Täglicher Nachrichtenüberblick

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Vizegouverneur der Zentralbank: Währungspolitik verhindert nicht Euro-Annahme

Die Tschechische Nationalbank habe den Kurs der Krone nicht geschwächt, um den Beitritt Tschechiens zur Eurozone zu verzögern. Das erklärte der Vizegouverneur der Zentralbank, Vladimír Tomšík, am Sonntag in einer Diskussionssendung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Er reagierte somit auf eine Erklärung von Präsident Miloš Zeman. Zeman hatte am vergangenen Donnerstag der Nationalbank vorgeworfen, die Devisenintervention womöglich vorsätzlich vollzogen zu haben, um damit den Beitritt Tschechiens zur Eurozone hinauszuzögern und ihre Kompetenzhoheit zu wahren. Die Leitung der Zentralbank hält die Deviseninterventionen zur Schwächung der Krone nach wie vor für einen richtigen Schritt und will bis 2016 den Wechselkurs der Krone bei 27 Kronen für einen Euro halten. Zwischen der Schwächung der Krone und dem Termin der Euro-Annahme in Tschechien gebe es laut Tomšík keinen Zusammenhang.

Die Tschechische Nationalbank (ČNB) hat ihre Intervention am Devisenmarkt im November vorigen Jahres durchgeführt, mit dem deklarierten Ziel, eine drohende Deflation abzuwenden. Vor den Deviseninterventionen lag der Kurs bei rund 25 Kronen pro Euro, aktuell ist ein Euro fast 28 Kronen teuer. Die Krone ist nun gegenüber dem Euro so schwach, wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Ukrainer in Prag gedenken 23. Jahrestags unabhängiger Ukraine

Die in Prag lebenden Ukrainer haben am Sonntag in Prag den 23. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine gefeiert. Mehrere Duzend Menschen zogen durch das Stadtzentrum. Sie legten Blumen am Denkmal des ukrainischen Lyrikers Taras Schewtschenko nieder und gedachten mit einer Schweigeminute allen ukrainischen Opfern, die in den letzten Monaten, aber auch in der Geschichte gestorben sind. Bei der Veranstaltung wurde an die Entstehung des selbständigen ukrainischen Staates nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991, aber auch an die aktuelle Krise in der Ukraine erinnert. Am Nachmittag fand eine Versammlung auf dem Wenzelsplatz statt, der auch tschechische Politiker beigewohnt haben.

In Prag beginnt 9. Weltkongress über Alternativen zu Tierversuchen in den Biowissenschaften

In Prag wird an diesem Sonntag der 9. Weltkongress über Alternativen zu Tierversuchen in den Biowissenschaften eröffnet. Es ist die größte wissenschaftliche Veranstaltung auf diesem Gebiet. Beim Kongress werden neue und verbesserte Methoden vorgestellt, mit denen Tierversuche ersetzt und verringert bzw. das Leid von Tieren bei Versuchen reduziert werden kann. Außerdem werden auch Fragen des Rechts und der Ethik thematisiert. Am Kongress nehmen mehrere tausend Experten teil, er dauert bis zum 28. August.

Deutscher Pilot stirbt beim Flugzeugabsturz in Tschechien

Ein 38-jähriger -Pilot aus Deutschland ist in Tschechien bei einem Flugzeug-Unfall gestorben. Er stürzte mit seinem Kleinsportflugzeug in der Böhmerwald-Region ab. Rettungskräfte aus Deutschland und Tschechien hatten seit Samstagabend nach dem vermissten Flugzeug gesucht, am Sonntag hat die Besatzung eines Militärhubschraubers das Wrack in der Nähe der Gemeinde Modrava gefunden. Der Pilot war tot, weitere Insassen waren nicht an Bord. Der Pilot war am Samstag in Passau gestartet und flog in Richtung Tschechien. Er sollte am Abend wieder in Passau landen. Die Absturzursache war zunächst unbekannt.

Übersetzer Jindřich Pokorný ist gestorben

Im Alter von 87 Jahren ist in der Nacht auf Sonntag der tschechische Übersetzer und Literaturhistoriker Jindřich Pokorný gestorben. Das gab das Literaturmagazin Revorver Revue am Sonntag bekannt, mit dem Pokorný lange Jahre zusammengearbeitet hat. Pokorný hat vor allem Poesie aus dem Deutschen, Französischen und Lateinischen übersetzt. Er hat unter anderem das Nibelungenlied, Wolfram von Eschenbachs Parsifal sowie die Sammlung Des Knaben Wunderhorn ins Tschechische übertragen. Vor 1989 war er als oppositioneller Intellektueller tätig, er gründete das Kollegium für Unterstützung der unabhängigen Wissenschaft, Kunst und Bildung. 1998 erhielt er den Staatspreis für Übersetzer.

Studie: Illegale Abschüsse verhindern Ausbreitung der Luchse im böhmisch-bayerischen Grenzgebiet

Die Umgebung der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava (Böhmischer Wald) bietet geeignete Bedingungen für die Ausbreitung der Luchse. Trotzdem leben die größten Raubkatzen Europas nach wie vor fast ausschließlich in den zwei benachbarten Schutzgebieten. Ihre Zahl erhöht sich nur gering. Nach einer Studie deutscher Wissenschaftler, die kürzlich im Fachmagazin Biological Conservation vorgestellt wurde, verhindern illegale Abschüsse die weitere Ausbreitung der geschützten Art. Seit Ende des 19. Jahrhunderts galt der Luchs im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Tschechien und Oberösterreich als ausgestorben. In den 1970er und 1980er Jahren wurden dort etwa 25 Luchse ausgesetzt. Der Luchsbestand wuchs auf derzeit etwa 50 Tiere. Der Studie zufolge hätten Siedlungen und Straßenverkehr den Luchs nicht gestört. Trotzdem hat sich die Hoffnung, dass der Luchs neue Lebensräume im Erzgebirge oder im Thüringer Wald findet, nicht erfüllt. Forscher gehen davon aus, dass eben die Wilderei den Bestand dezimiere.

Tennis: Rosol siegt im Finale von Winston-Salem

Der tschechische Tennisspieler Lukáš Rosol hat beim ATP-Turnier im US-amerikanischen Winston-Salem den Titel gewonnen. Der als Nummer sieben gesetzte Tscheche besiegte im Finale den Polen Jerzy Janowicz in drei Sätzen mit 3:6, 7:6 und 7:5. Dem 29-Jährigen gelang es zweimal, einen Matchball abzuwenden. Winston-Salem gilt als Generalprobe für die US-Open, die kommende Woche in New York beginnen.

Tennis: Kvitová gewinnt Titel von New Haven

Tennisspielerin Petra Kvitová hat beim WTA-Turnier im amerikanischen New Haven den Titel erkämpft. Die Tschechin besiegte im Finale die Slowakin Magdaléna Rybáriková mit 6:4 und 6:2.

Kvitová hat beim Turnier von New Haven zum dritten Mal in der Reihe das Finale erreicht. Zum zweiten Mal siegte sie darin. Für die 24-jährige Kvitová handelt es sich um den 13. Titel in ihrer Karriere. 13 Titel gewann in der Geschichte auch Regina Maršíková, besser waren unter tschechischen Tennisspielerinnen Jana Novotná mit 24 und Hana Mandlíková mit 27 sowie Martina Navrátilová mit insgesamt 167 Titeln.