Das Smetana-Quartett

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Am 15. Februar ist der herausragende tschechische Cellist Antonín Kohout im Alter von 93 Jahren in Prag gestorben. Er war der Gründer und Ideengeber des Smetana-Quartetts. Dieses Ensemble hat eine wesentliche Rolle in der tschechischen Kammermusik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gespielt. An die Spielkunst des Quartetts wollen wir in der heutigen Sendung erinnern.

Smetana-Quartett (Foto: YouTube)
Das Smetana-Quartett entstand aus dem Streichquartett des Tschechischen Konservatoriums, es wurde 1943 eben von Antonín Kouhout gegründet. Im November 1945 gab das Ensemble als Smetana-Quartett seine ersten Konzerte in Prag. Lange Jahre galt es als das beste tschechische Streichquartett. Die längste Zeit spielte das Quartett in der Zusammensetzung Jiří Novák, Lubomír Kostecký, Milan Škampa und Antonín Kohout. Seine Bedeutung liegt nicht nur im spielerischen Können der Musiker, sondern auch in ihrer pädagogischen Tätigkeit. Zahlreiche neue Streichquartette knüpfen heute an das Smetana-Quartett an.

Foto: Supraphon
Zwei Dominanten findet man im Repertoire des Smetana-Quartetts. Die erste ist die tschechische Musik, besonders die Kammerwerke von Smetana, Janáček und Dvořák. Den zweiten Schwerpunkt in der Konzerttätigkeit des Smetana-Quartetts bilden Kompositionen von Ludwig van Beethoven. Das Ensemble hat von Anfang an Beethovens Streichquartette einstudiert und aufgeführt. Fast 1500 Konzerte mit Werken des deutschen Komponisten soll es gespielt haben. Dies gilt von der Einstudierung der Großen Fuge im Jahr 1945, bis zum allerletzten Auftritt im Juni 1989, der symbolisch von Beethovens letztem Quartett F-Dur op. 135 beschlossen wurde.