Täglicher Nachrichtenüberblick

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Vietnam hilft Tschechien im Kampf gegen Drogenkriminalität

Im Kampf gegen die Drogenkriminalität erhält Tschechien Hilfe aus Vietnam. Polizisten aus dem südostasiatischen Land werden zu jeweils dreimonatigen Aufenthalten in Prag erwartet. Das vereinbarte der tschechische Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) am Montag mit seinem vietnamesischen Amtskollegen Nguyen Thai Binh. Die Beamten sollen helfen, in die Kreise asiatischer Drogenbanden einzudringen. Kriminelle Banden stellen in Tschechien in großen Mengen die gefährliche Droge Crystal Meth her und schmuggeln sie auch über die Grenze nach Deutschland. Der Staat habe das Problem bislang verschlafen, räumte Chovanec ein.

Die beiden Minister wollen im Herbst noch weitere Übereinkommen treffen. So soll Chovanec dann in Vietnam ein Abkommen unterschreiben, damit in Tschechien verurteilte vietnamesische Bürger ihre Haftstrafen in ihrer Heimat absitzen.

Tschechischer Staat bekundet Interesse an Kauf des Kohleunternehmens OKD

Der tschechische Staat könnte unter Umständen das Kohleunternehmen OKD kaufen. Sollte der jetzige Eigner New World Resources die Firma zum Verkauf anbieten, würde die derzeitige Regierung ernsthaft über einen Erwerb von OKD nachdenken müssen, sagte Industrie- und Handelsminister Jan Mládek am Montag gegenüber dem Tschechischen Fernsehen. Laut dem Sozialdemokraten wolle das Kabinett erreichen, dass das Kohleunternehmen mit rund 14.000 Beschäftigten weitere zehn Jahre in Betriebe bleibe.

New World Resources hatte vergangene Woche angekündigt, einen Verkauf von nicht-profitablen Tochterfirmen vorzubereiten; dazu soll auch OKD gehören. Das Kohleunternehmen unterhält vier Bergwerke, darunter die Steinkohlegrube Paskov im Mährisch-Schlesischen Kreis, die bereits jetzt vom Staat subventioniert wird.

Großbritannien macht KGB-Akten zugänglich, u.a. zum „Prager Frühling“

Die britischen Behörden haben Akten des ehemaligen sowjetischen Geheimdienstes KGB zugänglich gemacht, die unter anderem den „Prager Frühling“ von 1968 und den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei betreffen. Die Dokumente hatte der Ex-Geheimdienstler Wassili Mitrochin 1992 nach Großbritannien geschmuggelt. Das sogenannte Mitrochin-Archiv ist eine Sammlung handschriftlicher Notizen, die der frühere KGB-Oberst im Verlauf von 30 Jahren Dienst angefertigt hatte; es gilt als umfangreichstes Archiv seiner Art. Unter anderem befinden sich dort Aufzeichnungen über die Infiltration von Undercover-Agenten in die damalige Tschechoslowakei, die auf die wichtigsten Kräfte der Reformbewegung „Prager Frühling“ angesetzt wurden. Die Akten können an der Universität von Cambridge eingesehen werden.

Wachstum der Industrieproduktion in Tschechien verlangsamt sich

Das Wachstum der Industrieproduktion in Tschechien hat sich verlangsamt. Im Mai registrierte das Statistikamt nur noch einen Anstieg von 2,5 Prozent, im April hatte noch ein kräftiges Wachstum von 7,7 Prozent zu Buche gestanden. Wirtschaftsanalysten waren von dem niedrigen Wert überrascht. Im Mai sei in der Industrie damit das langsamste Wachstumstempo in diesem Jahr verzeichnet worden, sagte einer der Chefökonomen der UniCredit Bank in Tschechien. Ein solch schlechtes Ergebnis sei aber nicht erwartet worden.

Außenhandel im Mai mit Überschuss von 480 Millionen Euro

Beim Außenhandel der Tschechischen Republik wurde den vorläufigen Daten zufolge im Mai dieses Jahres ein Überschuss von 13 Milliarden Kronen (480 Millionen Euro) erzielt. Dies teilte das Tschechische Statistikamt am Montag mit.

Kreis Südböhmen schreibt Auftrag zum Betrieb von Regionalbahnen im Böhmerwald aus

Der Kreis Südböhmen schreibt einen Auftrag zum Betrieb von drei Regionalbahnen im Böhmerwald aus. Es handelt sich um die Bahnstrecken von České Budějovice / Budweis nach Černý Kříž / Schwarzes Kreuz, von Číčenice nach Nové Údolí / Neuthal und von Strakonice nach Volary / Wallern. Der Vertrag über den Betrieb der Strecken soll für 15 Jahre geschlossen werden. Der Tageszeitung Mladá fronta Dnes zufolge verspricht sich die Kreisverwaltung davon, dass der neue Betreiber einen besseren Service als bisher anbieten werde und die Verbindungen moderner und schneller würden. Der Wert des Auftrags wird auf 2,25 Milliarden Kronen (83 Millionen Euro) geschätzt.

Die staatliche Schienennetzverwaltung (SŽDC) fing im Frühjahr mit der Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Budweis und Volary an. Die Gesamtkosten für die Instandsetzung der 104 Jahre alten Bahnstrecke betragen 1,3 Milliarden Kronen (48 Millionen Euro).

Fanny Ardant und Franco Nero beim Filmfestival in Karlsbad

Die französische Filmschauspielerin und Regisseurin Fanny Ardant hat beim internationalen Filmfestival in Karlovy Vary / Karlsbad am Sonntag ihren Film „Cadences obstinées“ vorgestellt. Ardant schrieb auch das Drehbuch für den Film. Die Regisseurin sagte, in diesem Streifen wolle sie von den letzten Momenten einer Liebe erzählen. An der Filmvorstellung im Karlsbader Stadttheater nahm auch der italienische Schauspieler Franco Nero teil, der eine der Hauptrollen in Ardants Film spielt. Franco Nero wird während des Festivals zudem den Film „Un tranquillo posto in campagna“ (Das verfluchte Haus) vorstellen, der im Rahmen einer Retrospektive des Regisseurs Elio Petri aufgeführt wird.

Opernfestival „Smetanas Litomyšl“ geht zu Ende

Mit einem Konzert aus den Werken tschechischer Komponisten ging am Sonntag das internationale Opernfestival „Smetanas Litomyšl“ zu Ende. Laut Festivaldirektor Jan Pikna war dieser Jahrgang einer der erfolgreichsten überhaupt. Alle Veranstaltungen waren ausverkauft, insgesamt 27.000 Zuschauer besuchten die Konzerte und Vorstellungen. Dies waren 7000 mehr als im vergangenen Jahr.

Tschechen bei Nahrungsergänzungsmitteln Zweite in Mittel- und Osteuropa

Jeder Tscheche gibt im Schnitt jährlich umgerechnet 19 Euro für Nahrungsergänzungsmittel aus. In Mittel- und Osteuropa liegen die Tschechen damit an zweiter Stelle hinter den Slowaken; im Nachbarland werden jeweils 21 Euro pro Jahr für diese Mittel ausgegeben. Dies hat eine Umfrage in 18 Ländern Europas ergeben. An der Spitze liegen demnach die Finnen mit 64 Euro vor den Norwegern (56 Euro), am Ende hingegen die Russen und Rumänen mit sieben Euro. In Tschechien bestünde am meisten Interesse an probiotischen Produkten sowie Vitamin- und Mineralienpräparaten, so der Geschäftsführer des Tschechischen Verbandes für spezielle Lebensmittel, Bohumil Hlavatý. Insgesamt haben die Tschechen im vergangenen Jahr 200 Millionen Euro für Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben.

Tennis: Tschechische Spielerinnen verbessern sich in WTA-Weltrangliste

Die tschechischen Tennisspielerinnen haben sich nach Wimbledon in der Weltrangliste deutlich verbessert. Als Siegerin des Turniers rückte Petra Kvitová von Rang sechs auf Rang vier vor. Lucie Šafářová, die im Halbfinale Kvitová unterlegen war, verbesserte sich von Rang 23 auf 17. Für Šafářová ist dies die beste Platzierung in ihrer Karriere überhaupt. Barbora Záhlavová-Strýcová als weitere Tschechin hatte in Wimbledon die Chinesin Li-Na besiegt und war erst im Viertelfinale an Kvitová gescheitert, sie verbesserte sich auf Platz 31.

Das Wetter am Dienstag, 8. Juli

Am Dienstag ist es in Tschechien meist stark bewölkt, nur im mährischen Landesteil zunächst noch heiter. Unter den dichten Wolken kommt es zu Regenschauern und örtlich auch Gewittern. Vereinzelt sind die Gewitter unwetterartig. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 24 bis 29 Grad Celsius, in Westböhmen nur bis zu 22 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 18 Grad, in den Beskiden auch bis zu 22 Grad Celsius erreicht.