Deviseninterventionen haben Exportwirtschaft Milliarden gebracht

Foto: Barbora Němcová

Die Deviseninterventionen der Nationalbank haben den tschechischen Exportfirmen fast 50 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen beschert. Dies hat der Verband der Exporteure mitgeteilt.

Foto: Barbora Němcová
Die Nationalbank hatte ihre Deviseninterventionen im November 2013 gestartet, dadurch liegt der Kurs der tschechischen Währung fast gleichbleibend bis heute bei 27 Kronen je Euro. Am Donnerstag kündigten die Nationalbanker aber an, dass sie zu jedem möglichen Zeitpunkt ab April die Interventionen beenden könnten.

Konkret haben die Exporteure 687 Milliarden Kronen (25,44 Milliarden Euro) direkt zusätzlich eingenommen sowie 590 Milliarden Kronen (21,8 Milliarden Euro) indirekt. Das Bruttoinlandsprodukt in Tschechien hat sich dadurch um 147 Milliarden Kronen (5,44 Milliarden Euro) erhöht.

Die zusätzlichen Umsätze seien von den Exportfirmen zum einen dazu genutzt worden, ihre Konkurrenzfähigkeit auszubauen, zum anderen für höhere Löhne, so der stellvertretende Verbandsvorsitzende Otto Daněk. „Einen bedeutenden Teil des Geldes haben sie in Technologien investiert, mit denen sie für schlechtere Zeiten gewappnet sind, etwa auch für die Zeit nach Beendigung der Deviseninterventionen“, sagte Daněk.

Otto Daněk (Foto: Archiv von Otto Daněk)
Im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren von Firmen aus Tschechien erneut. Der Zuwachs lag bei 2,3 Prozent und das Gesamtergebnis bei einem Rekordwert von fast vier Billionen Kronen (fast 150 Milliarden Euro). Diese positive Entwicklung dürfte sich dieses Jahr jedoch wegen der zu erwartenden stärkeren Krone nicht fortsetzen, glaubt Otto Daněk.

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende erinnerte zudem daran, dass die Löhne in Tschechien bereits seit anderthalb Jahren konstant steigen, und zwar um Werte von vier Prozent. Dies sei beispielslos in der Wirtschaftsentwicklung hierzulande, sagte Daněk.

Autor: Till Janzer
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