Die tschechischen Chaos-Heimwerker Pat und Mat werden 50

Wenn diese beiden Zeichentrickfiguren etwas in die Hand nehmen, dann geht es mit Sicherheit daneben: Pat und Mat. Sie sind nun 50 Jahre alt geworden, aber keineswegs geschickter.

Pat und Mat wollen zum Beispiel ein großes Bild aufhängen. Doch als Problem erweist sich bereits, dieses durch die Wohnungstür zu bekommen. In der Folge ist zu sehen, welche Verwüstungen man mit Hammer, Säge, Bohrer und Leiter anrichten kann.

Vladimír Jiránek | Foto: Tschechisches Fernsehen

Seit genau 50 Jahren sind die beiden ungeschickten Heimwerker mit solchen Situationen konfrontiert. Die beiden stummen Helden des Chaos waren erstmals am 12. August 1976 in einem Kurzfilm zu sehen. Gedreht wurde er von Lubomír Beneš. An den Figuren arbeitete auch der Zeichner und Karikaturist Vladimír Jiránek mit. Für seine Ohren seien Pat und Mat überhaupt nicht stumm, sagte er in einer Doku des Tschechischen Fernsehens (ČT) aus dem Jahr 1993:

„Mit diesen Figuren ist es so: Wenn ich sie ausschimpfe, entsteht ein Dialog. Nur der Außenstehende hört das nicht. Dann antworten sie mir, und wir einigen uns auf einen annehmbaren Kompromiss für beide Seiten.“

Namensgabe erst 1989

Die Inspiration für Pat und Mat waren angeblich Benešs frühere humoristische Zeichnungen über Heimwerker. Der darauf basierende Kurzfilm von 1976 hatte Erfolg bei den Zuschauern. Und so entstand drei Jahre später eine Fernsehserie mit dem Titel „A je to!“ (Und fertig!).

Foto: Bioscop

Erst 1989 bekamen die beiden Figuren ihre heutigen Namen. „Pat a Mat“ hieß dann auch die neue Serie mit ihnen. Mit der Namensgebung wollte man angeblich den Verkauf ins Ausland ankurbeln. Und tatsächlich wurden die beiden Figuren auch außerhalb der Tschechoslowakei sehr beliebt – etwa in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen, aber auch weit entfernt in Brasilien und ebenfalls im Iran.

Marek Beneš ist der Sohn des Schöpfers von Pat und Mat. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1995 trat er in dessen Fußstapfen. Von ihm stammt auch der erste abendfüllende Film, der zum 40. Geburtstag der beiden Heimwerker erschien. Und damals sagte Marek Beneš in einem Interview für die Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:

„Die Namen Pat und Mat sind sogar ins Persische eingeflossen, als Ausdruck für Ungeschicklichkeit. Man sagt also, jemand sei wie Pat und Mat. Die beiden sind dort populärer als die Tschechische Republik.“

Marek Beneš | Foto: Prokop Havel,  Tschechischer Rundfunk

Neuer Film im Oktober

Pat ist übrigens der Kleinere im gelben Pulli, Mat der Größere im roten Pulli. Der Kopf von Mat entstand laut Marek Beneš so, dass sein Vater einfach Gips in ein leeres Hühnerei goss. Heutzutage hilft moderne Technik bei der Produktion neuer Folgen, inklusive 3D-Druck.

Und die Fans dürfen sich schon jetzt freuen: Im Herbst kehren die Chaos-Heimwerker zurück ins Kino. Konkret läuft in Tschechien am 8. Oktober ein neuer Film an mit dem Titel „Pat a Mat: Zpátky na venkově“ (Pat und Mat: Zurück auf dem Land). Es ist im Übrigen schon der vierte lange Kinofilm von Marek Beneš mit diesen beiden Hauptfiguren.

Wer nicht bis in den Herbst warten möchte, der kann derzeit auch eine Ausstellung zu Pat und Mat besuchen. Sie ist im Regionalmuseum von Litomyšl zu sehen, und zwar noch bis 30. August. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr.

Autoren: Till Janzer , Martin Hrnčíř | Quellen: Český rozhlas , ČTK
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