Wir stabil ist das Prebischtor? Messungen an dem berühmten Sandsteinfelsen
Das Prebischtor in der Böhmischen Schweiz ist ein beliebtes Fotomotiv – und eine fragile Sandsteinformation, auf die das Wetter permanent einwirkt. Tschechische Geologen untersuchen gerade den Zustand der größten Felsbrücke Europas.
Teamleiter Stanislav Feigl spricht mit seinen Kollegen ab, wo auf dem Prebischtor die Technik positioniert wird. Die Felsenkletterer der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz haben vergangene Woche einen ganz genauen Blick auf die berühmte Sandsteinformation geworfen, die jährlich Tausende Besucher aus Tschechien, Deutschland und anderen Ländern anlockt. Seit Anfang der 1980er Jahre darf aber kein Wanderer mehr hoch auf das Prebischtor. So richtig nah kommen ihm also nur noch die Wissenschaftler mit ihrer Gerätschaft.
„Dies ist ein Georadar. Er stellt die neuste Technologie dar. Und ich glaube, er ist der einzige in Tschechien, der mit 3D arbeitet.“
Der Geophysiker Tomáš Belov zeigt das kleine Gefährt. Dieses und weitere Instrumente wurden per Güterseilbahn in die Höhe befördert.
„Es werden zwei Arten von Messungen vorgenommen – einerseits per Georadar, andererseits bezüglich der Seismik“,
erläutert Feigl während des Aufstiegs auf den Felsen. Erst direkt auf dem Brückenbogen, der das Prebischtor bildet, macht das Team halt. Dort positionieren die Mitarbeiter dann an verschiedenen Stellen den Radar. Anhand von Radar- und von Schockwellen wird der gesamte obere Teil praktisch geröntgt. Tomáš Belov schaut auf den Monitor, auf dem eine Abbildung des Prebischtores erscheint:
„Gleich vorne sehen wir eine gewisse Anomalie. Der etwas größere Fleck kennzeichnet dann schon die Unterseite, das ist aber kein Riss. Wir blicken also einmal von oben und einmal von unten auf das Tor.“
Zwei Tage lang hat das Geologenteam auf dem Prebischtor Daten erhoben. Mit einem weiteren, ebenfalls hochmodernen Radar waren auch Spezialisten eines Privatunternehmens bei der Expedition dabei. Durch die Zusammenfügung der beiden Datensätze sollen Aufnahmen der bestmöglichen Qualität entstehen. Wozu sie dienen werden, erläutert Tomáš Salov, der Sprecher des Nationalparks Böhmische Schweiz:
„Vor 13 Jahren wurde das erste Mal die innere Struktur des Objektes abgebildet. Dies betraf vor allem den Querbalken. Damals haben die Wissenschaftler eine erste Vorstellung davon erhalten, aus welchen Schichten er besteht und wo genau sich Risse befinden. Jetzt bekommen wir neue Daten, die einen Vergleich ermöglichen.“
Am Prebischtor sind außerdem mehrere Sensoren angebracht, anhand derer die Felsenexperten des Nationalparks eventuelle Bewegungen der jeweiligen Bestandteile beobachten.







