Tschechiens Skistar Ledecká mit neuem Service-Team: Österreicher Pichler und Grasser übernehmen

Von links: Karlheinz Pichler, Gernot Grasser und Ester Ledecká

Die Skirennläuferin und Snowboarderin Ester Ledecká hat ein neues Service-Team. Dieses stellte die Tschechin Anfang Oktober in Prag vor. Zudem hat sie die Skimarke gewechselt.

Sie ist dreifache Olympiasiegerin, doch bei den Winterspielen in diesem Jahr kam keine weitere Medaille hinzu. Nun hat Ester Ledecká für den Bereich Alpinski neue Trainer. Chef des Teams ist der Österreicher Karlheinz Pichler, genannt Charlie. Der erfahrene Coach hat zuletzt das deutsche Frauenteam angeleitet. Er stand hinter den Weltcup-Siegen von Kira Weidle-Winkelmann und auch dem zweiten Platz von Emma Aicher im Gesamtweltcup der vergangenen Saison. Über Pichler heißt es, er sei ein sehr strenger Trainer…

Ester Ledecká | Foto: Zuzana Jarolímková,  CNC / Profimedia

„Das hat mich sehr erstaunt. Ich habe mit den früheren Trainern wohl andere Erfahrungen gemacht. Und vielleicht bin ich letztlich selbst zu mir so streng, dass auch der strenge Charlie mich eher bremsen muss“, gesteht Ledecká.

Pichler selbst meinte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks, er habe das ebenfalls gehört. Doch wenn das deutsche Team unter seiner Führung solche Erfolge erzielt habe, könne das ruhig gesagt werden, so der 57-Jährige.

Beginn einer neuen Etappe

Ester Ledecká ist wiederum froh, dass sie Pichler engagieren konnte. Obwohl das bedeutet hat, das gesamte begleitende Team umzubauen. So gingen nicht nur die beiden Trainer, der Tscheche Tomáš Bank und der Südtiroler Franz Gamper, sondern auch der Physiotherapeut und die Serviceleute für Ski und Snowboard. Die Wintersportlerin:

Ester Ledecká und Franz Gamper | Foto: Profimedia

„Am Anfang war das schon komisch. Denn ich habe elf Jahre lang mit Tomáš Bank zusammengearbeitet, fünf Jahre lang mit Franz Gamper sowie drei Jahre lang mit meinem Physiotherapeuten. Da hat man sich ziemlich aneinander gewöhnt. Und nun geht eine Etappe zu Ende.“

Neu gekommen ist neben Pichler auch sein Landsmann Gernot Grasser als zweiter Trainer. Der 44-Jährige war zuletzt beim österreichischen Frauen-Abfahrtsteam und arbeitete zuvor bei der kanadischen Männer-Nationalmannschaft. Werksservicemann ist jetzt Tobias Geiger, als Physiotherapeut und Konditionstrainer fungiert der Slowene Šimon Tomeš.

Von links: Šimon Tomeš,  Ester Ledecká,  Karlheinz Pichler und Gernot Grasser | Foto: Zuzana Jarolímková,  CNC / Profimedia

Eine gemeinsame Familie

Die Zusammenarbeit hat Ledecká bereits im Frühling dieses Jahres aufgenommen. Aber der wichtigste Teil habe beim Trainingslager in Chile stattgefunden, sagt sie:

„Die Leute, die ich bisher nicht gekannt habe und mit denen ich auf einmal zusammenarbeite, müssen ein Team und eine Familie sein. Daher ist es ein riesiger Wandel. Aber ich habe sie nicht nur danach ausgesucht, dass sie jeweils gut in ihren Bereichen sind, sondern dass man mit ihnen auch Zeit verbringen kann und wir einander nicht auf die Nerven gehen.“

Außerdem hat Ledecká die Skimarke gewechselt. Anstatt Kästle ist es nun Head. Auch da hätten die neuen Trainer ihr sehr geholfen, unter anderem bei der Anpassung der neuen Skischuhe, schildert die 31-Jährige.

Snowboard ebenfalls im Blick

Doch für jedes Service-Team, das Ledecká engagiert, dürfte eines neu sein: sich auch mit ihrem Snowboardtrainer abzustimmen. Das ist weiterhin der US-Amerikaner Justin Reiter. Und die Wintersportlerin will das Snowboard in der anstehenden Saison keineswegs vernachlässigen. Im Gegenteil, eventuell könnte das bedeuten, nicht alle Speedrennen im Alpinski-Weltcup zu fahren…

„Dazu kann es durchaus kommen. Denn ich habe mich gut auf die Snowboard-Wettbewerbe vorbereitet, sodass ich mich nicht nur im Training, sondern auch bei den Rennen gut fühlen dürfte. Es ist offen“, gesteht Ledecká.

Justin Reiter  (zweiter von links) | Foto: Pavel Mazáč,  CNC / Profimedia

Und so plant sie, nicht nur beim Saisonhöhepunkt der Alpinskifahrer anzutreten – nämlich bei der WM in Crans-Montana im Februar kommenden Jahres –, sondern auch Anfang März bei der Snowboard-Weltmeisterschaft im Montafon. Die Weltcup-Saison auf Ski startet für Ester Ledecká übrigens am 11. Dezember im US-amerikanischen Beaver Creek.

Autoren: Till Janzer , Martin Charvát | Quellen: Český rozhlas , ČTK
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