Wirtschafts-Wochenrückblick: 22. bis 28. Oktober

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Tschechien und China wollen ihre Handelsbeziehungen erweitern. Bei der Fluggesellschaft ČSA hat die geplante Restrukturierung begonnen. Tschechien erhält Zusatzzahlungen für seine Unterstützung der EU-Klimaziele. Dies sind nur einige der Wirtschaftsthemen, über die in den vergangenen Tagen berichtet wurde. Die Informationen dazu sind im aktuellen WirtschaftsCzech zusammengefasst, es sind Meldungen vom 22. bis 28. Oktober.

Miloš Zeman (Foto: ČTK)
Präsident Miloš Zeman hat China einen offiziellen Besuch abgestattet. Das Staatsoberhaupt sicherte dabei den Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern seine Unterstützung zu. Zeman sprach sich dafür aus, die Visumsregeln für Chinesen bei den Reisen in die EU einzusetzen, mit dem Ziel, die Visumspflicht völlig abzuschaffen. Bei seinem China-Besuch wurde das Staatsoberhaupt von etwa fünfzig tschechischen Unternehmern begleitet. Während des Besuchs wurden mehrere Kontrakte und Partnerschaftsabkommen abgeschlossen. Die Tschechische Republik präsentierte sich auch bei der Westchinesischen Internationalen Messe in Chengdu. Im tschechischen Pavillon stellten sich neben dem renommierten Pkw-Hersteller Škoda Auto aus Mladá Boleslav auch Unternehmen aus der Flug-, Glas- und Bierindustrie vor.


Foto: Eva Odstrčilová, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Tschechien wird für seine Unterstützung der EU-Klimaziele Zusatzzahlungen erhalten. Dies haben die Staats- und Regierungschefs der 28 europäischen Länder beim Gipfel in Brüssel entschieden. So soll Tschechien 1,8 bis 2,5 Milliarden Euro bekommen, um in eine bessere Energieinfrastruktur zu investieren. Dafür stimmte Premier Bohuslav Sobotka dem Ziel zu, dass die Europäische Union bis 2030 ihre Kohlendioxidemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent senkt. Tschechien befürchtet wie weitere stark von Kohle abhängige Staaten Mittel- und Osteuropas, dass die EU-Klimaziele die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gefährden könnten. Die neue Richtmarke für den Anteil der erneuerbaren Energien in der gesamten Union soll bei 27 Prozent liegen.


Foto: Petr Kratochvil, PublicDomainPictures.net
Das Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch in erster Lesung die Grundparameter für den Staatshaushaltsentwurf 2015 gebilligt. Das Defizit soll im Vergleich mit dem für dieses Jahr gebilligten Defizit um 12 Milliarden Kronen auf 100 Milliarden Kronen (3,57 Milliarden Euro) reduziert werden. Es handelt sich um den ersten Haushaltsentwurf, der vom Koalitionskabinett der Sozialdemokraten, der Ano-Partei und der Christdemokraten zusammengestellt wurde.

Der Senat hat erwartungsgemäß die Einführung eines dritten Mehrwertsteuersatzes bestätigt. Per Gesetzesnovelle soll ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von zehn Prozent auf Bücher, Babynahrung und Medikamente geschaffen werden. Für diese Produkte gilt bisher der bereits reduzierte Satz von 15 Prozent, der Standardsatz liegt hingegen bei 21 Prozent. Der neue Tiefstsatz soll ab Beginn kommenden Jahres wirksam werden. Nach der Bestätigung durch den Senat muss die Mehrwertsteuernovelle noch von Staatspräsident Miloš Zeman unterzeichnet werden.

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Die tschechische Ausgabenquote für Forschung und Entwicklung lag im vergangenen Jahr erstmals über dem EU-Durchschnitt. In diesem Bereich wurden fast 78 Milliarden Kronen (2,78 Millionen Euro) investiert, das entsprach knapp zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies teilte das Tschechische Statistikamt am Donnerstag mit. Gegenüber 2012 stiegen die Ausgaben um acht Prozent. Insgesamt seien die Gelder für Forschung und Entwicklung damit aber nicht mehr so stark angewachsen wie in den Jahren zuvor, hieß es weiter.


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Bei der verlustträchtigen tschechischen Fluggesellschaft ČSA hat die geplante Restrukturierung begonnen. So soll ein Drittel des Personals entlassen werden, zudem sind Lohnkürzungen beschlossen. Am Mittwoch teilte ČSA-Miteigner Korean Air mit, dass man sich an der Stabilisierung des Unternehmens beteiligen wolle. Laut dem ČSA-Vorstand will sich Korean Air daran beteiligen, das Grundkapital der tschechischen Fluggesellschaft zu erhöhen. Außerdem sind die Miteigner aus Fernost angeblich zu Stabilisierungszahlungen bereit. Die Fluggesellschaft war zu Beginn der Wirtschaftskrise in rote Zahlen gerutscht. Mehrfach drohte bereits die Insolvenz. Im Frühling 2013 stieg dann die Korean Air bei ČSA ein. Trotzdem stand im vergangenen Jahr ein Verlust von 922 Millionen Kronen (33 Millionen Euro) zu Buche.


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Die Kartoffelernte liegt in diesem Jahr in Tschechien um ein Viertel höher als im Vorjahr. Insgesamt werden rund 660.000 Tonnen dieser Feldfrucht erwartet. Das entspricht dem Hektarertrag von fast 28 Tonnen Kartoffeln. Die Bauern verkaufen die Kartoffeln jedoch mit Verlusten an die Händler. Der Import sehr billiger Kartoffeln im vergangenen Jahr gilt als einer der Gründe für die niedrigen Auszahlungspreise. Eine gute Nachricht für die Bauern ist jedoch, dass die Nachfrage nach Kartoffeln in diesem Jahr um 15 Prozent gestiegen ist.

Kartoffelernte (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Auch die Saatkartoffeln aus Tschechien sind immer mehr gefragt. Dafür sorgt insbesondere die Firma VESA, die hierzulande seit 1957 führend in der Kartoffelveredlung ist. Zudem ist sie der größte tschechische Exporteur von Saatkartoffeln. Die von VESA gezüchteten Kartoffeln werden in 20 Länder, vor allem aber nach Deutschland, Polen und in die Slowakei exportiert. In letzter Zeit finden sie jedoch ebenso in Ägypten, Algerien, Jordanien, Marokko und Pakistan einen reißenden Absatz.