Träger des Václav-Havel-Preises Butkewytsch glaubt nicht, dass sich das Regime in Russland ändert

Der Träger des diesjährigen Václav-Havel-Preises für Menschenrechte, der ukrainische Journalist Maksym Butkewytsch, hat in Prag die Bedeutung freier Wahlen und der Menschenwürde betont.

Butkewytsch sprach am Mittwoch auf einer Konferenz in Prag, die zu seinen Ehren veranstaltet wurde. Vor allem beschrieb er die Zeit seiner russischen Gefangenschaft. Seine Ansichten hätten sich in der Zeit aber nicht geändert, betonte er. Früher habe er allerdings die Hoffnung gehabt, dass sich das Regime in Russland ändern werde, doch jetzt glaube er nicht mehr daran, erklärte Butkewytsch.

Maksym Butkewytsch | Foto: Europarat

Laut dem Journalisten hält Russland die Ukraine für seinen Bestandteil und versucht, wieder zu einem Imperium zu werden. Der Preisträger betonte, er habe in der Gefangenschaft die Möglichkeit gehabt wahrzunehmen, wie wichtig seine Nächsten für ihn seien. Er habe gedacht, bei Gewalt gehe es darum, jemanden zu verletzen, jedoch sei das Ziel vielmehr, Menschen „zu Spielzeug“ zu machen, erläuterte Butkewytsch. Seinen Worten zufolge sollen so die Menschen ihre Fähigkeit verlieren, für sich selbst zu handeln. Dann komme die körperliche Gewalt ins Spiel, und es sei einfach, das Spielzeug kaputt zu machen, hob der Journalist hervor.

Butkewytsch ist Mitbegründer des Zentrums für Menschenrechte Zmina und des Nachrichtensenders Hromadske Radio. Nach dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine im Februar 2022 meldete er sich zu den ukrainischen Streitkräften und wurde zum Kommandeur eines Zugs ernannt. Dann wurde er von den Russen gefangengenommen und zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Im vergangenen Jahr kam er bei einem Gefangenenaustausch frei.

Maksym Butkewytsch | Foto: Yevhen Kotenko,  Zuma Press / Profimedia

Der tschechische Außenminister Jan Lipavský (Wahlbündnis Spolu) bezeichnete Butkewytschs Geschichte als ein Beispiel von Mut, Entschlossenheit und Hoffnung. Lipavský würdigte zudem, dass der Menschenrechtler in der Lage war, seine tief verwurzelte Überzeugung zu ändern. Laut dem Außenminister ging Butkewytsch vom aktiven Pazifismus zur Verteidigung der Ukraine mit der Waffe in der Hand über.

Am Montag nahm Butkewytsch in Straßburg den Václav-Havel-Preis entgegen. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und wird seit 2013 vom Europarat gemeinsam mit der Václav-Havel-Bibliothek und der Stiftung der Charta 77 verliehen.

Autor: Martina Schneibergová | Quelle: ČTK
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