Tschechisch gesagt: Institut, Institution, Konstitution
Im heutigen Sprachkurs geht es um verschiedene Einrichtungen, Anstalten, aber auch um das Grundgesetz.
Das Institut: Auch im Tschechischen ist das aus dem Lateinischen entlehnte Wort bekannt – institut. Außerdem existiert aber auch noch ein rein tschechisches Wort – ústav. Und dieses kann mehrere Bedeutungen tragen.
Die erste entspricht dem deutschen Institut. Wie zum Beispiel ein Forschungsinstitut – výzkumný ústav. Institute sind häufig Teil einer Fakultät – fakulta, einer Hochschule – vysoká škola oder einer Akademie – akademie. Die tschechische Akademie der Wissenschaften – Akademie věd besteht etwa aus mehr als 50 Instituten.
Des Weiteren steht das Wort – ústav für eine Heilanstalt – léčebna beziehungsweise Gesundheitseinrichtung – zdravotnické zařízení. Sagt man von jemandem, er gehört in eine Anstalt – patří do ústavu, ist damit eine psychiatrische Heilanstalt gemeint. Die ursprüngliche Bedeutung war aber breiter. Dies belegt eine bekannte Entbindungsklinik in Prag – Ústav pro péči o matku a dítě, also die Pflegeanstalt für Mutter und Kind.
Drittens kann – ústav eine öffentliche Institution, Organisation oder Einrichtung sein. Entsprechende Synonyme dafür sind instituce, organizace beziehungsweise zařízení. Eine solche Einrichtung wird gegründet, um sozial, kulturell oder wirtschaftlich nützliche Aktivitäten durchzuführen. Man spricht etwa von einem Geldinstitut – peněžní ústav, also einer Bank. Aus dem Kulturbereich ist in Tschechien etwa das Nationale Denkmalschutzamt zu nennen – Národní památkový ústav.
Und die vierte Bedeutung von – ústav bezieht sich auf eine Lehranstalt, dies klingt aber recht veraltet. Dementsprechend hieß eine Bildungsanstalt für Lehrer und Lehrerinnen bis Mitte des 20. Jahrhunderts – učitelský ústav.
Das Substantiv – ústav leitet sich ab vom Verb ustavit – konstituieren oder gründen beziehungsweise ustanovit – festlegen oder bestimmen. Offensichtlich ist der Zusammenhang mit – ústava, also Verfassung, Grundgesetz beziehungsweise Konstitution. Mit dem tschechischen Wort für den Mund – ústa hat es aber nichts zu tun. Auf Wiederhören! Na slyšenou!







