Weltweit einmalig in Litomysl

Litomyšl (Foto: Sokoljan, CC BY-SA 3.0 Unported)

Die ostböhmische Stadt Litomysl ist vornehmlich als Musikstadt bekannt. Dass die Stadt aber auch einiges an Literatur zu bieten hat, beweist die Tatsache, dass es ungefähr 20 Schriftsteller in dieser nicht großen Stadt gibt oder gab. Dies war für Kamil Novotny Grund genug, zu versuchen, die Stadt als auch eine Literaturstadt zu präsentieren. Hierzu gründete er vor einem Monat, neben des bereits existierenden Verlags, eine wahrscheinlich weltweite Rarität. Was es ist, verrät Ihnen Dagmar Keberlova.

Litomyšl (Foto: Sokoljan, CC BY-SA 3.0 Unported)
Die Brautigan Bibliothek ist eine seltsame Bibliothek, deren Idee aus dem Kopf des amerikanischen Schriftstellers Richard Brautigan stammt. Das ungewöhnliche an ihr ist, dass sie nur unveröffentlichte Manuskripte sammelt. Die erste wurde in den 90. Jahren in den USA von einem Brautigan Fan gegründet, wurde dann aber nach fünf Jahren wieder geschlossen. Diese Idee hat auch Kamil Novotny, ebenfalls einen Brautigan Fan aus Litomysl fasziniert und so hat er beschlossen, sie in einem Teehaus in Litomysl zu gründen. Seit ca. einem Monat gibt es diese etwas andere Bibliothek in Litomysl, wie es läuft, dass sagte uns Kamil Novotny:

"Auch dank den Journalisten, die diese Idee wahrscheinlich interessiert hat und die darüber berichteten, kommen die Manuskripte gut zusammen. Bisher habe ich keins direkt aus Litomysl, dafür aber aus ganz Tschechien. Ich glaube, dass fast jeder, zumindest in einem gewissen Alter, versucht zu schreiben. Sich damit an einen Verlag zu wenden, ist schon eine große Entscheidung, die nur die wenigsten treffen. Hier bei uns geht es alles einfach vor sich hin, es reicht, den Beitrag zu schicken. Er wird einfach in die Bücherei aufgenommen, niemand nimmt Korrekturen vor."

Kamil Novotny hat alles, was er bisher bekommen hat, gelesen, am meisten hat ihn ein Manuskript fasziniert, dass heißt "Über das Leben von Marie Tomeckova" und dass ihm diese Frau anhand eines Radioberichtes über die Bibliothek geschickt hat:

"Als ich es las - es ist kein Tagebuch, sondern ihr Leben in 30 Seiten, die alles beinhalten - konnte ich nicht aufhören zu lesen. Und auch andere, die es bereits gelesen haben, meinten, sie hab noch nie etwas so Spannendes gelesenen. Auch dadurch, dass es konkret ist, wird es viel spannender als der Kampf eines alten Mannes auf der See."

Wenn Sie mehr über diese seltsame Bibliothek im ostböhmischen Litomysl erfahren wollen, so schalten Sie am Samstag unser Regionaljournal ein.