60 Jahre des jüdischen Ghettos in Terezin/Theresienstadt

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Von Jitka Mladkova.

Am 16. Februar jährte sich zum 60. Mal ein trauriges Jubiläum in Terezin / Theresienstadt. Genau an diesem Tag löste der stellvertretende Reichsprotektor im damaligen Protektorat Mähren und Mähren, Reinhard Heydrich, kraft seines Amtes, die Stadtgemeinde auf. Von nun an galt sie als ein geschlossenes jüdisches Ghetto. Die Stadtbewohner arischer Herkunft wurden ausgesiedelt und die aus ganz Europa hierher transportierten Juden in deren Wohnungen, später auch auf dem Dachboden und in Kellerräumen der Häuser bzw. Kasematten einquartiert. Für die neuen Bewohner war dies nicht die endgültige Adresse, denn Terezin funktionierte bekanntlich als ein Umladeplatz des Menschenmaterials. Von hier aus ging es für die meisten weiter - in ein Konzentrationslager, welches die absolute Mehrheit der Insassen nicht überlebt hat.

Welche Verhältnisse in Terezin herrschten ist allgemein bekannt, doch nach außen hin versuchten die neuen Herren diese Stadt als einen beinahe heilen Ort zu präsentieren und waren erfolgreich. Nach einem Besuch der Delegation des Internationalen Roten Kreuzes im Juni 1944 äußerte sich das Delegationsmitglied Maurice Rossel, diese jüdische Stadt sei tatsächlich bewundernswert. Eine ganz normale Stadt. Auch eine Oper wurde hier gespielt - die Kinderoper Brundibar von Hans Krasa, von Kindern gespielt und gesungen. An die kleinen Künstler, von denen die meisten nicht überlebt haben, erinnern nur noch ihre Zeichnungen und Gedichte, und auch die Oper Brundibar, die bis heute gespielt wird.