Wirtschafts-Wochenrückblick: 21. bis 27. September

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Der tschechische Export nach Europa wächst weiter, und generell schneidet Tschechien im weltweiten Vergleich sehr gut ab. So ist die Wirtschaft des Landes viel offener geworden. Dies und vieles mehr im Wirtschafts-Wochenrückblick vom 20. bis 27. September.

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Den Anfang macht eine Nachricht vom tschechischen Export. Die Europäische Union hat weiterhin eine größere Bedeutung für die tschechische Wirtschaft. Laut den Zahlen des Statistikamtes hatte die Ausfuhr in die 27 anderen EU-Länder im vergangenen Jahr insgesamt 83,2 Prozent Anteil am tschechischen Gesamtexport. Im Jahresvergleich bedeutete dies einen leichten Anstieg um einen Prozentpunkt.

Haupthandelspartner bleibt dabei Deutschland, mit 38,6 Prozent Anteil an den tschechischen Ausfuhren in die EU. Gerade der Warenaustausch mit dem großen Nachbarland sowie mit der Slowakei und Großbritannien hätten dazu beigetragen, dass insgesamt der Export in die anderen europäischen Länder gewachsen sei, wie Statistikamt-Chefin Iva Rietschelová am Dienstag anführte.

Der Gesamtwert des tschechischen Exports in die EU lag im vergangenen Jahr bei 3,2 Billionen Kronen (118,5 Millionen Euro), was eine Steigerung um knapp 250 Milliarden Kronen (9,2 Milliarden Euro) bedeutete.


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Es bleibt bei den guten Nachrichten für Tschechien. Denn die tschechische Wirtschaft bekam am Freitag gleich von zwei Stellen recht positive Kritiken. Zunächst aus den eigenen Reihen, denn das tschechische Statistikamt (ČSÚ) hielt fest, dass die nationale Wirtschaft im zweiten Quartal überdurchschnittlich stark zugelegt hat. Zum Zweiten lobte auch das Ausland: Laut dem kanadischen Fraser-Institut hat sich Tschechien im Ranking der weltoffenen Ökonomien im zurückliegenden Jahr um elf Plätze verbessert.

Am Freitag veröffentlichte das Statistikamt in Prag die Wachstumsdaten für die Wirtschaftsbranche aller Länder der Europäischen Union. Danach ist das tschechische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 2,6 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres gestiegen. Das ist der achtbeste Wert unter den EU-Staaten. Wachstums-Spitzenreiter ist Rumänien, gefolgt von der Slowakei und Spanien. Und auch beim Wachstum gegenüber dem ersten Quartal liegt Tschechien mit dem Wert von 0,9 Prozent in der Spitzengruppe. Den größten Anstieg verzeichneten Rumänien und Ungarn, danach teilt sich Tschechien mit Polen und der Slowakei den dritten Platz.


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Aber auch für Rentner und Beschäftigte im öffentlichen Dienst gab es positive Nachrichten. So hat die tschechische Regierung beschlossen, die Altersbezüge ab Januar kommenden Jahres um 300 Kronen (11 Euro) monatlich zu erhöhen. Die durchschnittliche Rente wird dann bei 11.745 Kronen (435 Euro) liegen. Insgesamt 2.370.000 Bürger Tschechiens beziehen derzeit eine Altersrente. Der Staat wird insgesamt 416,5 Milliarden Kronen (15,4 Milliarden Euro) für die Renten ausgeben.

Polizisten  (Foto: Archiv der tschechischen Polizei)
Außerdem werden die Zahlungen des tschechischen Staates an die gesetzliche Krankenversicherung um 3,6 Milliarden Kronen (133 Millionen Euro) angehoben. Dies ermöglicht so auch die Gehaltserhöhungen für das medizinische Personal um zehn Prozent, und zwar ab Januar 2017. Die Lehrergehälter stiegen bereits im September 2016 um acht Prozent. Ab November sind Gehaltserhöhungen für Polizisten, Feuerwehrleute, Angestellte im öffentlichen Sektor und für Soldaten vorgesehen. Die Ausgaben für Wissenschaft und Forschung sollen um 3,74 Milliarden (138,5 Millionen Euro) erhöht werden.


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Mit Tschechien verbindet man meist auch Bier. Und in der vergangenen Woche wurde der alljährliche Wettbewerb um das beste „České pivo“ (Tschechisches Bier) ausgetragen. Gewonnen hat diesmal die Brauerei Radegast. Sie setzte sich in der Hauptkategorie „Helle Lagerbiere“ mit ihrem Bier Ryze Hořká 12 durch. Den zweiten Platz bei den hellen Lagerbiersorten belegte das „Královské pivo Litovel Premium“ der mährischen Brauerei Litovel. Auf Rang drei landete das „Ležák“ der Prager Brauerei Staropramen.

Zum Wettbewerb waren insgesamt 58 Biersorten in fünf Kategorien gemeldet. Das waren 20 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Der Wettbewerb wurde zum 16. Mal vom Tschechischen Verband der Bierbrauereien und Mälzereien veranstaltet.