Täglicher Nachrichtenüberblick

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Bayerns Regierungschef Seehofer in Prag: Treffen mit Premier Sobotka

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der tschechische Premier Bohuslav Sobotka sind am Donnerstag in Prag zu einem Gespräch zusammengetroffen. Dabei unterzeichneten beide ein Abkommen über eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Wissenschaft. Seehofer kündigte zudem an, dass die geplante bayerische Vertretung in Prag noch in diesem Jahre eröffnet werde. Sobotka sagte, er verspreche sich von der Vertretung, dass sie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter befördere. Beide Politiker sprachen auch über die mangelnden Bahnverbindungen zwischen Prag und Nürnberg bzw. München. Seehofer sagte, die deutsche Seite habe hier „eine Bringschuld“. Der bayerische Ministerpräsident versprach, sich für eine Aufnahme der Verbindungen in den Bundesverkehrswegeplan einzusetzen.

Nach seinem Treffen mit Premier Sobotka führte Horst Seehofer auch Gespräche mit Finanzminister Andrej Babiš und Kulturminister Daniel Hermann.

Premier Sobotka: Bild Tschechiens im Ausland hat sich verbessert

Premier Bohuslav Sobotka glaubt, dass sich das Bild Tschechiens im Ausland unter seiner Regierung deutlich verbessert habe. Dies sagte der Sozialdemokrat in einem Gespräch für die Presseagentur ČTK. Sobotka wandte sich dabei gegen die Kritik, die an der Verbesserung der Beziehungen zu China geäußert wurde. Sein Mitte-Links-Kabinett wende sich damit keinesfalls von der Menschenrechtspolitik des früheren Staatspräsidenten Václav Havel ab, so der Regierungschef. Zudem gehöre eine aktive Exportpolitik zu den „nationalen tschechischen Interessen“. Um aber die eigenen Interessen durchzusetzen, brauche sein Land zuverlässige Verbündete vor allem in Europa, sagte Sobotka.

Prag und Peking haben im Frühjahr einen Vertrag geschlossen, dass Tschechien die Politik eines einheitlichen Chinas anerkenne und die Unabhängigkeit Tibets nicht unterstütze. Ex-Präsident Havel hatte sich bis zu seinem Tod vor zweieinhalb Jahren immer für die Rechte der Tibeter eingesetzt.

Seehofer würdigt Prager Ausstellung zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Im Rahmen seines zweitägigen Arbeitsaufenthaltes in Prag hat der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer am Donnerstag die neu eröffnete internationale Wanderausstellung „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“ besucht. Seehofer ließ sich unter fachkundiger Leitung zusammen mit dem tschechischen Kulturminister Daniel Herman durch die Schau im Schloss Belvedere auf der Prager Burg führen. Begleitet wurde die Delegation von Tomáš Jelínek, dem Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Jelínek sagte, die feierliche Eröffnung der Ausstellung unter Teilnahme zahlreicher Überlebender habe gezeigt, wie nahe den Menschen dieses Thema noch heute sei und welche Bedeutung die Anerkennung für die Opfer habe.

Über 20 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus nahezu ganz Europa wurden in das nationalsozialistische Deutschland und die besetzten Länder verschleppt, um dort als „Fremdarbeiter“, Kriegsgefangene oder Häftlinge von Konzentrationslagern Zwangsarbeit zu leisten; darunter waren bis zu 600.000 Tschechen.

Filmfestival Karlsbad: Jüdische Vertreter kritisieren Auszeichnung für Mel Gibson

Die geplante Ehrung des Hollywood-Schauspielers Mel Gibson mit dem Karlsbader Kristallglobus für sein Lebenswerk hat für Kritik gesorgt. Die Föderation der jüdischen Gemeinden in Tschechien zeigte sich in einer Erklärung beunruhigt. Das Filmfestival in Karlovy Vary / Karlsbad drohe zu einer Plattform für „feindliche, xenophobe und antisemitische Meinungen“ zu werden, teilte der Vorsitzende der Vereinigung, Petr Papoušek am Donnerstag in Prag mit. Papoušek kritisierte, dass Gibsons Film „Die Passion Christi“ (2004) Juden als böse und blutrünstige Wesen darstelle, die für den Tod Jesu verantwortlich gewesen seien.

Der 58 Jahre alte Gibson soll den Kristallglobus am Freitag bei der Eröffnungsfeier des internationalen Filmfestivals persönlich entgegennehmen. Das Festival vergebe „keine Auszeichnung für Moral, sondern für Kunst“, sagte Festivalpräsident Jiří Bartoška. Gibson habe sich als Gewinner von zwei Oscars um die Kinematographie verdient gemacht.

Oberster Gerichtshof klassifiziert Tacho- Manipulation als Betrug

Der Oberste Gerichtshof hat die Manipulation von Tachoständen bei Gebrauchtwagen als Betrug klassifiziert. Dies gelte bei einem Schaden für den Käufer ab 5000 Kronen (185 Euro), gab ein Sprecher des Gerichts am Donnerstag bekannt. Die rechtliche Klassifikation gilt als Richtschnur für andere Gerichte, die Polizei und die Staatsanwaltschaft. Laut der Handelsinspektion sollen im vergangenen Jahr in Tschechien die Tachos bei rund 38 Prozent der verkauften Gebrauchtwagen manipuliert worden sein. Industrie- und Handelsminister Jan Mládek hat bereits angekündigt, gegen das Problem vorgehen zu wollen. Dazu müssten aber auch die Gesetze geändert werden, sagte Mládek. Bisher können die Dienste zur Manipulation von Tachometern zum Beispiel straffrei im Internet angeboten.

Rechteinhaber an „Opencard“ verklagt Stadt Prag und Verkehrsbetriebe

Die Stadt Prag und die Verkehrsbetriebe der Stadt sind in einem Streit um die Rechte an der elektronischen Bürger- und ÖPNV-Karte „Opencard“ verklagt worden. Die Firma eMoneyServices, die die Rechte an der Karte besitzt, fordert die Begleichung von Schulden. Die Verbindlichkeiten der Stadt liegen angeblich bei 40 Millionen Kronen (1,5 Millionen Euro) und die der Verkehrsbetriebe bei 30 Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro). Die Schulden sollen sich laut eMoneyServices auf die Rechte an bereits ausgegebenen Karten beziehen.

Stadt und Firma streiten bereits seit einigen Wochen über den weiteren Betrieb der Opencard. Die Führung Prags möchte die Rechte an der Karte erwerben. Der Stadtrat hat dafür sowie zur Begleichung der Schulden eine Geldsumme bereitgestellt. Allerdings liegt diese deutlich unter den Forderungen der Firma.

Goethe-Institut Prag offiziell als Ausbildungsinstitution für Deutschlehrer anerkannt

Das Goethe-Institut in Prag ist vom tschechischen Bildungsministerium offiziell als Ausbildungsinstitution für Deutschlehrer anerkannt worden. Damit könne man nun die Aktivitäten im Bereich der Ausbildung von Pädagogen verstärken, sagte Instituts-Leiter Berthold Franke. Konkret gilt diese sogenannte Akkreditierung durch das Bildungsministerium für das Programm „Deutsch Lehren Lernen“. Im September startet am Goethe-Institut ein neuer Zyklus dieses Programms.

Beim Zentralabitur in diesem Jahr war eine große Zahl tschechischer Schüler an der Deutschprüfung gescheitert. Über 21 Prozent der Abiturienten bestanden in diesem Fach nicht.

Vorverkauf beim Filmfestival Karlsbad beginnt

Für das 49. Internationalen Filmfestivals in Karlovy Vary / Karlsbad hat am Donnerstag der Kartenvorverkauf begonnen. Mehrere hundert Kinofans warteten bereits in den frühen Morgenstunden auf die Öffnung der ersten Kassen. Ab Freitag sollen für den Ticketverkauf insgesamt 34 Kassen offen sein, teilten die Veranstalter mit. Rund zehn Prozent der Karten sind bereits im Vorverkauf reserviert worden. Insgesamt werden von Freitag bis zum Sonntag kommender Woche 190 Filme in der westböhmischen Kurstadt zu sehen sein. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 128.000 Zuschauer zu den Vorführungen gekommen.

Bob Dylan spielt vor 6000 Besuchern in Prag

Bob Dylan ist am Mittwochabend zum dritten Mal in Prag aufgetreten. Bei seinem Konzert in der O2-Arena spielte der legendäre Musiker und Sänger vor insgesamt 6000 Menschen. Im Mittelpunkt von Dylans Auftritt in der tschechischen Hauptstadt standen Songs von seinem jüngsten Studioalbum „Tempest“. Das Konzert beendete der 73 Jahre alte US-Amerikaner mit einer nur schwer erkennbaren Version seines Welthits „Blowin´ in the Wind“ von 1962. Zuletzt war Bob Dylan vor vier Jahren in Tschechien aufgetreten.

Tennis: Kvitová nach Sieg gegen Landsfrau Šafářová im Finale von Wimbledon

Tennisspielerin Petra Kvitová hat beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon das Finale erreicht. Die Tschechin setzte sich im Halbfinale gegen ihre Landsfrau Lucie Šafářová durch, Kvitová gewann mit 7:6 und 6:1. Es sei ein schwieriges Spiel gewesen, weil Lucie Šafářová eine gute Freundin von ihr sei, sagte die 24-Jährige bei der anschließenden Pressekonferenz. Dank des Erfolgs die Wimbledon-Siegerin von 2011 zum zweiten Mal in ihrer Karriere im Endspiel des Rasen-Tennisturniers von London. Zudem ist der Weltranglisten-Sechsten ein Preisgeld von rund 1,1 Millionen Euro sicher. Ihre Final-Gegnerin ist die Kanadierin Eugenie Bouchard.

Das Wetter am Freitag, 4. Juli

Am Freitag ist es in Tschechien erneut schön bei steigenden Temperaturen. Unter heiterem Himmel liegen die Tageshöchstwerte zwischen 27 und 31 Grad Celsius. Gegen Abend ziehen in Westböhmen dann Wolken auf, mit vereinzelt Schauern und Gewittern. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 21 Grad, im Böhmerwald 24 Grad Celsius erreicht.