Ein Viertel der tschechischen Arbeitnehmer lehnt deutsche Chefs entschieden ab

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Während Umfragen immer wieder belegen, dass der große Teil der Tschechen kein Interesse an einem EU-Beitritt ihres Landes hat und noch mehr Tschechen keinesfalls ins EU- Ausland arbeiten gehen wollen, hat eine Erhebung der Gesellschaft Gabel A&C ergeben, das 73% von Ihnen den deutschen Investoren hierzulande vertrauen. Mit der Frage, wie das Verhältnis zwischen tschechischen Arbeitnehmern und deutschen Arbeitgebern hierzulande aussieht, beschäftigt sich Olaf Barth.

59% der Tschechen seien dementsprechend an einer Anstellung in einem deutschen Unternehmen interessiert - noch mehr sogar in den Regionen Cheb/ Eger - nämlich 67% - und Ostrava 69%.

Dennoch, stattliche 25 % der tschechischen Arbeitnehmer wollen absolut keinen deutschen Boss haben. Möglicherweise liegt das daran, dass in der jüngeren Vergangenheit deutsche, aber auch andere ausländische Arbeitgeber vermehrt in die Kritik gerieten. Besonders markig äußerte sich der Gewerkschaftsvorsitzende Richard Falbr, der die ausländischen Investoren als arrogant bezeichnete und ihnen vorwarf, die Rechte ihrer Angestellten z.T. mit Füßen zu treten.

So soll eine österreichische Supermarktkette ihre Mitarbeiter gezwungen haben, auch Waren mit überschrittenem Haltbarkeitsdatum zu verkaufen. Bei einem deutschen Konkurrenten soll man die Angestellten zu unbezahlten Überstunden genötigt haben. Gegen ein anderes großes deutsches Unternehmen haben Gewerkschaften Anzeige wegen der Einschränkung von Gewerkschafts- und Arbeitnehmerrechten erstattet.

Viele der deutschen Unternehmer reagieren auf die Kritik der Gewerkschaften mit Gegenvorwürfen in die Richtung der tschechischen Arbeitnehmer, z.B.: Die Arbeitsmoral aus sozialistischen Zeiten habe sich weitgehend erhalten, man mache zu viele Pausen und wolle das Wochenende schon Freitagmittag einläuten. Und schließlich werde in den Betrieben nach wie vor zuviel geklaut, heißt es da z.B.

Doch all diese Auseinandersetzungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht nur, wie bereits gesagt, die deutschen Investoren von beinahe drei Viertel der Tschechen geschätzt werden, sondern andererseits auch eine Vielzahl deutscher Unternehmen in der TOP 100 der tschechischen Wirtschaft vertreten sind.

Autor: Olaf Barth
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