Brand im Nationalpark Böhmische Schweiz noch nicht vollständig unter Kontrolle
Im Nationalpark Böhmische Schweiz sind seit Samstagnachmittag mehrere Feuerwehreinheiten im Einsatz, um das dort ausgebrochene Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Die Brandursache ist noch unklar, mit großer Wahrscheinlichkeit geht das Feuer aber auf menschliches Handeln zurück.
Der Waldbrand brach am Samstag in der Nähe von Rynartice im Nationalpark Böhmische Schweiz aus. Den Einsatzkräften zufolge hatte sich Waldstreu entzündet, also eine Schicht von Blättern, Nadeln, Zweigen und Rinde am Boden. Inzwischen konnten die Feuerwehrleute eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindern. Am Montagvormittag war der Brand jedoch immer noch nicht vollständig unter Kontrolle. Vor Ort gilt deshalb weiterhin die höchste Alarmstufe. Erschwert werden die Löscharbeiten durch die lang anherrschende Trockenheit, den Wind sowie das schwer zugängliche Gelände. Der Generaldirektor der Feuerwehr, Vladimír Vlček, dazu:
„Die positive Nachricht ist, dass es uns langsam gelingt, die Fläche, auf der die Feuerwehrleute im Einsatz sind, zu verkleinern. Derzeit umfasst sie weniger als 100 Hektar. Wir können jedoch noch nicht sagen, dass das Feuer unter Kontrolle wäre.“
Die Feuerwehrleute werden am Montag auch von zwei Blackhawk-Hubschraubern aus der Slowakei unterstützt, die mit großen Löschwasserbehältern ausgestattet sind. Insgesamt sind neun Hubschrauber im Nationalpark im Einsatz. Mit den Löscharbeiten halfen bisher drei Armee- und zwei Polizeihelikopter sowie zwei private Hubschrauber. Einer der Piloten, Pavel Vetchý, beschrieb seine Arbeit am Sonntag in den Inlandsendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Wir haben fast vier Stunden Löscharbeiten hinter uns. Während dieser Zeit haben wir 56 Behälter Wasser auf den Brandort gegossen. Es handelte sich um etwa 67.000 Liter Wasser, nur aus diesem einzigen Hubschrauber.“
Im Einsatz sind weiterhin rund 400 Feuerwehrleute aus acht Landkreisen mit 100 Stück technischer Ausrüstung. Sie verfügen auch über spezielle Drohnen, mit denen nach Brandherden gesucht wird. Für die Verpflegung der Feuerwehrleute wird zwar gesorgt, einige Gemeinden aus der Umgebung riefen aber Spendensammlungen aus, bei denen Geld für Essen und Getränke für die Feuerwehrleute zusammengetragen wird. Manche Bewohner kochen zudem selbst und bieten den Einsatzkräften ihre Unterkunft als Übernachtungsmöglichkeit an.
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Die Stelle im Wald nahe Rynartice, wo der Brand am Samstag ausbrach, ist etwa acht Kilometer Luftlinie von jenem Gebiet entfernt, in dem die Feuerwehrleute vor knapp vier Jahren den größten Brand in der Geschichte des Nationalparks gelöscht hatten. Die jetzige Brandfläche wurde in vier Abschnitte gegliedert. In einem davon befindet sich in Dolní Chřibská ein Seniorenheim. Dessen Bewohner müssten derzeit aber nicht evakuiert werden, teilte die Feuerwehr mit.
Nationalparksprecher Tomáš Salov sagte im Tschechischen Rundfunk, beschädigt seien vor allem neu angepflanzte Bäume und Forstanlagen. Touristenziele seien hingegen nicht von dem Brand betroffen. Salov betonte zudem, dass das Feuer keine natürliche Ursache haben könnte:
„Die einzige natürliche Brandursache wäre in der Böhmischen Schweiz ein Blitzschlag. Dazu ist es jedoch nachweislich nicht gekommen. Wir nehmen deshalb an, dass der Brand von Menschen verursacht wurde. Wir wissen jedoch nicht, wie es zur Entzündung des Feuers kam.“
Die Nationalparkverwaltung appelliert wiederholt an die Besucher, im Wald nicht zu rauchen, kein Feuer zu machen und keine tragbaren Campingkocher zu benutzen. Die Polizei fordert die Besucher angesichts der aktuellen Lage auf, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und das Einsatzgebiet nicht zu betreten. Über dem Brandgebiet gilt auch eine Flugverbotszone. Zudem sind einige Wanderwege gesperrt.
Der Großbrand vom Sommer 2022 hatte mehr als 1600 Hektar Fläche des Nationalparks betroffen. Tausende Feuerwehrleute waren damals drei Wochen lang im Einsatz.
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