Endlich wieder geöffnet: Nationales Technikmuseum im neuen Glanz

Foto: Barbora Kmentová

Genau 1621 Tage war es geschlossen. Das Nationale Technikmuseum auf der Prager Letná-Höhe, dessen Gebäude in den Jahren 1938-1941 erbaut wurde, brauchte dringend eine gründliche Sanierung. Ab Mittwoch wird das Museum seine Pforten wieder für die Öffentlichkeit öffnen.

Foto: Martina Bílá
Nicht nur das Museumsgebäude, sondern auch die einzelnen Dauerausstellungen wurden renoviert und neu installiert. Auf einer Fläche von mehr als 5.500 Quadratmetern können die Besucher rund 5.000 Exponate sehen, erzählt Museumsleiter Karel Ksandr:

„Das Museum wird absichtlich am 15. Februar eröffnet. Vor genau 180 Jahren wurde der bedeutender Mäzene und Architekt Josef Hlávka geboren. Im Museum werden vorläufig die ersten fünf Sammlungen präsentiert. Die Sanierung einiger Räumlichkeiten, die die Besucher noch nicht sehen können, wird weiter fortgesetzt. Zudem haben wir weitere Pläne: Im Jahre 2015 möchten wir ein Zentrum für das architektonische Erbe im Kloster Plasy in Westböhmen eröffnen. Wenn es gelingt, wird zudem ab 2016 im ehemaligen Lokomotiven-Depot des Prager Masaryk-Bahnhofs ein Eisenbahnmuseum zugänglich sein, das zum Nationalen Technikmuseum gehören wird.“

Foto: Martina Bílá
Die fünf Ausstellungen zeigen die Verkehrsgeschichte, die Entwicklung der Architektur, der Drucktechnik und der Fotografie sowie die Geschichte der Astronomie. Über die Fotografie erfährt man mehr in einem Saal, der als ein historisches Fotoatelier eingerichtet ist. Im Saal, der der Architektur gewidmet ist, findet man nicht nur Originalzeichnungen und Entwürfe von namhaften tschechischen Architekten des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern man kann auch zwei Räume betreten, die wie die Arbeitszimmer der Architekten eingerichtet sind. Sie sehen aus, als ob sie der Architekt gerade verlassen hat. Martin Ebel stellte diese Ausstellung zusammen.

Foto: Martina Bílá
„Wir konnten hier einige authentische Möbel nutzen, die wirklich bekannten Architekten gehört haben. Der Schrank für Pläne gehörte dem Architekten des Nationaltheaters Josef Zítek. Der einfache Arbeitstisch ist genau der Tisch, auf dem Architekt Josef Hlávka damals in seinem Schloss in Lužany Entwürfe gezeichnet hat. Das andere Arbeitszimmer ist mit Möbelstücken aus dem 20. Jahrhundert eingerichtet. Das Reißbrett gehörte dem Jugendstil- und Kubismus-Architekten Emil Králíček. Auf diesem Stuhl hier saß einst wahrscheinlich der Architekt Jan Kotěra. In der Ecke steht ein Karteischrank aus dem Büro von Pavel Janák.“

Foto: Barbora Kmentová
Mehrere der ausgestellten Zeichnungen und Modelle wurden während der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002 stark beschädigt. Damals wurde ein Teil der Sammlungen des Technikmuseum in dem vom Hochwasser stark betroffenen Stadtteil Karlín aufbewahrt. An den renovierten Exponaten sind die Spuren der Beschädigung jedoch nur für einen Fachmann zu sehen.

Das Nationale Technikmuseum ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.