Weihnachten in den Augen dreier Generationen

Foto: congerdesign, Pixabay / CC0

Weihnachten gilt als das schönste Fest des Jahres. Besonders für Kinder sind Heiligabend und die Weihnachtsbescherung die magischen Erlebnisse. Radio Prag hat drei Generationen Tschechinnen und Tschechen gebeten, ihre Kindheitserinnerungen an Weihnachten zu schildern. Wir bieten Einblicke in das bescheidene Weihnachtsfest in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in die Bescherung in der Zeit vor der Wende von 1989 sowie in die Weihnachtsfeier einer Familie von heute.

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Lucie Zedníčková (Foto: Michal Plšek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Fangen wir an mit der ältesten Generation. Josef Škrábek lebt heute in Prag. Vor 91 Jahren wurde er in Valeč / Waltsch nahe Karlovy Vary / Karlsbad geboren. Er entstammt einer gemischten, tschechisch-deutschen Familie. Weihnachten wurde daher zweisprachig gefeiert. Eng mit dem Fest verbunden waren Besuche bei Nachbarn und Freunden, bei denen gemeinsam gespielt und sich unterhalten wurde. „Wir gehen hutschen“, pflegte man zu sagen, wenn man zu solchen Treffen ging. Josefs Kinderjahre in der Zwischenkriegszeit waren von Armut geprägt. Dies hat sich auch in der bescheidenen Weihnachtsbescherung widerspiegelt. Als kleiner Junge hat sich Josef Škrábek daher oft die Frage gestellt: „Warum gibt das Jesuskind den Kindern der reichen Leute so viele Geschenke, und die Armen bekommen nichts?“

Lucie Zedníčková ist Schauspielerin und lebt in Prag. Sie hat ihre Kinderjahre in der kommunistischen Tschechoslowakei der 1970er und 1980er Jahre erlebt. Von besonderem Reiz waren damals Sachen und Geschenke, die aus dem Westen stammten. Das konnten Ausgaben der Jugendzeitschrift „Bravo“ oder Haarspangen.

Abschließend die heutige Jugend. Karolína Šlemrová braucht sich nicht an ihre Kindheit zu erinnern, denn sie lebt diese immer noch. Sie ist 13 Jahre alt und verbringt Weihnachten im Kreise einer großen Familie. Karolína bekommt gerne Geschenke, sie mag aber gerne auch welche verschenken. Schon lange vor Weihnachten bastelt sie eigene Geschenke. Kleinere Kinder glauben hierzulande allerdings, die Geschenke werden vom Christkind gebracht. Vor Weihnachten schreiben sie ihm daher einen Brief mit ihren Wünschen.

„Nach der Bescherung rufen wir alle aus dem Fenster ‚Danke Christkind‘. Dann schauen wir ein Weihnachtsmärchen im Fernsehen und spielen mit dem neuen Spielzeug. Ich fange oft an, ein neues Buch zu lesen. Und wir essen Weihnachtsgebäck. Ich mag Weihnachten wegen seiner Atmosphäre. Die ganze Familie trifft zusammen, und alle haben genug Zeit für die anderen.“