Rettungskräfte im Einsatz, um die Verschütteten zu bergen. Die Aufräumarbeiten wurden am Freitagnachmittag beendet.

Wegen ihres schlechten Zustands wird die Brücke gerade repariert. Zur Unglückszeit waren die sechs Arbeiter vor Ort. Drei der Toten sind der Polizei zufolge Tschechen, einer ist Slowake. Nach Aussage des Bürgermeisters von Vilémov, Jiří Lebeda, ist die Brücke in zwei große Blöcke zusammengebrochen. Sie liegt an der Landstraße 345, die wegen ihrer Reparatur gesperrt ist. Warum die Brücke einstürzte, müssen Untersuchungen klären. Kriminalbeamte ermitteln dabei, ob eine Straftat der öffentlichen Gefährdung durch Fahrlässigkeit vorliegt.

ČSÚ: Durchschnittslohn in Tschechien auf 920 Euro gestiegen

Der Durchschnittslohn in Tschechien hat sich im zweiten Quartal dieses Jahres um 583 Kronen auf 25.500 Kronen erhöht. Das entspricht einer Lohnerhöhung um 21 Euro auf nunmehr 920 Euro monatlich. Die Gehaltserhöhung lag damit nominell bei 2,3 Prozent, nach Abzug der Inflation aber reell nur bei 2,1 Prozent. Das gab am Freitag das Tschechische Statistik-Amt (ČSÚ) bekannt.

Den höchsten Durchschnittslohn in Tschechien erhalten die Prager. Ihr monatlicher Verdienst liegt jetzt bei 33.122 Kronen brutto, das entspricht 1.200 Euro. Die Lohnsteigerung der Hauptstädter lag indes nur bei reell 1,2 Prozent. Sie haben zudem die mit Abstand höchsten Lebenshaltungskosten im Land. Zusammen mit dem Mittelböhmischen Kreis liegen die Einkünfte der Prager über dem Durchschnitt. Die Arbeitnehmer der anderen Kreise aber verdienen im Schnitt weniger als 25.000 Kronen. Die geringsten Löhne werden dabei im Kreis Karlovy Vary / Karlsbad gezahlt – hier liegt das monatliche Durchschnittsgehalt bei 21.848 Kronen (ca. 790 Euro).

„Amadeus“-Szenenbildner Karel Černý gestorben

Der Szenenbildner und Oscar-Preisträger Karel Černý ist im Alter von 92 Jahren im südböhmischen Tábor gestorben. Das bestätigte sein Schwiegersohn am Freitag der Agentur ČTK. Für seine Arbeit an dem Mozart-Epos „Amadeus“ gewann Černý 1985 zusammen mit Patrizia von Brandenstein einen Oscar in der Kategorie „Bestes Szenenbild“. Für den Film waren historische Gebäude in Prag aufwendig restauriert worden.

Černý hatte zuvor bereits mehrfach mit Regisseur Miloš Forman zusammengearbeitet. So war er an dessen Frühwerk „Die Liebe einer Blondine“ von 1965 und der Komödie „Der Feuerwehrball“ von 1967 beteiligt. Im vergangenen Jahr wurde der in Plzeň / Pilsen geborene Szenenbildner und Architekt mit dem tschechischen Filmpreis „Böhmischer Löwe“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Dokumentarfilmreihe „Phänomen Underground“ beschreibt inoffizielle Kultur

Das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen (ČT) wird ab 12. September eine Dokumentarfilmreihe mit dem Titel „Phänomen Underground“ senden. Der 40-teilige Filmzyklus beschreibt die inoffiziellen Kulturströmungen, Genres sowie Persönlichkeiten seit den 1940er Jahren bis in die Gegenwart. In den Folgen nach den Prolog-Teilen werden die politischen Prozesse gegen Musiker von der Band The Plastic People oft he Universe und DG 307 dokumentiert, die zur Entstehung der Charta 77 führten. In weiteren Teilen wird gezeigt, wie das kommunistische Regime auf die Charta 77 und die Aktivitäten des Undergrounds reagierte. Der Zyklus sei eine Huldigung an Tausende von Menschen, die den Mut hatten, sich gegen das totalitäre Regime zu stellen, sagte der Leiter von ČT Art Tomáš Motl.

Tennis: Berdych unterliegt Kroaten Čilić im Viertelfinale der US Open

Beim vierten Grand-Slam-Tennisturnier des Jahres, den US Open, ist am Donnerstag mit Tomáš Berdych der letzte tschechische Tennisspieler ausgeschieden. In seinem Viertelfinalmatch unterlag Berdych dem Kroaten Marin Čilić in drei Sätzen mit 2:6, 4:6 und 6:7. Der 28-jährige Tscheche fand zunächst kaum ein Mittel gegen den harten Aufschlag des Kroaten, steigerte sich dann aber von Spiel zu Spiel. Im dritten Satz führte Berdych schon mit 3:0 und 4:1, ließ sich aber im siebten Spiel nach einem umstrittenen Ball auf eine Schiedsrichterdiskussion ein und verlor sein Service. Danach konnte er den Sechzehnten der Weltrangliste nicht mehr stoppen. Es zeigte sich erneut, dass Čilić für ihn ein Angstgegner ist: von den letzten vier Begegnungen mit dem Kroaten hat Berdych drei verloren.

Eishockey: Drei Siege für tschechische Teams in der Champions League

In den Donnerstagspielen der Eishockey-Champions-League standen auch fünf tschechische Mannschaften auf dem Eis, von denen drei ihre Partien gewannen. Die Weißen Tiger aus Liberec bezwangen zu Hause den HC Košice mit 3:2, Sparta Prag schlug das schwedische Team Växjö Lakers mit 5:4 und der HC Oceláři Třinec siegte auswärts beim SC Bern mit 4:0. Die beiden mährischen Vereine aus Ostrava / Ostrau und Zlín holten indes nur je einen Punkt. Meister PSG Zlín unterlag vor eigener Kulisse dem Schweizer Club Fribourg-Gottéron mit 2:3 nach Verlängerung, der HC Vítkovice Steel verlor bei SaiPa Lappeenranta mit 3:4 nach Penalty-Schießen. Der sechste tschechische Verein im Wettbewerb ist der HC ČSOB Pojišťovna Pardubice, er empfängt am Freitag den schwedischen Club Linköpings HC.

Nach der Hälfte der Gruppenspiele führen mit Liberec, Třinec und Sparta Prag drei tschechische Teams ihre Gruppen an, Zlín ist Zweiter und Vítkovice Dritter.

Das Wetter am Samstag, 6. September

Am Samstag ist es in Tschechien heiter bis nahezu wolkenlos, im Südwesten Böhmens am Morgen neblig. Am Abend ist in den Bergen mit vereinzelten Regenschauern und Gewittern zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 23 und 27 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 19 Grad Celsius erreicht.