Digitale Revolution feiert Geburtstag – 20 Jahre Internet in Tschechien

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Die digitale Kommunikation ist ein fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden: auf der Arbeit, zu Hause und seit einiger Zeit auch unterwegs auf dem Handy. Auch in der Tschechischen Republik werden das World Wide Web, aber auch weitere Möglichkeiten des Internets, intensiv genutzt. Nun feiert man hierzulande den 20. Geburtstag der ersten offiziellen Anbindung, damals noch der vereinten Tschechoslowakei, an den weltweiten Datenstrom.

Das eigentliche Internet, das allumfassende globale Datennetz, hat seine Ursprünge im Jahr 1969. Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte damals durch seine Forschungsagentur Arpa ein Datennetz entwickeln lassen, um Universitäten und Forschungseinrichtungen zunächst national und später auch international zu verknüpfen. Eine Erfolgsgeschichte, die aufgrund des Kalten Krieges erst spät in die Tschechoslowakei vordringen konnte. Aber auch dort erfolgte die erste offizielle Internetanbindung durch eine Universität:

„Im Jahr 1991 haben wir mit der Universität Linz Verhandlungen aufgenommen, die Uni hatte bereits eine Internetverbindung. Von dort bekamen wir ein Signal über eine reguläre Telefonleitung. Später haben wir dann eine Festnetzleitung benutzt, die symbolisch über zwei Drähte lief und die Universitäten Prag und Linz direkt miteinander verbunden hat.“

Václav Havlíček
erzählt der Rektor der technischen Hochschule Prag, Václav Havlíček. Die erste Verbindung kam durch die technologische Unterstützung der Firma IBM bereits im Jahr 1991 zustande: Sie ermöglichte den tschechischen Universitäten den Zugang zum Europäischen Akademischen Forschungsnetzwerk (Earn). Die Forscher konnten damals allerdings nur sehr langsam Daten austauschen.

Erst die Zweikanal-Leitung mit der Universität Linz, die am 13. Februar 1992 in Betrieb genommen wurde, gilt offiziell als Anknüpfung ans World Wide Web. Denn einer der beiden Kanäle konnte für allgemeine Webdienste genutzt werden. Von da ab ging die technische Entwicklung rasant weiter, wie Rektor Havlíček noch aus eigener Erfahrung weiß:

„In der ersten Jahreshälfte 1993 habe ich in Prag eine große internationale Konferenz veranstaltet, und ich konnte bereits von dieser Konferenz mit der gesamten Welt kommunizieren. Das ist eine rasende Entwicklung gewesen, das kann sich die heutige Generation gar nicht mehr vorstellen.“

Der Durchbruch auf dem Massenmarkt folgte. Die Telekommunikationsfirmen begannen, das Netz auszubauen. Jakub Votava, Manager des Bereichs Internetdienste der Firma Telefonica O2, dem Nachfolger der Tschechischen Telekom, berichtet von den Anfängen:

„Im Jahr 1996 haben wir begonnen, Festnetztelefone mit dem Internet zu verbinden. Und zu Beginn waren an unseren ersten Server 28 Modems angeschlossen.“

Kein Vergleich also zur heutigen Zeit, in der Millionen Menschen auch unterwegs über ihre Handys mit der ganzen Welt kommunizieren können.