Baltische und spanische Musik im Blickpunkt: Musikfestival Prager Frühling beginnt

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14 Orchester, 65 Solisten und Dirigenten und 19 Kammerensembles treten in diesem Jahr beim internationalen Musikfestival Prager Frühling auf. Die Musikfestspiele werden am Donnerstag mit einem Konzert der Tschechischen Philharmonie eröffnet.

Roman Bělor (Foto: ČTK)
Das Musikfestival Prager Frühling findet zum 71. Mal statt. Die Festivaldramaturgie ist jedes Mal sehr breit angelegt. Sie hat nie nur ein einziges Thema, das das gesamte Programm umfasst. In jedem Jahr gebe es aber doch einige Schwerpunkte, sagt Festivaldirektor Roman Bělor:

„In diesem Jahr haben wir uns für zwei regionale Prioritäten entschieden. Eine davon sind die baltischen Staaten. Wir sind uns dessen oft nicht bewusst, dass die drei baltischen Länder zwar klein, aber musikalische Großmächte sind. Genauso wie Tschechien ein kleines Land ist, das jedoch ein großes Musikerbe hat. Wir möchten beim Festival auf die Bedeutung der drei baltischen Länder für die internationale Musikwelt aufmerksam machen. Die zweite regionale Priorität sind Spanien und Lateinamerika. Ich habe den Eindruck, dass diese Regionen zuvor beim Festival übersehen wurden.“

Paavo Järvi (Foto: ČTK)
Die baltischen Länder sind gleich beim Eröffnungskonzert vertreten. Die Tschechischen Philharmoniker spielen Smetanas Zyklus sinfonischer Dichtungen „Mein Vaterland“ unter der Leitung des estnischen Dirigenten Paavo Järvi. Mit einem Konzert stellt sich in Prag das Litauische nationale Symphonieorchester vor. Aus Litauen, genauer aus Kaunas, kommt auch ein renommierter Chor. Ein Konzert hat beim Festival zudem das lettische Schwesternduo Baiba und Lauma Skride. Das Programmangebot aus dem Baltikum beweise die musikalische Stärke dieser Länder, so der Festivaldirektor. Zu der anderen Priorität bemerkte er:

„Was Spanien anbelangt, da gibt es fast ein kleines spanisches Festival innerhalb des Prager Frühlings. Am 16. Mai spielt das Ensemble der Barockmusik Al Ayre Español. Das Ensemble RETOrno macht am nächsten Tag das Publikum mit der historischen Entwicklung des Flamencos bekannt. Der spanische Pianist Javier Perianes wird neben seinem Konzertabend auch Solist beim Konzert der Prager Rundfunksymphoniker sein.“

Neben den tschechischen und litauischen Philharmonikern spielen in Prag diesmal unter anderem auch das BBC Symphony Orchestra und die Staatskapelle Berlin, die von Daniel Barenboim geleitet wird. Der international anerkannte deutsche Countertenor Andreas Scholl tritt mit dem Ensemble Collegium 1704 auf. Auf dem Programm sind die Werke von Henry Purcell. Die Schweizer Sopranistin tschechischer Herkunft Martina Janková wird bei ihrem Konzert unter anderem Lieder von Leoš Janáček singen. Sie wird von Gerard Wyss am Piano begleitet. Auf dem Festivalprogramm stehen auch einige Opernvorstellungen sowie ein Rockkonzert von Radim Hladík und seiner Band Blue Effect.

Das Musikfestival Prager Frühling findet vom 12. Mai bis 4. Juni statt. Mehr über das Programm erfahren Sie unter www.festival.cz.