Täglicher Nachrichtenüberblick

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Grünen-Politiker Horáček erhält Karls-Preis der Landsmannschaft

Der tschechisch-deutsche Grünen-Politiker und Menschenrechtler Milan Horáček hat den Karls-Preis der Sudetendeutschen Landsmannschaft erhalten. Der frühere Bundestags- und Europaabgeordnete habe sich seit jeher für die deutsch-tschechische Verständigung eingesetzt, begründete der Sprecher der Sudetendeutschen, Bernd Posselt (CSU), am Samstag in Augsburg die Auszeichnung. Stets sei Horáček dabei gegen die Verharmlosung des Kommunismus und für den Vorrang der Menschenrechte eingetreten. Posselt strich zudem heraus, dass sich Milan Horáček immer auch für die Belange der Sudetendeutschen eingesetzt habe. Horáček sagte in seiner Dankesrede unter anderem, er wünsche sich, dass das Pfingsttreffen der Sudetendeutschen auch einmal in Cheb / Eger, Ústí nad Labem / Aussig oder Liberec / Reichenberg möglich würde.

Der 67-jährige Horáček wurde in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Nach der Invasion der Warschauer-Pakt-Truppen und der Niederschlagung des Prager Frühlings floh er aus seiner Heimat und ließ sich in der Bundesrepublik nieder. Er studierte in Frankfurt am Main und gehörte zu den Gründern der Grünen.

Außenminister Zaorálek bei Amtseinführung von ukrainischem Präsidenten

Außenminister Lubomír Zaorálek hat als Gast an der Amtseinführung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Kiew teilgenommen. Das neue Staatsoberhaupt des osteuropäischen Bürgerkriegslandes legte am Samstag im ukrainischen Parlament den Amtseid nieder. Der tschechische Präsident Miloš Zeman hatte sich aus „Arbeitsgründen“ von der Teilnahme an der Zeremonie entschuldigen lassen. Zu den weiteren internationalen Gästen in Kiew zählten die Bundespräsidenten Deutschlands und Österreichs, Joachim Gauck und Heinz Fischer, US-Vizepräsident Joe Biden und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. Russland war nur durch seinen Botschafter vertreten.

Petro Poroschenko hatte im Mai bei vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in der ersten Runde bereits gesiegt. Die Wahlen waren abgehalten worden, nachdem Wiktor Janukowitsch im Februar als Staatsoberhaupt abgesetzt worden war.

Premier Sobotka will höhere Verteidigungsausgaben für 2015

Premier Bohuslav Sobotka will die Verteidigungsausgaben Tschechiens im kommenden Jahr gegenüber den ursprünglichen Plänen erhöhen. Bei einer Militärparade in Westböhmen nannte der Sozialdemokrat die Gesamtsumme von 43,5 Milliarden Kronen (1,6 Milliarden Euro). Die bisherigen Planungen sehen rund zwei Milliarden Kronen weniger vor. Sobotka sagte, dass die tschechische Armee mit ihrer bisherigen finanziellen Ausstattung nicht ihre Nato-Verpflichtungen erfüllen könne. Deswegen sollte sein Regierungskabinett den Rückgang bei den Verteidigungsausgaben stoppen.

Der Leiter des Generalstabs der tschechischen Armee, Petr Pavel, hält die Erhöhung der Ausgaben indes nicht für ausreichend. Allein um den Status quo zu halten, seien 50 Milliarden Kronen (1,85 Milliarden Euro) im Jahr nötig, so Pavel. Derzeit liegt der Verteidigungshaushalt hierzulande bei rund einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Nato fordert aber eine Höhe von zwei Prozent des BIP.

Gemeinden beantragen halbe Milliarde Kronen für Behebung von Hochwasserschäden

Tschechische Städte und Dörfer haben beim Verkehrsministerium weitere 467 Millionen Kronen (ca. 17 Millionen Euro) beantragt, um Schäden des Hochwassers vom Juni vergangenen Jahres zu beheben. Insgesamt haben sich 129 Gemeinden des Landes in der zweiten Antragswelle gemeldet. Mit dem Geld können sie Straßen, Brücken oder Bürgersteige ausbessern, sagte ein Ministeriumssprecher. Im vergangenen Jahr hatte das Ressort im ersten Hilfsgeldverfahren bereits eine fast ähnlich hohe Summe an Gemeinden ausgezahlt. Das Verkehrsministerium hält noch bis Ende 2016 in einem speziellen Fonds Hilfsgelder bereit.

Meinungsumfrage: Finanzminister Babiš immer beliebter

Finanzminister Andrej Babiš wird bei den tschechischen Bürgern immer beliebter. In der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Stem über den populärsten Politiker hierzulande liegt der Chef der Partei Ano mit 66 Prozent Zustimmung unangefochten auf Platz eins. Er konnte damit um vier Prozentpunkte zulegen. Um zwei Plätze verbesserte sich Babišs Parteikollege Martin Stropnický: Der Verteidigungsminister rangiert mit 57 Prozent Zustimmung an zweiter Position. Es folgen der Minister für Menschenrechte und Gleichstellung Jiří Dienstbier mit 55 Prozent sowie Premier Bohuslav Sobotka (beide Sozialdemokraten) mit 51 Prozent.

Stem hatte die repräsentative Umfrage in der Zeit zwischen 20. und 27. Mai durchgeführt.

Tag der offenen Tür beim Tschechischen Rundfunk

Der Tschechische Rundfunk hatte am Samstag seine Pforten für Besucher geöffnet. Acht Stunden lang konnten interessierte Radiohörer sich sowohl die Studios in Prag als auch im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau ansehen. Dabei bestanden unter anderem Möglichkeiten, mit Moderatoren zu sprechen, ein eigenes kleines Hörspiel aufzunehmen oder sich einer Führung durch die Räumlichkeiten anzuschließen.

Im Rahmen des Tages der offenen Tür versuchen zudem zwei Moderatoren des Hauptnachrichtenkanals Radiožurnal, einen Rekord im Dauermoderieren aufzustellen. Dabei führen sie 52 Stunden lang ununterbrochen Interviews. Durchhalten müssen sie dabei noch bis Sonntag, 19 Uhr.

Vierwöchiges Kulturfestival in Marienbad

In der westböhmischen Kurstadt Mariánské Lázně / Marienbad hat ein vierwöchiges Kulturfestival begonnen. Bis zum 6. Juli sind dabei jeden Tag mehrere Veranstaltungen geplant; das Programm reicht von Konzerten, über Ausstellungen und Theateraufführungen, bis zu einem Foto-Workshop und einem Pétanque-Turnier. Hauptort des Festivals mit dem Titel „Kulturní ozdravení“ (Kulturelle Heilung) ist die Kolonnade der Ferdinandquelle. Laut den Plänen der Stadt soll die vierwöchige Veranstaltung zu einem festen Event im Kulturkalender werden.

Das Wetter am Sonntag, 8. Juni

Am Sonntag ist es in Tschechien weiterhin wolkenlos oder heiter. Es wird sehr heiß bei Höchstwerte zwischen 29 und 33 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 23 Grad Celsius erreicht, im Böhmerwald bis 27 Grad Celsius.