Der diesjährige Welt-AIDS-Tag ist vor allem an Männer gerichtet

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AIDS kennen wir seit fast zwei Jahrzehnten, die Ärzte haben dennoch bisher kein Mittel zur Heilung gefunden. Eine Solidarität mit den Opfern dieser tödlichen Krankheit zeigt der Welt-AIDS-Tag, der jährlich am 1. Dezember begangen wird. Über die Aktionen, die an diesem Tag in Tschechien stattfinden, berichtet Daniela Kralova.

Obwohl die frühere Tschechoslowakei eines der letzten europäischen Länder war, in dem ein AIDS-Fall registriert wurde, ist diese unheilbare Krankheit inzwischen auch hierzulande ein Problem. Wie auch im Westen sind es zumeist Drogenabhängige und Homosexuelle, die sich mit dem tödlichen HIV-Virus anstecken. Gerade deshalb ist der diesjährige AIDS-Tag vor allem an Männer gerichtet.

Die tschechische Gesellschaft AIDS-Hilfe veranstaltet am Freitag aus diesem Anlass eine Aktion, bei der die Öffentlichkeit an Informationsständen Materialien zur AIDS-Problematik erhalten kann. Außerdem soll die tschechische First Lady Dagmar Havlova das sogenannte Lichthaus besuchen, in dem HIV-positive Menschen betreut werden. Die Frau des Präsidenten Vaclav Havel soll den Lichthausbewohnern ein Geschenk übergeben, mit dem die Stiftung "Vision 97", die das Ehepaar Havel vor drei Jahren gründete, das Leben im Lichthaus angenehmer machen soll. Das Lichthaus ist die einzige Einrichtung dieser Art in Mittel- und Osteuropa: Dort können HIV-Positive und AIDS-Kranke ein Obdach finden und Interessenten sich einem kostenlosen anonymen HIV-Test unterziehen.

Kostenlos sollen die anonymen Tests aus finanziellen Gründen nicht mehr lange bleiben. Eine Ausnahme würde man dabei nur für Leute aus den sogenannten Risikogruppen machen. Alle anderen, die von der Krankenkasse eine Kostendeckung verlangen, müssten ihren Namen angeben. Nach den Worten der Chefin des AIDS-Referenzlabors Marie Bruckova könnte man dann das ersparte Geld für die Prävention verwenden.

Anders äußerte sich der Chef der staatlichen Hygienebehörde Michael Vit. Seiner Meinung nach sollten wir auf das bestehende Testsystem nicht verzichten. Würden nämlich die anonymen Tests kostenpflichtig werden, würden sich die Leute aus den Risikogruppen diesen nicht mehr unterziehen.

Für einen hohen Anteil der Pflege der HIV-positiven Menschen muss der Staat aufkommen. Nach den Worten von Michael Vit erstatten die Krankenkassen nämlich nur etwa acht Prozent des Betrags, der für die Pflege notwendig ist.

Autor: Daniela Kralova
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