Antonín Dvořák: Slawischer Tanz Nr. 7

Quelle: Supraphon

Mit den Slawischen Tänzen gelang dem Komponisten Antonín Dvořák der internationale Durchbruch. Herausgegeben wurde die Sammlung von insgesamt 16 Instrumentalstücken vom renommierten Berliner Musikverlag Simrock. Einen großen Anteil daran hatte auch Johannes Brahms.

Johannes Brahms (Foto: Carl Wilhelm Brasch, Wikimedia Commons, CC0)

Komponisten haben in der Regel ein recht gutes Verhältnis zueinander und Respekt voreinander. Gleichzeitig betrachten sie sich aber auch häufig als Konkurrenten. In der Musikgeschichte kam es nicht allzu oft vor, dass sich einer für den anderen so eingesetzt hat, wie das Johannes Brahms bei einem renommierten Verleger für Antonín Dvořák getan hat:

„Ich veranlasste ihn, Ihnen die Lieder zu schicken! Wenn Sie sie durchspielen, werden Sie sich, wie ich, darüber freuen… Jedenfalls ist er ein sehr talentvoller Mensch. Nebenbei arm! Und bitte ich das zu bedenken. Johannes Brahms.“

Quelle: Supraphon

Die Fürsprache wurde erhört. Zuerst ging es um die Duette „Klänge aus Mähren“, kurz darauf folgten die „Slawischen Tänze“, op. 46. Dvořák komponierte sie 1878. Noch im selben Jahr wurden sie vom Simrock-Verlag in Berlin herausgegeben. Ursprünglich hatte Dvořák die Stücke für Klavier zu vier Händen geschrieben. Er bearbeitete sie aber noch im selben Jahr auch für Orchester – mit überraschendem Erfolg.

Fritz Simrock (Foto: Archiv des Nationalmuseums in Prag, CC BY 4.0)

1886 beendete Dvořák die zweite Reihe der „Slawischen Tänze“, op. 72, die der Simrock-Verlag kurze Zeit später veröffentlichte. Der Verleger Fritz Simrock war nicht nur ein ausgewiesener Musikkenner, sondern auch ein ausgezeichneter Geschäftsmann. Aus der erhalten gebliebenen Korrespondenz wird deutlich, dass er mit Dvořák heftige Verhandlungen über die Honorare führte. Auch wenn beide Männer später eine enge Freundschaft verband, stritten sie sich immer wieder ums Geld.

Das Publikum nahm die „Slawischen Tänze“ mit Begeisterung auf. Nachdem Antonín Dvořák das Werk allerdings für weitere Instrumente bearbeitete, reagierte es noch überschwänglicher. Die Orchesterfassung wurde eine regelrechte Sensation.

Der Zyklus „Hits der klassischen Musik“ beruht auf einem Projekt von Lukáš Hurník und Bohuslav Vítek zu den „Hits des Jahrtausends“, das der Kultursender Tschechischer Rundfunk – Vltava ausgestrahlt hat.

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