Vor 30 Jahren: Samtene Revolution ermöglicht Nationalpark Böhmerwald

Nationalpark Böhmerwald (Foto: Aktron, Wikimedia Commons, CC BY 3.0)

Zu kommunistischen Zeiten sperrten sich die Behörden gegen die Ausrufung eines Nationalparks im Böhmerwald (Šumava). Erst nach der politischen Wende konnte das damalige Landschaftsschutzgebiet heraufgestuft werden.

Nationalpark Böhmerwald  (Foto: Jan Rosenauer,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei brachte viele Dinge ins Rollen. Eines davon war der „Nationalpark Böhmerwald“ an der vormals streng bewachten Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und zu Österreich. Zu kommunistischen Zeiten verhinderten zwei militärische Sperrgebiete seine Ausrufung. Am 20. März 1991 war es dann aber so weit.

Kar des Plöckensteinsees  (Foto: Vojtěch Ruschka)

Mit 68.000 Hektar Fläche besteht im Böhmerwald der größte der heutigen vier tschechischen Nationalparks. Er bildet einen wertvollen Naturraum. So finden sich dort teils urwaldartige Berg-Fichtenwälder, Hochmoore oder auch Karseen sowie die Quelle der Moldau. Spannend ist zudem zu beobachten, wie sich der Wald nach Schäden durch Orkane oder den Borkenkäfer selbst erneuern kann. Dies lässt sich zum Beispiel rund um die Gipfel Březník / Pürstling und Poledník / Mittagsberg sehen, aber auch in den Karen des Plešné jezero / Plöckensteinsees oder des Laka / Lackensees.

Biber  (Foto: ČT24)

Natürlich bietet der Böhmerwald auch vielen Tierarten eine Heimat. Zum Beispiel gibt es seit einiger Zeit dort wieder Elche. Schätzungen nach halten sich bis zu 15 Einzeltiere im und um den Nationalpark. Bei geführten Touren kann man sich zudem auf die Fährte von Bibern und Wölfen begeben.

Besucherzentrum des Nationalparks in Srní  (Foto: Martina Bílá)

Das Besucherzentrum des Nationalparks liegt in Srní / Rehberge. Leider hat die steigende Popularität der Gegend auch negative Begleiterscheinungen. Vor allem sind das parkende Autos auf Waldwegen, das Verlassen der gekennzeichneten Wege in den Schutzzonen, planschende Besucher in den Karseen oder achtlos weggeworfener Abfall.

Poledník / Mittagsberg  (Foto: Barbora Němcová)
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