Banken in Tschechien bestehen weiteren Stresstest

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Die Banken in Tschechien haben einen weiteren Stresstest bestanden. Der Bankensektor des Landes sei nach wie vor gefeit vor einem Wirtschaftseinbruch, gab die Tschechische Nationalbank (ČNB) am Dienstag bekannt. Auch bei einem Einbruch könnte die überwiegende Mehrheit der Kreditanstalten die geforderte Kapitaldeckung von mindestens acht Prozent aufrecht halten, hieß es.

ČNB (Foto: Štěpánka Budková)
Insgesamt sind 45 Banken und Filialen ausländischer Bankhäuser auf dem tschechischen Markt tätig. Nur bei zwei kleineren Bankhäusern stellte die ČNB Mängel am Geschäftsmodell fest. Diese hätten jeweils aber weniger als ein Prozent Anteil am Markt, hieß es. Insgesamt habe die Entwicklung im zurückliegenden Jahr jedoch bestätigt, dass ansonsten die Banken über genügend Kapital- und Liquiditätsreserven verfügen würden, schreibt der Gouverneur der Zentralbank, Miroslav Singer, in einer Pressmitteilung seines Hauses.

Überprüft wurden zudem 51 Versicherungen und Filialen von ausländischen Versicherern auf dem tschechischen Markt. Aufgrund ihres Kapitalpolsters seien auch sie stabil genug, um einer etwaigen negativen wirtschaftlichen Entwicklung zu trotzen.

Miroslav Singer (Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Als stärker risikobehaftet bewertete die Nationalbank jedoch das Segment der genossenschaftlichen Darlehenskassen, von denen es in Tschechien insgesamt zwölf gibt. So sei dort der Anteil fauler Kredite am Gesamtumfang in den zurückliegenden zwölf Monaten stark angestiegen. Laut der ČNB liegt dieser Anteil mittlerweile bei 23 Prozent. Miroslav Singer forderte daher Gesetzänderungen. So sollten die Darlehenskassen nur noch ihren eigenen Mitgliedern Kredite gewähren dürfen.

Autor: Till Janzer
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