Chodsko - Chodenland

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Wir werden in der heutigen Touristensprechstunde den südwestlichen Winkel Böhmens besuchen. Chodsko oder das Chodenland ist die einzige Gegend in Böhmen, wo sich Volkstraditionen bis ins 20. Jahrhundert bewahrt haben. Warum - darauf suchen wir in unserer heutigen Sendung eine Anwort, bei der Sie Marketa Maurova herzlich begrüßt.

Zunächst haben wir eine Empfehlung für Sie. In Klenci, dem bekanntesten unter den Chodendörfern, wird an diesem Wochenende ein Fest veranstaltet. Neben einer Folklorefeier, die für den Sonntag Nachmittag vorgesehen ist, fand dort am Samstag ein Seminar über die Geschichte des Chodenlandes für alle Ankommenden statt. Einen Vortrag hielt in Klenci auch der Historiker Eduard Maur. Ich fragte ihn, was man sich eigentlich unter dem Begriff Chodenland vorstellen soll:

Mit der Volkstradition des Chodenlands, mit der dortigen Tracht, Volkskunst oder Architektur machen Sie sich am besten im Chodischen Museum in Domazlice/Taus bekannt. Für die männliche Tracht ist eine gelbe Hose, aber vor allem ein langer Mantel typisch, den schwarze Einfassungen und weiße Stickereien schmücken. Auf dem Kopf sitzt entweder ein breiter schwarzer Hut oder eine Mütze aus Fischotterpelz. Die Frauentracht ist wesentlich komplizierter. Die festliche Bekleidung besteht aus einem roten Rock, einem bunten Vortuch und einem roten Leibchen, das mit Flittergold bestickt und mit Glasscherben geschmückt ist. Über dem Leibchen trägt die Frau noch ein buntes Tuch mit Fransen. Den Kopf bedeckt ein schwarzes Tuch, das in zwei Ecken mit Blumenmotiven bestickt wird. Eine der typischsten Äußerungen der Volkskunst stellt die Keramik dar. In Kolovec produzierte man schon im 17. Jahrhundert Schalen, Krüge, Tassen und Töpfe aus rotem Ton, geschmückt mit weißen, braunen und dunkelgrünen Pflanzen- und Tiermotiven. Ein jüngeres Zentrum entstand in Klencí. Das Geschirr wird dort bis heute mit bunten Feldblumen, Kornblumen, Margeritten oder Klatschmohn auf weißer oder schwarzer Grundlage bemalt. Gibt es aber typische Erscheinungen, die man nur im Chodenland findet und die nirgendwo mehr in Tschechien gepflegt wurden?

Das Gebiet, das wir heute Chodenland nennen, ist wesentlich kleiner als das historische Chodenland. Davon spricht weiter der Historiker Eduard Maur.

Die am Anfang des 19. Jahrhunderts immer noch lebendige Volkstradition erlebte dank den spezifischen historischen Bedingungen einen besonderen Aufschwung.