Täglicher Nachrichtenüberblick

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Präsident Zeman bewertet Arbeit der Regierung positiv

Präsident Miloš Zeman hat in einem Diskussionsprogramm des Tschechischen Fernsehens am Sonntag die bisherige Tätigkeit der Regierung unter dem Sozialdemokraten Bohuslav Sobotka bewertet. Er lobte sie für ihr Vorhaben, die Renten zu valorisieren und das Geburtsgeld beim zweiten Kind einzuführen. Weiter äußerte er seine Zufriedenheit, dass das Kabinett Fortschritte bei der Arbeit am Beamtengesetz gemacht habe. Dagegen kritisierte das Staatsoberhaupt, dass die Regierung die Annahme des Gesetzes über sozialen Wohnungsbau verzögere. Präsident Zeman will die Regierung immer wieder dazu auffordern, staatliche Ausgaben im Bereich der Investitionen zu erhöhen, führte er an. Er vertritt langfristig die Meinung, Tschechien solle durch Investitionen aus der Krise geraten. Zeman wird am 16. Juli an der Kabinettssitzung persönlich teilnehmen, teilte er weiter mit.

Bilanzbericht 2013: Europäischer Gerichtshof fällt 8 Urteile gegen Tschechien

Der Europäische Gerichtshof in Straßburg hat im vergangenen Jahr insgesamt acht Urteile gegen die Tschechische Republik gefällt. Ihm zufolge habe die Tschechische Staat in acht Fällen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen. 16 Beschwerden aus Tschechien wurden vom Gericht als unakzeptabel bezeichnet, in zwei Fällen hat der Gerichtshof zugunsten der Tschechischen Republik entschieden. Es folgt aus einem Bilanzbericht, den die tschechische Justizministerin in der bevorstehenden Woche der Regierung vorlegen wird.

Der tschechische Staat wurde unter anderem wegen erniedrigender Behandlung eines Inhaftierten verurteilt. Dabei ging es um einen Fall aus dem Jahr 2010: ein betrunkener Mann aus Aš / Asch soll in Polizeigewahrsam misshandelt worden sein, indem ihn die Polizisten an die Wand gefesselt haben sollen. Bei weiteren Urteilen ging es um Verstöße gegen das Recht auf Freiheit und Sicherheit der Person, das Recht auf ein faires Verfahren sowie Prinzipien des Eigentumsschutzes.

Die Tschechische Republik werde als ein üblicher Vertragsstaat betrachtet, der nicht aus der Reihe falle und in der letzten Zeit keine größere Belastung für das Gericht wegen hoher Zahl an Beschwerden bedeute, heißt es im Bericht.

Empfehlungen der EU-Kommission: Tschechien habe keinen großen Fortschritt erreicht

Die EU-Kommission veröffentlicht am Montag ihre Empfehlungen für einzelne EU-Mitgliedsstaaten in Bezug auf ihre nationalen Reformprogramme. Nach Angaben des Nachrichtenportals novinky.cz vom Sonntag werden sich die Vorwürfe gegen die Tschechische Republik nicht von denen vom letzten Jahr wesentlich unterscheiden. Tschechien habe in der Umsetzung der von Brüssel geforderten Reformen keinen großen Fortschritt gemacht. Grund dafür sei unter anderem das unstabile politische Milieu im Lande. Die Union kritisiere Probleme mit der Annahme des Beamtengesetzes und mit der Nutzung der Finanzen aus den EU-Förderfonds, schreibt novinky.cz. Die Kommission könne allerdings empfehlen, das Verfahren zu beenden, das gegen Tschechien wegen des übermäßig hohen Haushaltsdefizits seit 2009 geführt wird. Das Haushaltsdefizit erreichte damals fast das Doppelte der erlaubten Höhe.

30. internationaler Kongress der Hebammen beginnt in Prag

In Prag wurde an diesem Sonntag der 30. internationale Kongress der Hebammen eröffnet. Veranstaltet wird er von der Internationalen Konföderation der Hebammen (ICM). Etwa 4.000 Delegierte treffen sich bis zum 5. Juni im Prager Kongress-Zentrum zu Vorträgen und Workshops. Bereits am Samstag haben die Teilnehmerinnen ein Konzert auf der Kampa-Insel im Stadtzentrum organisiert. Mehrere hundert Hebammen sangen gemeinsam Lieder. Dabei handelte es sich um einen Versuch, in das Rekordbuch eingetragen zu werden. Während des Konzerts wurde auch eine Unterschriftensammlung organisiert, mit der man eine bessere Ausbildung für Hebammen in Tschechien und eine Aufklärungsarbeit über ihre Tätigkeit gefordert hat.

„Das Land der schwarzen Pharaonen“: Ausstellung in Prag zeigt archäologische Fundstücke aus Sudan

Das Nationalmuseum in Prag zeigt eine einzigartige Ausstellung unter dem Namen „Das Land der schwarzen Pharaonen“. Im Náprstek-Museum, einer Abteilung des Nationalmuseums für Kulturen Asiens, Afrikas und Amerikas, werden Fundstücke der Ausgrabungsforschungen im Sudan präsentiert, die tschechische Archäologen vor allem in der Ruinenstätte Wad ben Naga geführt haben. Sie belegen das Leben im altertümlichen Nubien. Viele der einzigartigen Gegenstände hätten noch nie das Gebiet Sudans verlassen, führte Generaldirektor des Nationalmuseums Michal Lukeš an. Unter den ausgestellten Stücken sind zum Beispiel ein wertvoller Altar mit ägyptischen und meroitischen Hieroglyphen sowie die Statuen von Amon und Mun aus dem Sudanischen Nationalmuseum in Khartum. Sie wurden von der tschechischen Expedition Ende des Jahres 2013 im Tempelkomplex Typhonia entdeckt. Darüber hinaus sind in der aktuellen Ausstellung auch wertvolle Exponate aus den Sammlungen weiterer europäischer Museen zu sehen. So wird in Prag zum ersten Mal auch der Goldschatz der Königin Amanischacheto aus dem Ägyptischen Museum in Berlin gezeigt. Die Ausstellung dauert bis zum 12. Oktober.

90. Todestag Franz Kafkas: Švanda-Theater in Prag inszeniert „Die Verwandlung“

Am 3. Juni jährt sich der Todestag von Franz Kafka zum 90. Mal. Das Švanda-Theater in Prag hat zu diesem Anlass eine neue Dramatisierung von Kafkas Prosa „Die Verwandlung“ einstudiert. Die Uraufführung fand am Samstagabend statt. Grundlage der groteskartigen Theateradaptierung war nicht nur die bekannte Novelle, sondern auch Kafkas „Brief an den Vater“. Hauptthema des Theatertextes vom Regisseur Dodo Gombár und der Dramaturgin Lucie Kolouchová ist der Zerfall der Familie.

Diamond-League: Podestplatzerungen für Speerwerfer Veselý und Stabhochsprung Kudlička

Der tschechische Speerwerfer Vítězslav Veselý hat beim Diamond-League-Meeting in Eugene (USA) den Sieg erreicht. In der dritten Serie hat er sich mit einer Leistung von 83,75 Andreas Thorkildsen besiegt und den ersten Rang belegt. Veselý steht nach zwei Rennen an der Spitze der prestigevollen athletischen Serie.

Den Podestplatz erreichte auch der tschechische Stabhochspringer Jan Kudlička. Mit einem Sprung in Höhe von 563 Zentimetern beim zweiten Versuch erkämpfte den Rang drei.