Tschechische Inspiration

Kutna Hora (Foto: Štěpánka Budková)

Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu einer weiteren Ausgabe von Regionaljournal. Heute werden wir Sie unter anderem über die neue Reihe im Rahmen unserer Sendung informieren sowie über einen neuen Wettbewerb, den wir für Sie vorbereitet haben. Durch die Sendung führen Sie Silja Schultheis und Dagmar Keberlova.

Telc (Foto: Archiv Radio Prag)
Für die kommenden Monate haben wir für Sie, liebe Freunde, eine neue Mini- Serie zusammengestellt. Jeweils am ersten Samstag im Monat laden wir Sie in eine Stadt der sogenannten Tschechischen Inspiration ein. Heute haben wir die Leiterin der Tschechischen Inspiration, Daniela Mandakova zum Mikrophon geholt, um mit ihr einen ersten Rundgang durch die Tschechische Inspiration zu unternehmen. Die Tschechische Inspiration ist eine Vereinigung von acht tschechischen Städten, die sich folgendes Motto gewählt haben: Die Kultur ist nicht nur in Prag. Damit ist schon viel gesagt. Und wenn wir Ihnen die Namen der beteiligten Städte verraten, bleiben keine Zweifel mehr übrig. Es gehören dazu Cesky Krumlov-Krummau, Hradec Kralove/Königsgrätz, Kutna Hora/Kuttenberg, Litomysl/Leitomysl, Policka/Politschka, Telc, Trebon/Wittingau und Jindrichuv Hradec/Neuhaus. Warum sich diese Städte zusammengeschlossen haben, erzählt nun Daniela Mandakova:

"Es sind Städte, die nicht nur durch ihre historische und architektonische Vielfalt und ihren Reichtum bekannt sind, sondern es sind gleichzeitig auch Städte, die ihren Besuchern ein breites kulturelles Angebot zur Verfügung stellen. Diese Städte haben sich im Jahre 1995 zur Tschechischen Inspiration zusammengeschlossen und das Leitmotiv war, Touristen in die Tschechische Republik einzuladen. Wir wollen sie aber eben nicht nach Prag einladen, sondern in weitere, vielleicht weniger bekannte Städte bringen, die auch sehr interessant sind."

Schloss in Litomysl (Foto: Zdeňka Kuchyňová)
Frau Mandakova erzählt, wie es zur Gründung des Verbandes kam. Drei Bürgermeister, konkret aus Cesky Krumlov, Kutna Hora und Litomysl trafen sich einst und kamen darauf, dass sie ähnliche Erfahrungen mit den Touristen haben und zwar dass die ausländischen Touristen eigentlich meistens nur Prag kennen. Und wollten dagegen etwas tun und so beschlossen sie, weitere befreundete Städte anzusprechen. Deshalb ist die Tschechische Inspiration auch nach keinem geographischen Plan zusammengestellt, die Städte sind nicht nahe beieinander gelegen. Ganz im Gegenteil, wenn Sie auf die Karte der Tschechischen Republik schauen, sind sie eher über die ganze Republik verteilt. Was die Städte damals zusammenbrachte, war eher der Willen und die Freundschaft der Bürgermeister, die sich darauf abgesprochen hatten.

Was nun also hat die Tschechische Inspiration konkret zu bieten? Daniela Mandakova antwortet:

"Das wichtigste ist - und es war auch schon bei der Gründung so- das kulturelle Angebot. In jeder der acht Städte findet eine Veranstaltung, ein Konzert, Festival, Ausstellung statt, die dort bereits zur Tradition wurden und zu denen die Besucher regelmäßig hinfahren. Ich will beispielsweise an das wunderschöne Festival der Opernmusik im ostböhmischen Litomysl erinnern. Oder für die Liebhaber der Jazzmusik das Jazz-Herbstfestival in Hradec Kralove. Diejenigen wiederum, die Theater gern haben, haben bestimmt in ihrem Kalender schon das Theaterfestival in Hradec Kralove eingetragen, ein Festival, dass von Jahr zu Jahr größer wird und langsam den Spitznamen "Das kleine tschechische Avignon" für sich in Anspruch nehmen kann. Und so könnte ich jetzt mit Cesky Krumlov oder Kutna Hora fortfahren. Die Tschechische Inspiration vereint tatsächlich das Schönste, was die tschechische Kultur den Besuchern anzubieten hat." Gut, denken Sie vielleicht, wie erfahren es aber die ausländischen Touristen, dass all dies stattfindet, und wann und wo? Dies hat die Tschechische Inspiration auf eine elegante Art und Weise gelöst, welche, sagen wir Ihnen gleich.

Policka (Foto: Archiv Radio Prag)
"Jedes Jahr entsteht ein Kulturkalender, wo die wichtigsten kulturellen Ereignisse in den jeweiligen Städten präsentiert werden. Der Kalender steht Interessierten bei unserem Geschäftspartner, dem Reisebüro Cedok, zur Verfügung, sowie in den Informationszentren der Städte. Ins Ausland gelangt er mittels der Tschechischen Zentren, die die Tschechische Republik im Ausland repräsentieren. So gibt es den Kalender eigentlich in der ganze Welt."

Wodurch unterscheidet sich hauptsächlich das Angebot in den kleineren Städten von dem Angebot der tschechischen Hauptstadt? Daniela Mandakova hierzu:

"Ich glaube, dass es vor allem eine ganz andere Umgebung bietet als die, die wir aus Prag kennen. Zum Beispiel das Festival der Folkmusik, das auf der Burg Svojanov in der Nähe von Policka stattfindet. Es ist eine einzigartige Veranstaltung, die wir in Prag nicht finden können. Es ist sehr interessant für die Touristen, dass sie die tschechische Landschaft kennen lernen, etwas ganz anderes als nur die Großstadt. Hier finden sie andere Bräuche, andere Traditionen, eine andere Landschaft und Architektur. Mit all dem sind weitere Aktivitäten verbunden, sei es nur das prosaische Fahrrad, auf dem sie durch die wunderschöne Landschaft um Litomysl und Policka radeln können.

Kutna Hora (Foto: Štěpánka Budková)
Jede Stadt bestimmt selber, mit welchen Aktivitäten sie sich jedes Jahr präsentieren will. Die meisten versuchen, ein breites Spektrum von Veranstaltungen zu bieten und genügend Raum für diejenigen zur Verfügung zu stellen, die es wünschen. Auch kleinere Veranstaltungen, die interessant sind und gut organisiert werden, bekommen ihren Raum. So erinnert Frau Mandakova beispielsweise an die Veranstaltung "Ferien in Telc", die heute ein sehr breites Publikum hat. Das Folkfestival ist bereits zur Tradition geworden, wobei es ursprünglich nur als kleinere Zusammenkunft von einigen Bands entstanden ist, die mit dem Organisator bekannt waren. Jetzt ist es eine Veranstaltung großen Ausmaßes, und sogar die Stadt Telc betrachtet es als Ehre, dass sie Mitveranstalter sein darf."

Die präsentierten Veranstaltungen sind schon große eingespielte Ereignisse unter der Beteiligung professionellen Künstlern. Wird dadurch aber nicht die halb professionelle Kultur und Kunst in diesen Städten in den Schatten gestellt? Frau Mandakova behauptet, dass dem nicht so ist:

Jindrichuv Hradec (Foto: Archiv Radio Prag)
"Ich erinnere mich an die Zeit nach der Samtenen Revolution nach 1989, da habe ich vier Jahre lang in dem Bereich der Kultur in einer der Städte, in Hradec Kralove, gearbeitet und schon damals hat es mich sehr interessiert, Amateur-Aktivitäten zu unterstützen. In Hradec ist es damals sehr gut gelungen, es ist sogar ein Zentrum der Amateurkunst entstanden, dass zu einer offiziellen Organisation geworden ist und alle Bereiche der Kunst unterstütz hat. Ich glaube, dass es der Amateurkunst in Hradec Kralove sehr gut geht. Diese Stadt erwähne ich nur deshalb, weil ich von dort komme, aber ich weiß von meinen Kollegen, dass dem auch in den weiteren Städten so ist."

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