Zeman: US-Administrative würdigte tschechische Anti-Terror-Aktivitäten

Milos Zeman im Gespräch mit George Bush am 9. November (Foto: CTK)

In der Nacht zum Sonntag ist der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman von seinem einwöchigen Arbeitsbesuch in den Vereinigten Staaten nach Prag zurückgekehrt. Über die wesentlichsten Aspekte der USA-Reise des tschechischen Staatsmannes informiert Sie Lothar Martin.

Milos Zeman im Gespräch mit George Bush am 9. November (Foto: CTK)
Das Treffen mit dem US-amerikanischen Präsidenten George Bush am Freitag im Weißen Haus in Washington war fraglos der große Höhepunkt des Aufenthaltes von Premier Zeman in den Vereinigten Staaten. Zum einen, weil die Besuche beim führenden Repräsentanten der Weltmacht USA nach den Ereignissen vom 11. September entschieden eingeschränkt wurden und extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen unterliegen, und zum anderen, weil mit Milos Zeman ein staatlicher Vertreter eines relativ kleinen Landes aus Mitteleuropa bis ins Weiße Haus vorgelassen wurde. Diese Aspekte wusste der Premier auch bei seinem Statement für Radio Prag kurz nach dem Treffen besonders zu schätzen:

"Es war eine sehr freundschaftliche Unterredung, die sich entgegen den Erwartungen auch ein wenig in die Länge zog. Die Gespräche betrafen mehr oder weniger die langfristigen strategischen Planungen sowohl bei der Rekonstruktion der NATO als auch im Falle des Krieges gegen den Terrorismus. Was die Rekonstruktion der NATO anbelangt, so gehe ich davon aus, dass dies ein Thema sein wird beim NATO-Gipfel, der im Herbst kommenden Jahres in Prag stattfinden wird. Und was gewisse Erwägungen zum Krieg gegen den Terrorismus betrifft, so bin ich der Meinung, dass man den Terroristen bestimmte Informationen nicht mittels der Medien verraten darf. Die Debatte verlief sehr sachlich und ich würdige besonders, dass in den Staaten, wo ein Blair, ein Chirac und andere seit Jahren willkommen sind, auch die noch nicht zu den langanhaltend treuen Bündnisstaaten der USA zählende Tschechische Republik gehört wurde und dass die US-Administrative mittels der Äußerungen von Präsident George Bush, Vizepräsident Richard Cheney und US-Verteidigungsministers Colin Powell die tschechischen Aktivitäten auf dem Gebiet der Terrorbekämpfung gewürdigt hat."

M. Zeman besichtigte die Ruinen von WTC in New York (Foto: CTK)
Während seiner USA-Reise hatte der tschechische Premier mehrfach kund getan, dass der Terrorismus vernichtet werden müsse und dass eine Einstellung der Militärschläge in Afghanistan kontraproduktiv wäre. Für diese Meinungen erntete Zeman Applaus. Weniger schon für seine ihm eigenen Bonmots, mit denen er immer wieder geistreich auffallen will und die hin und wieder seine diplomatische Tapsigkeit verraten. Auch vom Chef des Weltwirtschaftsfonds Herbert Köhler bekam Zeman einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg. Köhler empfahl, dass die Tschechische Republik sich unbedingt auf eine Rentenform konzentrieren soll, und das an erster Stelle. Ansonsten wand Zeman seine meiste Aufmerksamkeit und Energie während der Reise der Erlangung von amerikanischen Investitionen für die Tschechische Republik zu. Die Zukunft wird zeigen, ob sie Früchte tragen werden.