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Krim-Krise: Außenminister der Visegrad-Gruppe treffen sich mit Steinmeier

Die Außenminister der vier Visegrad-Staaten Tschechien, Polen, Ungarn und Slowakei wollen am Donnerstag mit ihrem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier über die Lage in der Ukraine beraten. Laut dem tschechischen Außenminister Lubomír Zaorálek soll bei dem Treffen in Budapest auch über das angestrebte Assoziierungsabkommen der ukrainischen Übergangsregierung mit der EU gesprochen werden. Die Unterschrift zumindest unter den politischen Teil des Abkommens könnte entweder bereits am Montag kommender Woche erfolgen oder beim EU-Gipfel in Brüssel am 20. und 21. März.

70 Prozent der Tschechen bewerten Nato-Mitgliedschaft als positiv

Insgesamt 70 Prozent der Tschechen bewerten die Nato-Mitgliedschaft ihres Landes positiv. Dies geht aus einer Umfrage zu 15 Jahren Mitgliedschaft im Verteidigungsbündnis hervor. Tschechien war am 12. März 1999 der Nato beigetreten. Mehr als Dreiviertel der Befragten gaben zudem an, dass sie eine aktive Teilhabe des Nordatlantik-Bündnisses im Kampf gegen den Terrorismus befürworten. 58 Prozent unterstützen auch die Beteiligung tschechischer Soldaten an internationalen Missionen der Nato.

Die Umfrage wurde vom Zentrum für transatlantische Beziehungen durchgeführt, beteiligt hatten sich 1031 Menschen.

Menschenrechtsminister Dienstbier will registrierte Partnerschaft im BGB

Der tschechische Minister für Menschenrechte und Gleichberechtigung, Jiří Dienstbier, will, dass die registrierte Partnerschaft ins neue Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen wird. Genauso solle die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Partner, Kinder ihres Lebensgefährten oder ihrer Lebensgefährtin zu adoptieren, im BGB geregelt werden, sagte Dienstbier am Dienstag in Prag. Laut dem Minister sollten in der ursprünglichen Version des Gesetzbuches registrierte Partnerschaften auch verankert sein. Der frühere Justizminister Jiří Pospíšil habe die Regelung aber aus Furcht vor Konflikten mit weiteren Politikern der damaligen konservativen Regierungskoalition wieder herausgestrichen.

Das neue Bürgerliche Gesetzbuch ist Anfang dieses Jahres in Kraft getreten. Eine Revision des noch von der Vorgängerregierung erstellten Buches ist allerdings im Koalitionsvertrag der Mitte-Links-Regierung nicht vorgesehen. Besonders die Christdemokraten könnten sich gegen die von Dienstbier angestrebten Änderungen stellen.

Kreis Karlsbad: Opposition fordert, Partnerschaft mit Krim zu kündigen

Wegen der angespannten Lage auf der ukrainischen Halbinsel Krim steckt der westböhmische Kreis Karlovy Vary / Karlsbad derzeit in einem Dilemma. Mit der Halbinsel pflegt der Kreis eine regionale Partnerschaft, oppositionelle Vertreter des Kreisparlaments drängen indes auf eine Kündigung des Partnerschaftsvertrages. Man wolle die Situation auf der Krim erst noch einige Zeit verfolgen, entgegnete Kreishauptmann Josef Novotný am Montag auf diese Forderung. Die Angelegenheit könne Auswirkungen auf die außenpolitischen Beziehungen mit Russland haben, so der sozialdemokratische Politiker.

Im Jahr 2012 hatte der Kreis Karlsbad ein Memorandum über die Zusammenarbeit mit der Krim unterzeichnet, Ende vergangenen Jahres wurde dann ein Partnerschaftsvertrag unterschrieben. Vertreter der politischen Opposition im Kreis forderten vergangene Woche die Kündigung des Vertrags. Die meisten von ihnen setzen das Vorgehen Russlands auf der Krim gleich mit der sowjetischen Okkupation der Tschechoslowakei im Jahr 1968.

Spar Österreich verkauft seine Geschäfte in Tschechien an Ahold

Spar Österreich zieht sich aus Tschechien zurück. Die Einzelhandelskette verkauft seine 50 Spar- und Interspargeschäfte an die niederländische Ahold-Gruppe. Grund sind die Verluste beim Betrieb der Filialen mit insgesamt 4700 Beschäftigten. Der Wert der Standorte wird auf 192 Millionen Euro geschätzt, der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 540 Millionen Euro. Der Transaktion müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.

Spar Österreich war 1996 nach Tschechien gegangen, Ahold ist seit 1991 hierzulande auf dem Markt tätig. Der niederländische Konzern betreibt 284 Albert-Supermärkte und –Hypermärkte.

Zeitung „MfD“: Škoda will nun auch Geländewagen produzieren

Der tschechische Pkw-Hersteller Škoda Auto dürfte in naher Zukunft auch einen großen Geländewagen produzieren. Das schrieb die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“ in ihrer Ausgabe am Dienstag. Im Škoda-Werk in Kvasiny sollen dabei zwei verschiedene Typen montiert werden: ein Geländewagen für die eigene Produktpalette und einer für Seat, den spanischen Partner innerhalb des VW-Konzerns. Das Fahrzeug der Marke Škoda trage den Arbeitsnamen Snowman, schreibt das Blatt.

Mit der Produktion des Snowmans soll Ende kommenden Jahres begonnen werden, der Produktionsauftakt für den Seat-Geländewagen ist einige Monate später geplant. Nach Aussage eines Škoda-Sprechers sei allerdings noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Anderen Meldungen zufolge aber soll Tschechiens Premier Bohuslav Sobotka bei seinem Deutschland-Besuch am Freitag mit den VW-Verantwortlichen in Wolfsburg über die mögliche Produktionserweiterung bei Škoda verhandeln. Das sei eine gute Chance zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, sagte Sobotka am Sonntag im Tschechischen Fernsehen.

Jaroslav Rudiš erhält Usedomer Literaturpreis

Der tschechische Schriftsteller Jaroslav Rudiš erhält den mit 5000 Euro dotierten Usedomer Literaturpreis. Geehrt werden seine Verdienste um den europäischen Dialog. Dem Preisträger gelinge es, seine Leser in absurde Welten des tschechischen Alltags zu entführen, begründete die Jury die Wahl. Den Vorsitz der Jury hatte der Literaturkritiker Hellmuth Karasek. Rudiš verstehe es, schelmenhaft Grenzen in den Köpfen zu überwinden, gewürzt mit wunderbarer Ironie, heiß es weiter. Kürzlich erschien sein neues Buch „Vom Ende des Punks in Helsinki“ auf Deutsch.

Der Preis wird am 13. April im Rahmen der Usedomer Literaturtage verliehen. Mit ihm verbunden ist ein einmonatiger Aufenthalt auf der Insel Usedom. Die 6. Usedomer Literaturtage stehen vom 9. April an unter dem Motto „Das Buch der Geschichte enträtseln“.

Snowboard: Olympiasiegerin Samková bricht sich Knöchel

Snowboard-Olympiasiegerin Eva Samková hat sich im Training den Knöchel gebrochen. Bei den Vorbereitungen zum Weltcup der Snowboardcrosserinnen im schweizerischen Veysonnaz war die Tschechin am Dienstag schwer gestürzt. Die Untersuchungen in einer Klinik ergaben einen Bruch des linken Knöchels, eine Gehirnerschütterung sowie eine ausgekugelte Schulter. Laut einer Pressemeldung des tschechischen Verbandes dürfte die 20-Jährige aber bereits in sechs Wochen wieder genesen sein.

Eva Samková hatte bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi die Goldmedaille im Snowboardcross der Frauen gewonnen.

Eishockey: Pardubice und Vítkovice siegreich in den Play-offs

Zum Auftakt der Pre-Play-offs zur tschechischen Eishockeymeisterschaft haben sich in den beiden Partien am Montag jeweils die Gastgeber durchgesetzt. Pardubice bezwang vor eigenem Publikum den HC Slavia Prag mit 3:0, Vítkovice Steel schlug die Weißen Tiger aus Liberec mit 2:0. Die Serien werden auf drei Siege gespielt, die zweiten Begegnungen in Pardubice und Ostrava / Ostrau werden am Dienstag fortgesetzt.

Fußball: Niederländer Pastoor verpatzt sein Trainerdebüt bei Slavia Prag

In der abschließenden Begegnung des 19. Spieltags der ersten tschechischen Fußball-Liga unterlag der SK Slavia Prag am Montagabend beim FK Teplice mit 0:1. Das goldene Tor für die Gastgeber erzielte Verteidiger Jan Hošek erst kurz vor Spielende. Das Debüt des niederländischen Trainers von Slavia Prag, Alex Pastoor, ist damit fehlgeschlagen. Der 47-jährige Coach zeigte sich dennoch mit der spielerischen und taktischen Vorstellung seiner Schützlinge zufrieden. Bei besserer Chancenauswertung sei zumindest ein Unentschieden drin gewesen, so Pastoor.

Durch den Sieg ist Teplice in der Tabelle hinter Sparta Prag und Titelverteidiger Plzeň / Pilsen wieder auf Platz drei geklettert, Slavia hingegen blieb hingegen Rang 13, mit nur drei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Das Wetter am Mittwoch, 12. März

Am Mittwoch ist es in Tschechien nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder überwiegend heiter oder wolkenlos. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 11 bis 15 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden bis zu 8 Grad Celsius erreicht.