Einsatz für Tschechien: Außenministerium verleiht 14 Gratias-Agit-Preise

Gratias-Agit-Preis (Foto: Archiv Radio Prag)

Jedes Jahr zeichnet das tschechische Außenministerium Persönlichkeiten aus, die sich um die Tschechische Republik im Ausland verdient gemacht haben. Bereits zum 17. Mal wurde der Gratias Agit am Freitag in Prag vergeben. Ausgezeichnet wurden 13 Personen und eine Organisation.

Gratias-Agit-Preise
Es ging feierlich zu, als Außenminister Karel Schwarzenberg am vergangenen Freitag zur Preisverleihung schritt. Gratias Agit heißt die Auszeichnung, die seit 1997 an Personen vergeben wird, die den guten Namen der Tschechischen Republik im Ausland verbreiten. Dabei spielt weder die Nationalität, die Staatsangehörigkeit oder der Wohnort der Nominierten eine Rolle. In einer emotionalen Begrüßungsrede wandte sich Außenminister Schwarzenberg an die Preisträger:

„Es tut mir leid, dass ich nicht mehr tun kann, als Ihnen in diesem großen Saal wenigstens den Preis zu übergeben, Ihnen zu danken und Sie zu einer ausführlichen Bewirtung einzuladen. Mehr kann ich nicht für sie tun, aber das mache ich aus vollem Herzen.“

Helena Basler (links)
Die erste Glaskugel überreichte der Minister Helena Basler. Sie emigrierte 1968 nach Österreich und kam dort in Kontakt mit den tschechoslowakischen Emigrantenkreisen. Seit 1992 ist sie die Geschäftsführerin des Kulturklubs der Tschechen und Slowaken in Österreich, 1998 übernahm sie auch den Vorsitz der Organisation:

„Ich bin nicht nur die Vorsitzende des Kulturklubs der Tschechen und Slowaken, sondern wir geben auch eine Monatszeitung heraus, bei der ich Chefredakteurin bin. Wir versuchen, der tschechischen Gemeinschaft und Leuten, die Tschechisch oder Slowakisch sprechen, Kultur, Wirtschaft, Politik sowie allgemeine Informationen über die Slowakei oder Tschechien und natürlich Gemeinsamkeiten zu vermitteln.“

Karel Schwarzenberg und Magdalena Jetelová
Über den Preis hat sie sich sehr gefreut. Vor allem sporne er weiter an, so Basler:

„Es ist natürlich auch eine gewisse Verpflichtung, dass man dann weiterarbeitet.“

Auch Magdalena Jetelová erhielt eine der Glaskugeln aus der Hand von Karel Schwarzenberg. Die deutschstämmige Künstlerin war 1985 aus der Tschechoslowakei emigriert, nachdem sie einige politisch brisante Kunstprojekte initiiert hatte, unter anderem das Land-Art-Projekt „Underground City“ in Prag. Im Westen hatte sie Ausstellungen in der Tate Gallery in London und im Museum of Modern Art in New York. In den 1990er Jahren war Jetelová drei Jahre lang kulturelle Beraterin des damaligen Staatspräsidenten Václav Havel und arbeitete dann an den Kunstakademien in Düsseldorf und München.

„Ich muss ehrlich sagen, als ich den Preis aus den Händen von Karel Schwarzenberg bekommen habe, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Von ihm weiß man, wie sehr er die Entwicklung in der Tschechoslowakei verfolgt hat, und seine Aktivitäten im Exil haben uns sehr gefreut und wir haben sie sehr unterstützt.“

Weitere Auszeichnungen gingen unter anderem an Magdalena Kožená, eine der gegenwärtig auch international erfolgreichsten Opernsängerinnen Tschechiens, und Leonard Tobing, einen indonesischen Diplomaten, der in Tschechien studiert hat. Aber auch eine Nichtregierungsorganisation erhielt den Gratias Agit: die Charita Česká Republika, die tschechische Caritas, wurde für ihre internationale humanitäre Hilfe in Krisengebieten geehrt.