Täglicher Nachrichtenüberblick

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Zeman: Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident ist gute Wahl

Tschechiens Staatspräsident Miloš Zeman hält die eventuelle Nominierung des luxemburgischen Ex-Premiers Jean-Claude Juncker für den neuen EU-Kommissionspräsidenten für eine gute Wahl. Zeman führte es in der Sendung Gespräche aus Lány des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks am Sonntag an. Juncker sei ein guter Professioneller, den er hoch schätze, sagte Zeman. Er äußerte seine Hoffnung, dass die neue Kommission Änderungen in der EU in Gang setzen werde. Das tschechische Staatsoberhaupt wiederholte außerdem seine Kritik daran, dass der Europäischen Union eine gemeinsame Außenpolitik fehle.

Hunderte Menschen gedenken der Vernichtung von Ležáky vor 72 Jahren

Hunderte Menschen haben am Sonntag der Vernichtung des ostböhmischen Dorfes Ležáky durch die Nazis vor 72 Jahren gedacht. Der Gedenkakt unter der Anwesenheit von Staatspräsident Miloš Zeman fand am Denkmal für das zerstörte Dorf statt. Den Tschechen habe ein Genozid seitens des Nazideutschlands gedroht, sagte Zeman bei diesem Anlass. Er hob die schwierige Lage der Widerstandskämpfer hervor: Sie hätten eine fast völlige Sicherheit gehabt, dass sie ums Leben kommen würden. Er möchte seinen tiefen Respekt vor diesen Widerstandskämpfer bekunden, führte Zeman an. An Stelle des Dorfes Ležáky möchte er daran erinnern, dass man für die Freiheit kämpfen müsse, dass die Freiheit den Mut fordere, im Kampf zu sterben, so Zeman weiter.

Dorf Ležáky wurde am 24. Juni 1942 durch die Nazis niedergebrannt. Die Ruinen der Gemeinde wurden beseitigt. Alle 41 erwachsenen Bewohner des Dorfes wurden hingerichtet. Elf Kinder wurden später im Vernichtungslager Chelmno vergast.

OB Hudeček wurde als Top-09-Spitzenkandidat für Kommunalwahl in Prag bestätigt

Der amtierende Prager Oberbürgermeister Tomáš Hudeček wird Spitzenkandidat der Partei Top 09 für die bevorstehende Kommunalwahl in Prag sein. Seine Kandidatur wurde am Sonntag vom Kreisausschuss der Partei bestätigt. Ein Teil der Ausschussmitglieder forderte, Hudeček aus der Kandidatenliste wegen der gegen ihn erhobenen Anklage im Zusammenhang mit dem Projekt Opencard zurückzuziehen. Schließlich stimmte allerdings die Mehrheit für ihn. Die Wahlen werden Anfang Oktober stattfinden.

Die Partei Top 09 hat bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2010 unter der Leitung des damaligen Zentralbankgouverneurs Zdeněk Tůma in der Metropole gesiegt. Dennoch haben nach der Wahl die Bürgerdemokraten (ODS) und die Sozialdemokraten (CSSD) eine Koalition im Magistrat geschlossen. Seit dem Zerfall der Koalition im November 2011 regiert die Top 09 in der Hauptstadt.

Umweltminister Brabec: Tschechien verliert 740 Mio. Euro aus dem EU-Programm Umwelt

Die Tschechische Republik schafft es nicht, Fördergelder in Höhe von etwa 20 Milliarden Kronen (ca. 740 Millionen Euro) aus dem EU-Programm Umwelt zu schöpfen. Umweltminister Richard Brabec (Ano) führte es in einer Diskussionssendung des TV-Senders Prima am Sonntag an. In der laufenden Förderungsperiode standen Tschechien insgesamt 137 Milliarden Kronen (ca. 5 Milliarden Euro) zur Verfügung, informierte Minister Brabec. Ihm zufolge habe gedroht, dass der Verlust noch höher sein werde. Das Ministerium bemühe sich, den Ausfall durch Unterstützung von schnellen Projekten zu vermindern, für die zum Beispiel keine Bauprojektvorbereitung erfordern, so Brabec.

Forscher fordert Abtreibung von schwer behinderten Kindern

Ein wissenschaftlicher Beitrag über die Abtreibung von behinderten Kindern hat in Tschechien große Empörung ausgelöst. Der Jurist und Professor Miroslav Mitlöhner hatte geschrieben, dass das Gesetz Ärzten die Abtreibung von sehr schwer behinderten Embryos erlauben sollte - und das notfalls auch ohne Einwilligung der Eltern. Sozialministerin Michaela Marksova kündigte an, Mitlöhner aus dem wissenschaftlichen Beirat ihres Ministeriums ausschließen zu wollen. Der Behindertenverband zeigte sich empört. Als „nazistisches Gedankengut“ verurteilte der Vorsitzende des Verbands, Václav Krása, die Überlegungen Mitlöhners.

Der in der „Zeitschrift für Medizinrecht und Bioethik“ veröffentlichte Beitrag ist nicht neu. Inzwischen wurde bekannt, dass er bereits in den 1980er Jahren schon einmal wortgleich publiziert wurde. Der 78-Jährige hat seine Stelle als Leiter des Instituts für Sozialarbeit an der Universität Hradec Kralove (Königgrätz) bereits niedergelegt. Elf Mitarbeiter des Instituts distanzierten sich öffentlich von seinen Äußerungen. Mitlöhner selbst weist die Vorwürfe zurück und will weiter an der Hochschule lehren.

Kanuslalom-Weltcup in Prag: Drei Medaillen für Tschechien

Die tschechischen Kanutinnen Kateřina Kudějová und Štěpánka Hilgertová haben am Sonntag zwei Medaillen beim Kanuslalom-Weltcup in Prag geholt. In der Disziplin Einer-Kajak der Frauen belegte Kudějová den zweiten, Hilgertová den dritten Platz. Es siegte die deutsche Europameisterin Ricarda Funk. Die 46-jährige Štěpánka Hilgertová hat sich in diesem Jahr zum 28. Mal in der Reihe für Teilnahme im Repräsentationsteam nominiert. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille schaffte sie nach vier Jahren wieder eine Podestplatzierung und wurde zur ältesten Medaillenträgerin in der Geschichte des Kanuslaloms.

Am Samstag hat der zweifache Europameister Jiří Prskavec den zweiten Platz im Kajak-Einer der Männer erkämpft. Er wurde vom Olympia-Dritten Hannes Aigner aus Deutschland beschlagen.

Beachvolleyball: Kolocová /Sluková siegen bei Grand-Slam in Berlin

Die Tschechinnen Kristýna Kolocová a Markéta Sluková haben am Sonntag beim Beachvolleyball-Grand-Slam in Berlin gesiegt. Im Finale bezwangen sie das brasilianische Duo Maria Antonelli und Julia Da Silva mit 2:1 (21:14, 18:21, 15:12). Kolocová/Sluková schafften damit die bisher beste Platzierung in ihrer Karriere. In dieser Saison triumphierten sie zum zweiten Mal, vor einem Monat siegten sie bei einem Open-Turnier in Prag.