Wirtschafts-Wochenrückblick: 20. bis 26. August

Foto: Stuart Miles / freedigitalphotos

Škoda Auto stellt 800 neue Arbeitnehmer ein, die Bodenpreise für Agrarflächen in Tschechien steigen stetig, sind aber EU-weit immer noch relativ niedrig. Dies sind nur zwei Meldungen zu den Wirtschaftsthemen, über die in der vorigen Woche berichtet wurde. Die Informationen dazu sind im aktuellen WirtschaftsCzech zusammengefasst, es sind Meldungen vom 20. August bis 26. August 2014.

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Die tschechische Garantie- und Versicherungsgesellschaft (EGAP) will die maximale Gesamtversicherungssumme für einige Exportländer erhöhen. Grund sind die gegenseitigen Sanktionen zwischen EU und Russland. Die Erhöhung könnte unter anderem die Ausfuhr nach Aserbaidschan und Weißrussland betreffen, wo eine starke Nachfrage nach tschechischen Produkten und Technologien besteht.

Tschechische Exporteure, die von den gegenseitigen Sanktionen zwischen EU und Russland betroffen sind, suchen zurzeit nach neuen Absatzmärkten. Das Ministerium für Industrie und Handel empfiehlt ihnen, sich dabei auf Länder Lateinamerikas und bestimmte postsowjetische Staaten zu konzentrieren. Die EGAP ließ dazu verlauten, sie sei bereit, die Versicherungslimits in solchen Staaten zu erhöhen. Nach Angaben der Versicherung führen Exporteure derzeit Verhandlungen über Exportmöglichkeiten in mehrere Länder Lateinamerikas, Asiens, des ehemaligen Jugoslawiens und Afrikas.


Der Automobilkonzern Škoda wird in den nächsten Monaten 800 neue Mitarbeiter einstellen. Der Grund ist die bevorstehende Serienproduktion des neuen Fabia. Dieses Modell wurde zum dritten Mal aktualisiert, es wird erstmals öffentlich auf dem Pariser Autosalon im Oktober gezeigt.

Zum neuen Fabia-Modell wurden indes schon die ersten Bilder veröffentlicht. Insgesamt wirkt er sportlicher als seine Vorgänger, verfügt über einen größeren Kofferraum und hat einen sparsameren Motor. Das beliebteste Škoda-Fabrikat ist nach wie vor der Octavia, mit 200.000 verkauften Fahrzeugen lag der Fabia im vergangenen Jahr dahinter auf Platz zwei.

Die neuen Mitarbeiter sollen vorwiegend in der Montage und in der Logistik eingesetzt werden, informierte der Sprecher des Unternehmens. Derzeit beschäftigt Škoda in seinem Hauptwerk in Mladá Boleslav über 19.500 Mitarbeiter, weitere 4.500 arbeiten in den Niederlassungen in Kvasiny und Vrchlabí. Nach Angaben des Unternehmens liegt der durchschnittliche Bruttolohn für in der Produktion Beschäftigte derzeit bei etwa umgerechnet etwa 1.200 Euro.


Das Förderunternehmen New World Resources (NWR), das Mehrheitsaktionär der Bergbaufirma OKD ist, hat seine Verluste im ersten Halbjahr dieses Jahres stark reduziert – von 396 Millionen Euro zum Halbjahr 2013 auf nunmehr 57 Millionen Euro. Das Unternehmen führt dies auf immense Kostensenkungen und eine höhere Effizienz seiner Geschäftsstätigkeit zurück. Zudem fielen aber auch die Umsätze, und zwar um ein Fünftel im Jahresvergleich auf jetzt 346 Millionen Euro. Auf die Umsätze des Unternehmens habe der Verfall der Kohlepreise auf den Weltmärkten einen negativen Einfluss, gab NWR vorige Woche in Prag bekannt.


Der rückläufige Trend des Bausparens in Tschechien wurde vorerst gestoppt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden nahezu 280.000 neue Bausparverträge abgeschlossen, das sind um 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus den Daten hervor, die das Finanzministerium in Prag am Montag veröffentlicht hat.

Die durchschnittliche Bausparsumme, die in den neuen Verträgen vereinbart wurde, ist allerdings schon nicht mehr so hoch wie im Jahr zuvor. Sie liegt um 47.000 Kronen (ca. 1700 Euro) unter dem Betrag von 2013 und weist jetzt die durchschnittliche Summe von 326.000 Kronen (ca. 11.700 Euro) aus. Viele Kleinanleger lassen sich aber die Möglichkeit offen, ihre Bausparsumme gegebenenfalls noch erhöhen zu können.

Die Gesamtzahl der laufenden Bausparverträge geht indes seit 2003 kontinuierlich zurück. Ende Juni waren es 3,96 Millionen Verträge, die die Bausparkassen mit ihren Kunden abgeschlossen hatten.


Die Bodenpreise in Tschechien steigen stetig. Trotzdem liegen sie immer noch weit unter dem Preisniveau der alten EU-Mitgliedsländer. Laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums hat der Marktpreis im vergangenen Jahr die Marke von 11 Kronen pro Quadratmeter geknackt.

Die meisten Bauern in Tschechien – zirka 75 Prozent – wirtschaften auf gepachteten Agrargrundstücken. Obwohl der Anteil von privatem Grund und Boden seit den 1990er Jahren weiter zunimmt, liegt Tschechien beim Anteil des gepachteten Agrarbodens auf dem zweiten Platz in Europa. Den ersten Platz belegt die Slowakei. Das geht aus dem jüngsten Jahresbericht zum Stand der Landwirtschaft in der Tschechischen Republik hervor. Die Ursache ist historisch bedingt: Bei der Kollektivierung in den 1950er Jahren wurden die Grundstücke in Landwirtschaftsgenossenschaften eingegliedert. Als sie nach 1989 an die ursprünglichen Besitzer oder ihre Nachkommen zurückgegeben wurden, hatten diese Menschen häufig schon einen anderen Beruf. Sie wollten auf ihrem Boden nicht mehr wirtschaften und verpachteten daher die Agrarflächen.