Weinland Tschechien: Winzer des Jahres 2020 gekürt

Milan Sůkal, Jakub Sůkal und Jaromír Rygar (Foto: ČTK / Vít Šimánek)

Reinheit und Eleganz. Darauf legt der frisch gekürte Winzer des Jahres 2020 bei seinen Weinen wert. Der prestigeträchtige Wettbewerb fand am Mittwoch mit einem Galaabend in Prag seinen Höhepunkt.

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Der tschechische Winzer des Jahres 2020 heißt Milan Sůkal. Mit dieser Auszeichnung bestätigt sich einmal mehr, dass Südmähren die bedeutendste Weinregion des Landes ist. Denn Sůkal stammt aus Nový Poddvorov. Diese kleine Gemeinde in der Nähe von Hodonín / Göding stand am Mittwochabend im Mittelpunkt der Galaveranstaltung im Prager Sophienpalais.

„Ich lege Wert darauf, dass die Weine sortenrein sind und elegant. Sie sollen nicht übertrieben aromatisch sein. Es geht uns um die Reinheit und Eleganz, um fruchtige und gut trinkbare Weine. Denn wir trinken selbst viel Wein und lieben ihn, jeden Tag freuen wir uns darauf. Und was wir selbst nicht trinken, das verkaufen wir“,

Weinberg in Nový Poddvorov  (Foto: Dominik Matus,  Wikimedia Commons,  CC BY-SA 4.0)

erklärt der Preisträger fröhlich. Seit 1990 baut die Familie Sůkal Wein an. Ihr Weingut hat sich von anfänglich einem halben Hektar inzwischen auf 8,5 Hektar vergrößert. Die jährliche Produktion beträgt 40.000 Flaschen. Sůkals Vorzeigeweine sind sein Riesling und sein Pinot Noir. Eben jener wurde bereits 2011 als bester Rotwein ausgezeichnet. Das ist eine der Unterkategorien beim Wettbewerb „Winzer des Jahres“.

Mit einer weiteren Auszeichnung für den erfolgreichsten Familienbetrieb wurden Sůkal in diesem Jahr gleich zwei Hauptpreise überreicht. Der Wettbewerb „Winzer des Jahres“ (tschechisch: „Vinař roku“) findet seit 2003 alljährlich statt. Bewerben können sich alle Winzer aus Tschechien. Die Entscheidung, wem ein Preis verliehen wird, trifft eine international besetzte Expertenkommission. Sie wird vom tschechischen Winzerverband und dem Verband der Sommeliers berufen. In diesem Jahr hätten die Verkoster keine leichte Aufgabe gehabt, sagt der Vorsitzende des Organisationsausschusses, Petr Marek:

Petr Marek  (Foto: Šárka Ševčíková,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

„Wir haben die maximale Zahl der Weinproben, mit denen sich jeder Winzer bewerben kann, auf 15 reduziert. Daraufhin machte sich deutlich bemerkbar, dass die Winzer sehr genau überlegt haben, welche Weine sie einreichen.“

Die Proben zeichnete demnach eine hohe Qualität aus. Davon konnten sich auch die Besucher des Galaabends am Mittwoch überzeugen. Alle 500 Wettbewerbsweine standen zur Verkostung bereit.

Oldřich Drápal  (Foto: ČTK / Vít Šimánek)

Aus Südmähren stammen auch die weiteren Preisträger dieses Jahrgangs. Silber und Bronze nahmen zwei Winzer aus Mikulov / Nikolsburg mit nach Hause. Den Sonderpreis für sein Lebenswerk bekam Oldřich Drápal senior, eine Koryphäe auf dem Gebiet des Strohweins.