60. Todestag von Jaroslav Jezek

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Von Jitka Mladkova

Mit drei Jahren wurde er am rechten Auge blind, das linke war schon immer vom Star befallen. Durch eine Scharlacherkrankung wurde er schwerhörig. Und doch ist er ein Genie in seiner Tätigkeit als Komponist und Pianist. Die Rede ist von Jaroslav Jezek, der am 25.September 1906 geboren wurde. Während seines kurzen Lebens war er vor allem mit der legendären Prager Bühne (Osvobozene divadlo) Befreites Theater verknüpft. Hierher kam er nach dem vorherigen Studium am Prager Konservatorium, den anschließenden Meisterkursen beim Violinevirtuosen Josef Suk und einem halbjährigen Studienaufenthalt in Paris. Seine Kompositionen, die zu einem festen Bestandteil der einzelnen Vorstellungen in Osvobozene divadlo wurden, gelten als ein Fundament, aus dem etwas später die tschechische Popmusik vielseitig schöpfen konnte. Jezek komponierte auch ernste Musik, etwa 30 Kompositionen. Einige Stücke wurden seinerzeit von renommierten Orchestern wie z.B. der Tschechischen Philharmonie gespielt. Die meisten dieser Kompositionen, mit denen er sich als ein bedeutender Repräsentant der tschechischen Musikavantgarde der Zwischenkriegszeit etabliert hat, sind aber eher unbekannt geblieben. Jezeks natürliches Element war jedoch die Jazzmusik, die er durch eigenes Schaffen bzw. durch ihre Interpretation einer breiten Öffentlichkeit vermittelt hat. In den Jahren 1928 - 1938 komponierte er die Musik für insgesamt 30 Theatervorstellungen in Osvobozene divadlo, wo er als Musikchef - also Komponist, Musikarrangeur, Kapellmeister und Klavierspieler in einer Person agierte. Am 8.Januar 1939 emigrierte Jaroslav Jezek in die USA, drei Jahre später, genau am 1.Januar 1942 ist er im Cornell-Hospital in New York nach einer schweren Krankheit gestorben. Hören Sie jetzt seine Komposition "Kleider machen Leute".