Wird die Mutter des tot aufgefundenen Mädchens beschuldigt?

r_2100x1400_radio_praha.png

von Martina Schneibergova

Ein Fall, der seit dem 20. Juni, fast täglich in allen tschechischen Medien für Schlagzeilen sorgte, ist immer noch nicht geklärt, auch wenn die Fahndungsaktion beendet werden konnte. Die 19 Tage lang vermisste fünfjährige Terezka Cermakova aus Kladno wurde am Montagabend von der Polizei in einem Wald tot aufgefunden - unweit von dem Ort, an dem sie angeblich zum letzten Mal gesehen wurde. Am Dienstag kamen die Ermittler zu dem Schluss, das Mädchen sei an Lugen- und Herzinsuffizienz gestorben, man habe jedoch keine Gewaltspuren gefunden. Binnen zwei Wochen sollen die Experten entscheiden, ob Tereza wegen ihres angeborenen Herzfehlers oder aus anderen Gründen starb. Nach Informationen der Ermittler gibt es eine einzige Person, die einer Straftat beschuldigt werden könnte, allerdings müsste es dabei nicht um Mord gehen. Diese Person sei - so die Ermittler - die Mutter des Kindes. Zugleich wurde betont, es wäre notwendig, zu überlegen, ob die Frau zurechnungsfähig sei. Die Mutter des Kindes, die am 26. Juni versuchte, Selbstmord zu begehen, lehnt es nun ab, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Diese sind davon überzeugt, sie habe ihnen noch nicht alles mitgeteilt. Denn es war die Mutter des Kindes, die die Polizei schließlich auf die richtige Spur gebracht hat.

Im Zusammenhang mit diesem jüngsten tragischen Fall tauchen in der Tagespresse immer wieder Artikel über ähnliche, jedoch bislang ungeklärte Fälle vermisster Kinder und Jugendlicher auf. Die meisten der für vermisst gehaltenen Kinder und Jugendlichen - jedes Jahr sind es republikweit ca. 2.500 Fälle - werden nach einigen Stunden oder Tagen gesund wieder gefunden. Manchmal bewahrheiten sich aber die tragischen Vermutungen und von der Polizei wird entweder nur noch der Leichnam oder auch gar nichts gefunden. Die Zahl der in Tschechien in den letzten zehn Jahren vermisst gebliebenen Kinder beläuft sich auf 75.