Ein Hase erobert tschechische Klassenzimmer

Quelle: Archiv des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut betreut seit nunmehr vier Jahren ein Projekt, das Deutsch in tschechische Kindergärten und Grundschulen bringen soll. In vielen tschechischen Klassenzimmern ist „Hans Hase“ bereits zu Hause. Uta Cöster leitet dazu Seminare für Erzieher und Erzieherinnen beziehungsweise Lehrer und Lehrerinnen aus Grundschulen. Am Samstag war sie im Goethe-Institut in Prag, um neue Lieder und Gedichte vorzustellen, aber auch über Erfahrungen und Probleme des Projektes zu sprechen.

Hans Hase (Quelle: Archiv des Goethe-Instituts)
„Deutsch mit Hans Hase“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts. Ziel ist, Kindern bereits im Kindergarten und in der Grundschule Deutsch beizubringen. Der Unterricht erfolgt spielerisch mit Hilfe von einer Handpuppe. Uta Cöster unterrichtet selbst Kinder in Tschechien mit Hilfe dieses Projekts und weiß, wer „Hans Hase“ eigentlich ist:

„Hans Hase ist aus Deutschland. Er spricht und versteht ausschließlich Deutsch, und die Kinder, die im Kindergarten, in der Vorschule oder in der Grundschule Deutsch lernen, müssen ihm helfen. Wenn sie manchmal untereinander Tschechisch, Russisch oder eine andere Sprache sprechen, wissen sie genau, Hans versteht sie nicht. Sie müssen alle Deutschkenntnisse, die sie haben, mobilisieren. So können sie ihm auf Deutsch erklären, worüber sie sich gerade unterhalten.“

Das Goethe-Institut fördert frühes Fremdsprachenlernen. „Hans Hase“ kam zum ersten Mal 2008 in Ungarn zum Einsatz und ist inzwischen weltweit in den Klassenzimmern vertreten. Doch warum ist das Projekt so erfolgreich?

Štěpánka Laňová (Foto: Archiv des Goethe-Instituts)
„Hans Hase lebt, kann man da eigentlich nur sagen. Die Kinder sehen in ihm wirklich eine reale Person. Er ist ihr Freund, der Hilfe braucht. Sie sind gerne bereit, ihn in ihre Gruppe aufzunehmen, ihm alles zu erklären, zu zeigen und ihm zu helfen. Sie vergessen in dem Moment, dass es eine Handpuppe ist, dass dahinter eine Lehrerin steht, die eigentlich mit verstellter Stimme spricht. Hans Hase ist echt und gehört einfach real existierend zu den Kindern dazu.“

Štěpánka Laňová ist die Beauftragte für Bildungskooperation Deutsch am Prager Goethe-Institut und erklärt, weshalb der Unterricht im Kindesalter so wichtig ist:

„Es ist bekannt: Je früher man mit den Fremdsprachen anfängt, desto besser und einfacher ist es. Die Kinder haben keine Hemmungen, keine Probleme mit dem Sprechen. Wenn sie spielerisch lernen, ist es wirklich leicht. Deutsch ist eine wichtige Fremdsprache, und deshalb sollte sie schon im Kindergarten gelernt werden.“

Foto: Jaroslava Mannová, Archiv des Tschechischen Rundfunks
In Tschechien wird das Projekt immer beliebter. Vor allem in den Grenzgebieten zu Deutschland ist der Hase bereits in vielen Kindergärten und Grundschulen zu Hause. Doch auch in Prag, Brno und Plzeň ist er stark vertreten.

„Seit vier Jahren laufen Hans-Hase-Seminare bei uns im Goethe-Institut. An jedem Seminar nehmen so 12 bis 15 Erzieherinnen und Lehrerinnen teil. Das Projekt ist bereits in ganz Tschechien verbreitet. Das Problem ist, dass nicht jeder Kindergarten mit dem Deutschunterricht anfangen möchte, und deshalb gibt es immer noch nicht genügend Kindergärten, in denen Deutschunterricht stattfindet.“