Brief vom Christkind: Weihnachtspostamt in Boží Dar öffnet

Boží Dar ist die höchstgelegene Stadt in Tschechien und grenzt unmittelbar an Deutschland. Auf Deutsch heißt sie Gottesgab. Wegen dieses Namens hat die Gemeinde im Erzgebirge seit 31 Jahren immer ein Weihnachtspostamt. Am Montag hat es wieder aufgemacht.

Foto: Tomáš Petrilák,  Tschechischer Rundfunk

Noch ist es auf den Höhen des Erzgebirges nicht so richtig winterlich. Nur einige Flecken Schnee liegen dort. Aber dem Christkind macht das überhaupt nichts. In Boží Dar hat nämlich die Weihnachtspost gerade Hochbetrieb. Postbeamtin Jitka Čermáková öffnete am Montag den Spezialbriefkasten vor dem Infozentrum...

„Und er ist voll. Am Samstag und Sonntag ist er randvoll geworden“, sagt Čermáková.

Foto: Tomáš Petrilák,  Tschechischer Rundfunk

Alle wollen nur eins: einen Stempel der sogenannten Christkindpost. Das Vorgehen ist simpel. Daniela Tautermannová leitet das Infozentrum von Boží Dar und auch das Postamt der Erzgebirgsstadt:

„Der ganze Prozess läuft so ab, dass wir Post erhalten, in der sich die Weihnachtsgrüße befinden. Wir packen diese Karten oder Briefe aus, versehen sie alle einzeln mit unserem Sonderstempel und schicken sie an die genannten Adressaten.“

Jedes Jahr hat der Sonderstempel ein anderes Motiv. 2011 waren es zum Beispiel Glocken oder 2004 eine lachende Schneeflocke. In diesem Jahr sind es Äpfel und Zweige sowie der Schriftzug Boží Dar. Tautermannová fügt hinzu:

„Das Interesse an der Christkindpost ist jedes Jahr ungefähr gleich groß. Das heißt, wir erhalten mehrere Tausend Zuschriften, die sich nicht nur jetzt, sondern schon im Laufe des Jahres ansammeln. Unser Rekordjahr war 2016. Da haben wir 368 Kilogramm Weihnachtspost abgestempelt.“

Foto: Lenka Šipošová,  Tschechischer Rundfunk

Čermáková weiß auch, dass längst nicht nur Kinder die Post mit dem Weihnachtsstempel erhalten…

Foto: Tomáš Petrilák,  Tschechischer Rundfunk

„Am häufigsten schreiben Philatelisten. Sie nennen auch jeweils eine genaue Stelle auf der Karte oder dem Brief, auf die der Stempel gesetzt werden soll. Am liebsten haben sie drei Stempel, also einmal rund um die Briefmarke“, so die Postbeamtin.

Die Christkindpost in dem Städtchen auf dem Erzgebirgskamm ist aber längst nicht nur bei Menschen aus Tschechien beliebt. Die Zuschriften kommen ebenso aus dem Ausland, manchmal sogar von Übersee. Und sie sollen – entsprechend frankiert – dann wieder dorthin zurückgehen.

Foto: Jana Strejčková,  Tschechischer Rundfunk

„Zum Beispiel nach Kanada, nach Thailand, sogar nach Australien. Und natürlich schreibt ganz Europa, vor allem Deutsche und Österreicher“, zählt Jitka Čermáková auf.

Noch bis 23. Dezember hat das Weihnachtspostamt in Boží Dar geöffnet. Seine Briefwünsche kann man selbstverständlich auch vor Ort direkt in den Postkasten werfen. Eine nette Gelegenheit ist sicher der Weihnachtsmarkt in der Stadt an diesem Samstag.

Mehr Informationen zur Christkindpost finden sich auf der Website von Boží Dar (www.bozidar.cz), und das auch auf Deutsch.

Autoren: Till Janzer , Tomáš Petrilák | Quelle: Český rozhlas
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