Deutsche Schule plant Ausbau zur Begegnungs-Schule

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Pünktlich zum Schulbeginn macht auch die Deutsche Schule in Prag mit Neuigkeiten auf sich aufmerksam. Dort startet in diesem Herbst die deutsch-tschechische Begegnungsschule. Was dahinter steckt, weiß Jürgen Webermann:

Nach einjähriger Vorbereitungszeit wird es Mitte Oktober ernst: Dann nimmt die erste Klasse den Unterricht auf. Sie wird jedoch zunächst eine reine, einjährige Sprachklasse für tschechische Kinder der Jahrgangsstufe 5 sein. Schulleiter Wolfgang von Hinten erläutert den Hintergrund des Unterrichts-Projektes:

Der jetzt beginnende Sprachkurs soll die Kinder auf den erst im Oktober 2001 startenden deutsch-tschechischen Unterricht vorbereiten. Mit derzeit noch laufenden Werbekampagnen in den großen Prager Tageszeitungen will die Schule bis zu 100 Interessenten anlocken. Am Kurs können sowohl Kinder teilnehmen, die bereits über Deutschkenntnisse verfügen, als auch Schüler, die ganz neu anfangen. Ein Jahr lang wird die Gruppe dann kostenlos unterrichtet, auch Bücher und weitere Lehrmaterialien werden von der Schule zur Verfügung gestellt. Schulleiter von Hinten hofft, dass sich anschließend bis zu 25 Kinder endgültig für die Begegnungsklasse entscheiden.

Die Schule strebt zusätzlich die Aufnahme ins tschechische Schulnetz an, um dadurch auch Finanzmittel vom tschechischen Staat zu erhalten. Die Schulgelder für die Kinder sollen so möglichst gering gehalten werden. Verhandlungen mit dem Prager Schulministerium laufen derzeit noch. Das Anliegen des Schulleiters ist jedoch eindeutig: An der Begegnungsklasse sollen nicht nur Schüler aus reicheren Elternhäusern teilnehmen können.

Wenn alles nach Plan läuft, hat die erste Begegnungsklasse also im Oktober 2001 Premiere. Die Früchte werden jedoch viel später geerntet. Die ersten gemeinsamen Abiturzeugnisse werden schließlich erst im Jahr 2009 ausgegeben.

Autor: Jürgen Webermann
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