Aus Tschechien nach Tansania: Heimkehr eines Nashorns

Spitzmaulnashorn Eliška (Foto: Khalil Baalbaki, Archiv des Zoos von Dvůr Králové nad Labem)

Ein Spitzmaulnashorn aus Tschechien ist in dieser Woche in Tansania eingetroffen. Es soll dort in einem Nationalpark ausgewildert werden und bei der Rettung der bedrohten afrikanischen Tierart helfen.

Spitzmaulnashorn Eliška (Foto: Khalil Baalbaki, Archiv des Zoos von Dvůr Králové nad Labem)
Eliška ist ein Spitzmaulnashorn-Weibchen. Es wurde 2012 im Zoo von Dvůr Králové nad Labem / Königinhof an der Elbe in Tschechien geboren. Im Rahmen eines Rettungsprogramms ist es nun in das Land seiner Vorfahren gebracht worden. Nach 30 Stunden im Flugzeug und in Lkws kam das Tier im Nationalpark Mkomazi an. Pfleger Jan Stejskal ist mit nach Afrika gereist:

„Ich bin froh, dass Eliška die Reise überlebt hat, dass sie die Transportkiste verlassen hat und alles in Ordnung ist.“

In Tansania wurde das Weibchen mit Äpfeln und tschechischem Brot begrüßt:

Foto: ČTK
„Das sind jene Lockmittel, die bei Nashörnern am besten funktionieren – zumindest in Tschechien. Hier in Afrika wird sich dies sicher schnell ändern.“

Eliška bleibt nun einen Monat lang in einem Gehege, um sich an die neuen Pfleger zu gewöhnen. Danach kommt das Nashorn-Weibchen schrittweise in größere Ausläufe, zum Schluss mit der Fläche eines Quadratkilometers. Erst nach dieser Anpassungszeit wird Eliška in ein offenes Gehege mit weiteren Tieren zusammengeführt.

Ivana Cinková (Foto: Archiv der Palacký-Universität in Olomouc)
Das Ziel des Rettungsprogramms, an dem sich der Zoo in Dvůr Králové beteiligt, ist die Stärkung der Spitzmaulnashorn-Bestände in Afrika. Gefahr für die massigen Tiere droht vor allem vom Menschen. Nashörner wurden über Jahrhunderte gejagt. Die Zoologin Ivana Cinková hat über Nashörner geforscht:

„Die Wilderei erlebt in letzter Zeit einen großen Boom. Im Jahr 2007 wurden zum Beispiel in der Südafrikanischen Republik insgesamt 13 Tiere getötet. In den zurückliegenden drei Jahren waren es über 3000 Nashörner.“

In der östlichen Medizin gibt es den Glauben, die Hörner der Tiere würden Heilkraft besitzen. Außerdem gelten sie als Symbol des Reichtums:

„Die Hörner sind sehr teuer. Ein Kilo wird heute auf dem Schwarzmarkt für 65.000 US-Dollar verkauft. Das Horn eines Spitzmaulnashorns wiegt bis zu zehn Kilo, das heißt, dass das Tier viel Geld mit sich trägt.“

Spitzmaulnashorn Eliška (Foto: ČTK)
1970 lebten in Afrika rund 65.000 Spitzmaulnashörner. Heute sind es etwa 5000 Tiere. Von der östlichen Unterart, die in Dvůr Králové gezüchtet wird, gibt es nur noch etwa 800 Exemplare. Der Zoo beteiligt sich seit mehreren Jahren an der Rettung der fast ausgestorbenen Tierart. 2009 wurden drei Nashörner von dort nach Tansania umgesiedelt. Das Weibchen Deborah hat im dortigen Nationalpark mittlerweile zwei Kälber geboren.

Seit den 1970er Jahren werden Nashörner in Dvůr Králové gezüchtet, und das mit viel Erfolg. Insgesamt 43 Spitzmaulnashorn-Kälber kamen dort bereits zur Welt.