Aufnahmepr üfungen an tschechischen Universitäten

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All jene Bewerber, die an einer tschechischen Universität studieren wollen, erfahren dieser Tage die Ergebnisse ihrer vorangegangenen Bemühungen. An tschechischen Unis müssen nämlich Aufnahmeprüfungen abgelegt werden. Wie es in dieser Hinsicht beim Studium der deutschen Sprache und der Philologie aussieht, das berichtet unser freier Mitarbeiter Martin Jezek.

Ein Bewerber hat das Aufnahmeverfahren ironisch beschrieben: Es sei keine Prüfung, sondern eine Probe. Man probiere aus, ob es klappt oder nicht. Ihr Glück wollte auch Mirka Stilipova aus Rokycany in Westböhmen probieren. Sie hatte gleich drei Anmeldungen abgeschickt, eine davon an die Prager Germanistik an der Philosophischen Fakultät:

"In den Tests waren mehrere Schriftsteller aufgelistet. Man musste dann das jeweilige Werk zuordnen. Das mag einfach klingen, aber es waren das keine bekannten Werke, von denen man in der Schule lernt. Es war etwas von Goethe da. Irgendwas, was er am Rande geschrieben hat. Das kannte keiner."

Eva Salcmannova vom Lehrstuhl für deutsche Sprache an der Westböhmischen Universität in Pilsen berichtete, dass sich für das Lehramt Deutsch etwa 400 Leute beworben haben. Etwa jeder zweite wird aufgenommen. In allen Sprachfächern an tschechischen Universitäten ist die Zahl der zurückgewiesenen Bewerber groß. Diese Tatsache kommentiert Jana Hrboticka, Direktorin des Kirchlichen Gymnasiums in Pilsen:

"Wir können die Schüler auf keine Details vorbereiten. Sie selbst haben auch nicht die Möglichkeit. Wenn die Prüfungskommissionen nach etwas besonders speziellem fragen, dann brauchen sie halt nur einen Grund, um jemanden rauszuschmeißen."

Mirka Stilipova wäre mit dem Aufnahmeverfahren schnell fertig:

"In Deutschland werden das Abiturzeugnis und andere Noten aus der Mittelschule berücksichtigt. Ich finde das gut. Aber dazu müsste das Abitur in Tschechien einheitlich werden."