Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechien könnte EU-Fördermittel von bis zu 2,4 Mrd. Euro verlieren

Die Tschechische Republik könnte aus dem auslaufenden Programm zur Projektfinanzierung aus EU-Fonds bis zu 2,4 Milliarden Euro einbüßen. Davor warnt der aktuelle EU-Report 2014, der am Freitag in Prag durch den tschechischen Rechnungshof (NKÚ) veröffentlicht wurde. Grund für diesen Verlust ist die ungenügende Abschöpfung von EU-Fördermitteln aufgrund von Fehlern in den entsprechenden Anträgen. Eine ähnlich negative Einschätzung hatte zuvor bereits das tschechische Ministerium für Regionalentwicklung gegeben; das Ministerium koordiniert die Verteilung der EU-Gelder.

Reaktorblock des AKW Temelín nach Panne abgeschaltet

Ein Reaktorblock des Atomkraftwerks Temelín ist am Donnerstagabend wegen einer Panne abgeschaltet worden. Grund dafür sei eine Störung an einer Pumpe für sogenanntes technisches Wasser gewesen, teilte der Energiekonzern ČEZ am Freitag mit. Eine Ersatzpumpe war den Angaben zufolge wegen Modernisierungsmaßnahmen nicht einsatzbereit. Die Panne habe sich im nicht-nuklearen Bereich des Kraftwerks ereignet. Das technische Wasser diene der „Kühlung von Einrichtungen, die aus Sicht der Reaktorsicherheit wichtig“ seien, hieß es in der Mitteilung. Die Reparatur werde mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Umweltschützer kritisieren immer wieder angebliche Sicherheitslücken am Reaktor in Temelín, der weniger als 100 Kilometer von den Grenzen zu Deutschland und Österreich entfernt steht. Wegen eines regulären Brennstoffwechsels ist derzeit auch der zweite Reaktorblock des Kraftwerks nicht am Netz.

Gewerkschaften fordern allgemeine Lohnerhöhung für Staatsbedienstete

Die tschechischen Gewerkschaften fordern für 2015 eine allgemeine Lohnerhöhung für Staatsbedienstete um 3,5 Prozent. Andernfalls könnte es im Herbst zu einer Streikwelle kommen, wie der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes ČMKOS, Josef Středula sagte. Zwar habe die Regierung bereits einen Zuschlag von dieser Höhe im öffentlichen Dienst versprochen, doch dürften die zusätzlichen Gelder nicht für verschiedene Arten von Ausgleichzahlungen missbraucht werden, so Středula. Zuvor hatte sich der Gewerkschafter mit dem sozialdemokratischen Senatschef Milan Štěch getroffen. Štěch sagte den Gewerkschaften seine Unterstützung zu.

Präsident Zeman will den in Afghanistan verletzten tschechischen Soldaten auszeichnen

Staatspräsident Miloš Zeman will den bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan verletzten tschechischen Soldaten am Nationalfeiertag auszeichnen. Der Mann werde am 28. Oktober den Orden „Für Heldenhaftigkeit“ erhalten, sagte ein Sprecher des Präsidenten am Freitag. Zeman hatte zuvor schon angekündigt, die vier bei dem Attentat getöteten tschechischen Soldaten posthum mit Orden zu ehren. Der Verletzte befindet sich weiter im Krankenhaus auf dem US-amerikanischen Militärstützpunkt Bagram im Osten Afghanistans. Nach vier Operationen sei sein Zustand weiter ernst, aber stabil, wie eine Sprecherin des Generalstabs der tschechischen Armee sagte.

Am Dienstagmorgen waren bei einem Anschlag der Taliban unweit von Bagram vier tschechische Soldaten getötet und ein weiterer verletzt worden. Zudem kamen zwölf afghanische Zivilisten ums Leben, darunter einige Kinder.

Partei Ano will Regionalentwicklungsministerin Jourová als tschechische EU-Kommissarin

Die Partei Ano hat Regionalentwicklungsministerin Věra Jourová als mögliche tschechische EU-Kommissarin ins Spiel gebracht. Der zweitgrößte Koalitionspartner zog damit seinen Vorschlag zurück, den eigenen Spitzenkandidaten aus der Europawahl und neuen EU-Parlamentarier Pavel Telička in die Europäische Kommission zu schicken. Telička war kritisiert worden, weil er in den vergangenen Jahren gegenüber EU-Institutionen Lobbyarbeit betrieben hatte und nun die Seiten wechseln wollte.

Premier Bohuslav Sobotka sagte am Freitag, dass er die Nominierung von Věra Jourová zur Kenntnis nehme. Der sozialdemokratische Regierungschef möchte kommende Woche eine Entscheidung über den tschechischen Kommissionskandidaten treffen. Sobotkas Partei hat den ehemaligen Finanzminister Pavel Mertlík nominiert. Die christdemokratische Europaabgeordnete Zuzana Roithová hat indes vergangene Woche ihre Nominierung abgelehnt.

16 Anbieter bewerben sich um Cannabis-Herstellung in Tschechien

Insgesamt 16 Anbieter haben sich beworben, um für Tschechien Cannabis zu medizinischen Zwecken herzustellen. Dies gab das Institut zur Kontrolle von Arzneimitteln in Prag bekannt. Seit Anfang dieses Jahres ist die Nutzung von Cannabis bei der Behandlung von Krankheiten erlaubt. Allerdings hat sich der tschechische Staat ein Monopol bei der Bereitstellung entsprechender Präparate vorbehalten und die Züchtung von Cannabis in einem Bieterverfahren ausgeschrieben. Der Lieferumfang soll bei 40 Kilogramm getrockneter Ware im Laufe von 19 Monaten liegen, der Staat will dafür maximal 4,2 Millionen Kronen (155.000 Euro) ausgeben. In der Ausschreibung wird verlangt, dass das Cannabis 19 Prozent des Wirkstoffs THC enthalten solle.

Zugverkehr in Tschechien stark beeinträchtigt

Eine technische Störung hat den Bahnverkehr in Tschechien erheblich behindert. Auf der wichtigen Ost-West-Achse zwischen Prag und Brno / Brünn war am Freitagmorgen eine Oberleitung herabgefallen. Von drei Gleisen war nur noch eines befahrbar. Dadurch verspäteten sich mehrere Dutzend Züge, einige Verbindungen mussten ganz gestrichen werden. Betroffen waren auch internationale Verbindungen. Bahngäste auf der Eurocity-Verbindung nach Berlin mussten mit Verspätungen von mindestens 30 Minuten rechnen.

Der Schaden war in der Nähe von Kolín / Köln in Mittelböhmen entstanden. Die Reparaturarbeiten dauerten bis zum Freitagnachmittag. Laut den Tschechischen Bahnen (ČD) soll Materialermüdung die Ursache für die Störung gewesen sein.

Getreide- und Rübenernte geringer als 2013

Ersten Schätzungen zufolge müssen die tschechischen Landwirte in diesem Jahr bei Getreide und Rüben mit einer geringeren Ernte als 2013 rechnen. Wie das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, dürfte die Getreideernte bei einer Menge von 6,65 Millionen Tonnen liegen – das sind 170.000 Tonnen weniger als im vergangenen Jahr und entspricht einem Ernterückgang von 2,5 Prozent. Gleich um 12,8 Prozent geringer als 2013 dürfte indes die Rübenernte ausfallen. Die zu erwartende Menge von 1,26 Millionen Tonnen liegt 184.000 Tonnen niedriger als 2013. Die erwarteten Ernteerträge bei Getreide und Rüben entsprechen dagegen dem Fünf- beziehungsweise Zehn-Jahres-Durchschnitt dieser Ernten in Tschechien, ergänzt das Statistikamt.

Filmfest in Karlsbad: Filmemacher Svěrák und Švankmajer ausgezeichnet

Der tschechische Drehbuchautor, Schriftsteller und Schauspieler Zdeněk Svěrák ist beim Filmfestival in Karlovy Vary / Karlsbad für seine Verdienste um die tschechische Kinematografie geehrt worden. Svěrák wurde mit dem Preis des Festivalpräsidenten ausgezeichnet, der ihm am Donnerstag von Filmfest-Präsident Jiří Bartoška überreicht wurde. Am Donnerstag wurde außerdem der Preis der Dachorganisation internationaler Filmarchive (Fiaf) vergeben. Er ging an den tschechischen Filmemacher, Poeten, Zeichner und Objektkünstler Jan Švankmajer. Aus Anlass der Preisverleihung wurden auch zwei Streifen des 79-Jährigen gezeigt: „Možnosti dialogu“ (Möglichkeiten zum Dialog) und sein Gruselfilm „Šílení“.

Fußball: Mladá Boleslav trifft in Europa-League-Vorrunde auf Brijeg

In der zweiten Vorrunde der Fußball-Europa-League trifft der FK Mladá Boleslav kommende Woche auf Široki Brijeg. Die Bosnier setzten sich in der ersten Vorrunde durch zwei glatte Siege gegen den FK Qäbälä aus Aserbaidschan durch. Der tschechische Verein empfängt Brijeg im Hinspiel am Donnerstag kommender Woche im eigenen Stadion in Mladá Boleslav / Jungbunzlau. Das Rückspiel findet eine Woche später in Bosnien-Herzegowina statt.

Das Wetter am Samstag, 12. Juli

Nach der Auflösung von örtlichen Frühnebelfeldern ist es am Samstag in Tschechien zunächst meist heiter. Am Nachmittag nimmt die Bewölkung zu, in Böhmen bleibt es meist trocken, in Mähren und Schlesien sind vereinzelt Schauer oder Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius, in Lagen ab 1000 Meter werden maximal 15 Grad Celsius erreicht.