Dreikönigssammlung wird in Tschechien eröffnet

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Es ist eine der größten und populärsten Spendenaktionen in Tschechien. Die Caritas organisiert in diesem Jahr bereits zum 13. Mal die so genannte „Dreikönigssammlung“. Die finanziellen Mittel werden für Projekte in Tschechien sowie im Ausland genutzt. Begonnen hat die karitative Sammlung bereits am Mittwoch.

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Nun begegnet man ihnen wieder auf den Straßen der tschechischen Städte: Kindern, die als die Heiligen drei Könige verkleidet Spenden für die Caritas sammeln. Sie tragen eine versiegelte Büchse mit einem Caritas-Logo und erklären den neugierigen Passanten, was für ein Projekt sie mit ihrer Spende unterstützen. Die Dreikönigssammlung entspricht der in den deutschsprachigen Ländern verbreiteten Sternsingeraktion. In Tschechien wurde die Tradition des Spendensammelns rund um den Tag der Heiligen drei Könige erst nach der Wende wiederbelebt. Die Organisatoren hoffen, dass die Menschen dieses Jahr genauso großzügig wie im Januar 2012 sein werden. Marek Navrátil vom Caritasverband der Diözese Olmütz ist Koordinator der Spendensammlung:

Marek Navrátil (Foto: ČT 24)
„Einerseits haben die Menschen in diesem Jahr weniger Geld, andererseits sehen sie aber die soziale Bedürftigkeit in ihrer Umgebung. Sie versuchen dann, ihre Solidarität mit den Bedürftigen stärker zu demonstrieren.“

Von den gespendeten Mitteln werden verschiedene Caritas-Projekte finanziert: Das Geld soll Senioren, Menschen mit Behinderung sowie sozial Bedürftigen helfen. Der Großteil der gesammelten Mittel wird für die Caritas-Arbeit direkt in der zuständigen Diözese genutzt. Pavel Šimek ist Vizechef des Caritasverbands der Prager Erzdiözese:

Seniorenheim in Mukařov (Foto: Archiv des  Caritasverbands der Prager Erzdiözese)
„Wir suchen jedes Jahr einige Projekte aus, die dann hauptsächlich aus der Spendensammlung finanziert werden. In diesem Jahr haben wir uns für die Unterstützung der Seniorenunterkünfte entschieden. Der Prager Caritasverband ist Träger eines Seniorenheims in Mukařov bei Prag und verwaltet zudem eine Notunterkunft für Senioren in Prag.“

Zehn Prozent der Spenden kommen Caritas-Projekten im Ausland zugute. Marek Navrátil:

„Wir werden unsere Arbeit in jenen Regionen fortsetzen, wo wir langfristig engagiert sind: Ein Teil der Spenden geht nach Haiti und wir helfen seit Jahren in der Ukraine, in Indien sowie in Afrika.“

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Vor allem auf dem Land besuchen die Spendensammler der Caritas auch Haushalte. Auf den Türbalken schreiben sie mit Kreide die Aufschrift C + M +B sowie die Jahreszahl 2013. Die drei Buchstaben sind eine Abkürzung für die lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat“, auf Deutsch „Christus segne dieses Haus“. Der Sinn ist einfach, so Pavel Šimek:

„Darin ist eine Symbolik enthalten. Wir sind froh, dass unsere Freiwilligen nicht nur um Geld bitten, sondern den Spendern zudem auf diese Weise einen Segen ins Haus bringen. Sie können sicher sein, dass sie etwas Gutes getan haben und damit eines der Sozialprojekte der Caritas unterstützten.“

Voriges Jahr kam eine Rekordsumme von rund drei Millionen Euro durch die Dreikönigssammlung zusammen. Die Aktion läuft in diesem Jahr noch bis Mitte Januar.