Bahn fahren in der Tschechischen Republik

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Keine Frage, die Eisenbahn ist in der Tschechischen Republik seit jeher ein beliebtes - weil billiges - Verkehrsmittel. Nach 1989 machte ihr allerdings der neue Autoboom zu schaffen. 1999 aber kam die Trendwende, seitdem geht es mit den Kundenzahlen der Tschechischen Bahn - hierzulande Ceske Drahy genannt - wieder bergauf. Olaf Barth berichtet.

Im Durchschnitt fährt der tschechische Bürger, wie man bei der Bahn ausgerechnet hat, siebzehnmal per annum mit dem Zug. Und auch wenn für 2001 noch keine genauen Zahlen vorliegen, ein paar Prozent habe man wieder zugelegt, meint Pavel Tesar, der stellvertretende Sprecher der Tschechischen Bahn. Pünktlich zum 1.1. 2002 vollzog man dann das, was man vornehm Tarifanpassung nannte - kurz gesagt: Preiserhöhungen. Pavel Tesar, erklärt das wie folgt:

"Seit dem 1. Januar 2002 gelten in der Tschechischen Republik die sog. "gewöhnlichen Tickets". Damit ist verbunden, dass Reisende, die keinen Anspruch auf eine der zahlreichen Ermäßigungen haben, ca. 60% mehr für eine Fahrkarte bezahlen als jene, die im Besitz einer Kundenkarte der Bahn sind. Wir gehen allerdings davon aus, dass nur rund 5% der Bahnkunden nicht in den Genuss von Ermäßigungen kommen, so dass nur für eine kleine Gruppe das Bahn fahren teurer wird."

Ermäßigungsberechtigt sind z.B. Kinder unter 15 Jahren, Studenten, Rentner oder behinderte Mitbürger. Wer keiner dieser Gruppen angehört, kann die Kundenkarte - die sog. Z- Card - quasi an jedem Schalter erwerben. Sie kostet 200 Kronen (ca. 6 Euro) und ist gegen Vorlage eines Passes oder Personalausweises erhältlich. Doch was kosten die Fahrkarten? Nun, mit Z- Card zahlt man für eine Einzelfahrt innerhalb der Zone 7-10 Km 10 Kronen (etwa 30 Eurocents), für eine Fahrtstrecke von 91-100 Kilometer 70 Kronen - nicht ganz 2 Euro. In der allgemeinen Tarifgruppe sind die gleichen Strecken um die genannten 60% teurer - kosten also 16 bzw. 120 Kronen. Wie Herr Tesar mitteilte, seien vor allem die langen Strecken preislich günstiger. So kostet z.B. ein Rückfahrtticket von Prag nach Dresden 866 Kronen (ca. 25 Euro), mit Ermäßigung 744 Kronen.

Und gerade im Fernreiseverkehr möchte man künftig bessere Leistungen bieten. Dazu Pavel Tesar:

"Derzeit modernisieren wir den Eisenbahn-Korridor, der Wien mit Prag und Berlin verbindet. Es geht darum, die Reisezeiten erheblich zu verkürzen. Es gibt auch einige Pläne für Hochgeschwindigkeitsstrecken. Die reichen allerdings in das Jahr 2015."

Abschließend hat Herr Tesar noch einen guten Tipp für deutsche Touristen, die das tschechische Grenzgebiet bereisen möchte: Mit dem Deutsche Bahn-Angebot "Schönes Wochenende" könne man nämlich auch die tschechische Grenzregion per Bahn besuchen. Also auf geht's zu den böhmischen Nachbarn!!!

Autor: Olaf Barth
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