Weltpremiere von Zdenek Mertas Oper "La Roulette"

La Roulette (Foto: CTK)

In der Prager Staatsoper fand am Donnerstagabend die Welturaufführung der Oper "La Roulette" statt. Sabine Winter hat sich mit dem Komponisten Zdenek Merta über seine Arbeit an dem Bühnenstück unterhalten.

La Roulette (Foto: CTK)
Knapp drei Jahre lang hat Zdenek Merta an "La Roulette" gefeilt. Das moderne Bühnenstück ist seine erste Oper. In den vergangenen Jahren hat der Komponist eher durch Filmmusik und Musicals wie "Bastard" oder "Babylon" von sich reden gemacht. Seine Hinwendung zur Opernmusik begründet Zdenek Merta folgendermaßen:

"Es ist eine wirkliche Herausforderung. Durch diese Art von Musik kann man große Gefühle erzeugen. Und ich bin ein Mensch, der gerne mit Gefühlen arbeitet."

La Roulette (Foto: CTK)
Zdenek Merta setzte den vom Librettisten Stanislav Mosa verfassten Text in Musik. Als eine Tätigkeit, bei der man leicht vereinsamt, sieht er die Vertonung nicht an:

"Komponieren kann man auch am Strand. Dazu braucht man nur einen Computer. Bei mir läuft während der Arbeit oft der Fernseher."

Zdenek Merta und Stanislav Mosa (Foto: CTK)
Nach eigener Aussage war Zdenek Merta im Vorfeld der Uraufführung seiner ersten Oper nicht sonderlich nervös. Dies mag wohl daran liegen, dass er mit dem Ergebnis seiner Arbeit insgesamt zufrieden ist:

"Einige Stellen sind sehr, sehr gut. Manchmal höre ich meine Musik an und denke: Wow, ist das gut. Ich hatte ganz vergessen, dass ich es geschrieben habe. Die besten Stellen der Oper sind die, in denen ich mich selbst nicht wieder erkenne."

Im Zentrum des Geschehens von "La Roulette" stehen Vít und seine Frau Sára, die nach einem Kasinobesuch in eine Reihe von bizarren Situationen schlittern und sich plötzlich selbst vorkommen, wie der Ball in einem Rouletterad. Bunt verkleidete Gestalten tauchen wie aus dem Nichts auf der Bühne auf. Sie lassen die Handlung der Oper wie eine reine Phantasieerzählung erscheinen. Zdenek Merta wiegelt ab:

Zdenek Merta und Stanislav Mosa (Foto: CTK)
"Es ist eigentlich eine ziemlich realistische Geschichte, manchmal so eine Art Detektivgeschichte. Aber natürlich enthält die Handlung auch surrealistische Elemente, weil wir sehr viel mit den Träumen des Hauptdarstellers arbeiten. Es ist also eine Kombination aus Realität und Phantasie."

Ob es in absehbarer Zeit eine weitere Oper von Zdenek Merta zu sehen bzw. zu hören gibt, steht noch nicht fest. Zwar hat ihm die Prager Staatsoper bereits ein neues Angebot gemacht, doch zögert Merta, sich sofort wieder in ein derartiges Mammutprojekt zu stürzen:

"Ich würde sehr gerne, aber es ist wirklich eine anspruchsvolle Arbeit. Ich kann nicht sagen, dass ich keine Zeit dafür habe. Aber es würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Es ist also unmöglich zu sagen: Ja, nächsten Monat schreibe ich eine neue Oper."

Die Oper "La Roulette" wird am 20. und am 29. März, sowie am 7. und am 14. April jeweils um 19 Uhr in der Prager Staatsoper aufgeführt.