Tschechisch gesagt: „Mě“ / „mně“ – gleiche Aussprache, zwei Schreibweisen
Im heutigen Sprachkurs geht es um Fallstricke, die selbst Muttersprachlern Schwierigkeiten bereiten können.
Das Paar der Lautgruppen „mě“ und „mně“ ist recht tückisch. Sie haben vielleicht selbst gerade gehört, dass beides gleich klingt. Doch in manchen Fällen schreibt man nur „m“ und das „e“ mit dem Häkchen, also „m-ě“, und in anderen steckt noch ein -n- dazwischen. Da sich die Aussprache der beiden Gruppen nicht unterscheidet, müssen die Kinder intensiv lernen und viele Diktate in der Schule schreiben, um den Unterschied richtig zu beherrschen. Ein Probesatz dafür lautet: Co jsem uměl, jsem zapomněl. A to mně připomněl tamější občan Pomněnka. Die wörtliche Übersetzung lautet: „Was ich gekonnt habe, habe ich schon wieder vergessen. Und daran hat mich der dortige Bürger namens Vergissmeinnicht erinnert.“
Für die richtige Orthographie gibt es eine Regel: Wenn ein verwandtes Wort oder dasselbe Wort in einer anderen grammatischen Form ein „m“ enthält, schreibt man nur „m-ě“ ohne -n-. Bei Verben in der Vergangenheit hilft oft eine Form desselben Wortes im Präsens. Ich kann – umím, ich habe gekannt – uměl jsem. Aber es gibt auch weitere Beispiele, wie etwa das Private – soukromí, privat – soukromě.
Die Gruppe „mně“ mit -n- wird geschrieben, wenn verwandte Wörter die Gruppe -mn- beziehungsweise -men- oder -min- enthalten. Wie etwa vermuten – domnívat se und Vermutung – domněnka oder aber vergessen – zapomenout, ich habe vergessen – zapomněl jsem. Ähnliches gilt bei hat erinnert – připomněl oder aber dem Blümlein Vergissmeinnicht – pomněnka. Als Hilfe kann man das Wort Denkmal – pomník einsetzen. Ein weiteres Beispiel ist etwa das Wort bescheiden als Adjektiv – skromný und als Adverb – skromně.
„Mě“ ohne -n- findet man oft auch im Wortstamm: der Monat – měsíc, die Stadt – město oder die Veränderung – změna. Dafür gibt es leider keine Hilfe, man muss das Wort als solches einfach erlernen. Eine beliebte Falle bei Schuldiktaten ist das Wort dortig – tamější. Dieses leitet sich nämlich nicht von einem ähnlichen Wort tamní ab, sondern wird gebildet durch Anhängen des Suffixes ‑ější an das Wort dort – tam.
Ein besonderes Kapitel in Bezug auf das Thema „mě“ versus „mně“ ist das Personalpronomen ich – já und seine Deklination. Dazu aber hören Sie ein anderes Mal mehr. Auf Wiederhören! Na slyšenou!







