Wo liegt das Grab des heiligen Method?

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Am Mittwoch, dem 5. Juli, ist in der Tschechischen Republik der Staatsfeiertag - denn an diesem Tag wird der beiden Slawenapostel - des heiligen Kyrill und Method gedacht. Fast 300 Jahre lang zerbrechen sich Historiker und Archäologen Kopf darüber, wo sich das Grab des ersten und letzten historisch belegten grossmährishen Erzbischofs und Heiligen - des heiligen Method -befindet. Erzbischof Method starb am 6. April 885 und es ist bekannt, dass er in einer grossen mährischen Kirche bestattet wurde. Der Legende nach soll er auf der linken Seite der Kirche hinter dem Altar begraben worden sein. Die Archäologen entdeckten bereits 1964 - im Einklang mit der Legende - in den Resten einer Kirche in Sady unweit der südmährischen Stadt Uherske Hradiste eine entsprechende Höhlung. Darin gab es jedoch nichts, was an ein Grab erinnern würde. Der Leiter der archäologischen Forschungen in Stare Mìsto bei Uherske Hradiste, Ludek Galuska, meinte gegenüber der Tageszeitung Mlada fronta Dnes, es sei nicht ausgeschlossen, das Methods Schüler den Körper ihres Lehrers weggetragen hätten. Die unklaren Umstände dieses Fundes aus den 60er Jahren verursachten, dass es nicht allgemein zu gelten begann, dass es sich wirklich um das Grab des Heiligen Method handeln würde. Galuska betont, wenn man die Theorie akzeptiert, dass die sterblichen Überreste des Heiligen übertragen wurden, hat man nichts mehr, woran man sich bei der weiteren Suche orientieren sollte. Aus diesem Grund können diejenigen, die nach dem Grab des heiligen Method suchen, wirklich überall suchen. Und dies tun sie auch.

Galuska selbst zweifelt nicht daran, dass sich das Zentrum des Grossmährischen Reichs - das legendäre Velegrad - unweit von Uherske Hradiste befand - also unweit des heutigen Wallfahrtsortes Velehrad. Auf dem Hügel über Uherske Hradiste, von wo man einen schönen Blick in das Tal und auf den einstigen Bernsteinweg hat, sind bis heute Reste einer Kirche zu sehen. Dies war nach Galuskas Meinung der Sitz des mährischen Erzbischofs. Jedoch nicht alle tschechischen Archäologen und Historiker stimmen seiner Meinung zu. In der Frage, ob irgendwann das Grab des heiligen Method doch gefunden wird, ist Galuska nicht ganz skeptisch. Seiner Meinung nach ist es jedoch problematisch, wie man bei einem eventuellen Fund erkennen kann, dass es sich wirklich um Methods Grab handelt. Man könne jedoch - so Galuska - beispielsweise nicht ausschliessen, dass man eines Tages einen Körper mit einem Kreuz und der Überschrift "Ich gehöre Method" findet. So etwas wäre ein Fund von gesamteuropäischer Bedeutung, meinte der Archäologe.

Mehr über die beiden Slawenapostel bringen wir in unserer Sondersendung, am Mittwoch, dem 5. Juli.